Bitte eintüten: Viele Dachauer Hundebesitzer haben leider keine Lust, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners in den sogenannten Bello-Beuteln zu entsorgen. Foto: hab

Dauer-Ärgernis Hundekot

Stadt lässt Hundehalter an der langen Leine

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Was tun gegen lästige Hundehaufen am Straßenrand? Für viele Dachauer ist die Antwort klar: Hundehalter, die die Hinterlassenschaft ihres Vierbeiners liegen lassen, sollen Strafen zahlen! Die Stadt setzt dagegen weiter auf Prävention und Vernunft.

Dachau – Vielen Dachauern stinkt es gewaltig: Immer mehr Hundehaufen liegen am Straßenrand oder auf Grünflächen; zur optischen Belästigung kommt ab dem Frühjahr dann auch noch regelmäßig die Geruchsbelästigung. Bei der Bürgerversammlung im Thomahaus am vergangenen Mittwoch machten einige Dachauer ihrem Ärger über die tierischen Unappetitlichkeiten daher Luft (wir berichteten).

Doch den rücksichtlosen Hundebesitzern beizukommen, ist leichter gesagt als getan. Die Polizei jedenfalls kann nicht helfen. „Wir können Beschwerden nur weitergeben“, betont Polizeisprecher Günther Findl. Für Hundehäufchen zuständig seien nämlich die Städte und Gemeinden; handelt es sich um den Haufen eines Kampfhundes, müsse sich wiederum das Landratsamt kümmern. Nur wenn ein Hund zubeißt, so Findl, rücken seine Kollegen aus: „Das wäre dann eine fahrlässige Körperverletzung und somit eine Straftat.“ Allerdings betont der Polizist, dass Bürger, die beobachten, wie ein Hundehalter sich nicht um die Exkremente seines Haustiers kümmert, gerne unter der Polizeinummer 0 81 31/56 10 anrufen können. Die Polizei melde den Fall dann unverzüglich an die zuständige Behörde.

Bei der Stadt sieht man in den Hundehaufen längst ein „dauerhaftes Ärgernis“, so Hauptamtsleiter Josef Hermann. Allein: „Wir haben ein Vollzugsproblem.“ Natürlich dürften städtische Grünflächen, Straßen und Wege nicht verunreinigt werden. Doch selbst wenn ein Bauhof- oder Stadtgrünmitarbeiter einen Müllsünder erwischt, „hat er nicht die Befugnis, diesen nach seinen Personalien zu fragen“. Der Hundebesitzer könne lediglich aufgefordert werden, den Kot seines Tieres mitzunehmen. Ob der dann folgt, bleibt ihm überlassen.

Klar, den Ruf nach Strafen für derartige Rücksichtslosigkeiten hört man im Rathaus immer wieder. Noch aber versuche man es mit gutem Zureden und Öffentlichkeitsarbeit, so Hermann. Denn bei allem Lamento über die Häufchen dürfe man auch nicht vergessen, dass sich die überwiegende Mehrheit der Hundebesitzer an die Regeln halte. Zudem gebe es im ganzen Stadtgebiet Gassibeutel-Spender; wenn Bürger weiteren Bedarf meldeten, „reagieren wir sofort“: Die Stadt stelle dann sofort zusätzliche Spender auf.

Sollten all diese Bemühungen nicht fruchten, bleibt der Stadt nach Aussage Hermanns jedoch tatsächlich nur noch der Weg, Zwang anzuwenden. Mithilfe eines kommunalen Ordnungsdienstes und einer entsprechenden Bußgeldsatzung könnten die Häufchen-Sünder belangt werden. Doch so gut die Idee zunächst klingen mag, hat sie doch Schönheitsfehler: „Wir müssten die Hundebesitzer auf frischer Tat ertappen“, so Hermann. Und: „Der Ordnungsdienst ist natürlich mit Personal und damit Kosten verbunden.“ Ob dies im Stadtrat dann eine Mehrheit findet, scheint daher zumindest fraglich.

Mit Fähnchen gegen Ignoranz

Immer mehr Kommunen wollen sich gegen das Hundekot-Problem wehren. Die Herangehensweise ist dabei sehr unterschiedlich – und kreativ! Im niedersächsischen Goslar etwa versucht man es mit „Fähnchen gegen Ignoranz“. Diese werden über das Bürgerbüro verteilt und sind mit Sprüchen bedruckt wie „Haufen sucht Herrchen“, „Wie der Haufen, so das Herrchen“ oder „Auf frischer Tat ertappt“. Wer einen Haufen findet, steckt dann einfach das Fähnchen hinein. Über den Erfolg der Aktion ist bislang allerdings nichts überliefert. In Stuttgart erhebt man ein Bußgeld von 50 Euro. Das Problem: Laut Lokalpresse ist es den Ordnungshütern bislang nicht gelungen, allzu viele Zamperl samt Besitzer in flagranti zu erwischen. Die Berliner Grünen hatten ebenfalls eine innovative Idee: Hundeklos! Diese großflächigen Sandkästen sollten den Hundehaltern ersparen, die Hinterlassenschaft in Tütchen zu verpacken. Die Idee wurde jedoch (bis jetzt) nicht umgesetzt. In Oberfell an der Mosel prüft man derzeit ernsthaft, den genetischen Hundepfoten-Abdruck einzuführen. Hunde müssten also in einer DNA-Datenbank registriert werden, so dass Hundehaufen zugeordnet werden können. Das Problem hier: Die Aktion ist sehr aufwändig, weshalb der Städte- und Gemeindebund davon auch abrät. 

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