Montessorischule muss für Sexualkundeunterricht selbst zahlen

Kein Zuschuss für Aufklärung zur Sexualerziehung

  • Stefanie Zipfer
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Anders als für das naturwissenschaftliche Forschungsprogramm MINT-Campus gibt es für den Sexualkundeunterricht an der Montessorischule kein Geld von der Stadt.

Dachau Grundsätzlich gehört Sexualerziehung zum Bildungsauftrag aller bayerischen Schulen. Damit dieser Bildungsauftrag erfüllt werden kann, müssen die sogenannten Sachaufwandsträger die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen – zu Beispiel Schulbücher für den Unterricht.

Im Fall der Dachauer Grund- und Mittelschulen ist die Stadt der Sachaufwandsträger. Die Montessori-Schule dagegen ist eine staatlich genehmigte Privatschule, die die Umsetzung ihres Bildungsauftrags mit Elternbeiträgen und staatlichen Zuschüssen finanziert. Mit anderen Worten: Die Stadt muss nicht für die Montessori-Schule zahlen, selbst wenn rund 40 Prozent der Montessori-Schüler aus der Stadt kommen.

Dass die Schule nun dennoch einen Zuschussantrag für ihr Sexualerziehungsprogramm gestellt hat, liegt daran, dass es seit wenigen Jahren einen Präzedenzfall gibt: Die Stadt finanziert der Montessori-Schule Besuche des MINT-Campus mit. Die Begründung dafür: Das Schülerforschungszentrum – dessen Trägerverein von Stadt und Landkreis Dachau sowie den Kommunen gegründet worden war – sollte allen Kindern der Region offenstehen.

Geld für den Sexualkundeunterricht der Montessori-Kinder aber wird es nun nicht geben. Schulreferentin Katja Graßl (CSU) fand zuletzt im Familien- und Sozialausschuss: „Hier sind der Sachaufwandsträger und die Eltern gefragt!“ Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) sah den Zuschussantrag ebenfalls kritisch: „Das ist Teil des Lehrplans, deshalb nicht Aufgabe der Stadt.“ Sie hoffte, dass die Schule das Programm nun auch ohne den städtischen Zuschuss weiterhin anbieten könne. Der Rest des Gremiums sah es genauso, der Antrag wurde abgelehnt.

Auch die Stadtverwaltung hatte im Hinblick auf die schwierige Haushaltslage vor einer Gewährung des Antrags gewarnt. Laut Stadtkämmerei müssten in den kommenden drei Jahren sämtliche Ausgaben auf ihre „unabdingbare Notwendigkeit“ geprüft werden.

Eine dauerhafte Förderung des Montessori-Sexualerziehungsprogramms, das mit 351 Euro pro Schuljahr den Stadtsäckel belastet hätte, falle nicht in diese Kategorie.

Anders als für die Besuche des naturwissenschaftlichen Forschungsprogramms MINT-Campus gibt es für die „Zyklusshow“ demnach kein Geld von der Stadt.

zip

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