Stadt plant die Osterweiterung

Neue Gewerbegebiete für Dachau

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Dachau braucht dringend Gewerbesteuer. Doch wo lassen sich noch neue Gewerbeflächen entwickeln? Der Bauausschuss hat dazu nun wichtige Weichenstellungen vorgenommen.

Dachau – In Dachau herrscht ein Missverhältnis: Zu wenig Betriebe stehen zu vielen Einwohnern gegenüber. Das bedeutet: Die Stadt muss für ihre Einwohner Straßen, Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen sowie Freizeitstätten finanzieren, erhält dafür zu wenig Steuern. Die Stadt hat laut Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) daher nur zwei Möglichkeiten: „Die Kosten senken oder die Einnahmen steigern.“ Denn egal, was die Stadt mache: „Es muss am Ende ausgeglichen sein!“

Einziger Weg, um die Einnahmensituation zu verbessern, ist dabei unstrittig die Ausweisung neuer Gewerbegebiete. Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr die Verwaltung beauftragt, ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten. Bauamtsleiter Michael Simon stellte in der jüngsten Bauausschusssitzung erste Ergebnisse vor – oder wie Simon es formulierte: „eine unverbindliche Tendenz“. Definitive Aussagen ließen sich erst nach langwierigen Absprachen mit Fachstellen und noch langwierigeren Verhandlungen mit Grundstückseigentümern treffen.

Für Gewerbegebiete in Frage kommen demnach Flächen östlich und westlich der Gröbenrieder Straße. Letztere erstrecken sich laut Stadtbauamt von der Abfahrt der B 471 bis zum südlichen Ende des Sees im Naherholungsgebiet; der Bereich östlich betrifft die Fläche zwischen Gröbenrieder, Emmeringer Straße und Schäferweg. Das Problem: Bis hier Gewerbegebiete entstehen könnten, brauchen die Dachauer viel Geduld: „Frühestens in 15 bis 20 Jahren“, so Simon, sei dort eine Ansiedlung von Betrieben möglich. Grund: Der Bereich ist zum Teil Überschwemmungsgebiet und könnte erst nach Durchführung mehrerer Hochwasserschutzmaßnahmen – beispielsweise die Schaffung einer Flutmulde sowie eines Hochwasserrückhaltebeckens mit einem Fassungsvermögen von einer Millionen Kubikmeter Wasser – zum Baugebiet erklärt werden. Dennoch, so der Wunsch des Bauausschusses, soll der Bereich Teil des städtischen Entwicklungskonzepts bleiben.

Ebenfalls weiterverfolgen soll die Verwaltung Areale am östlichen und nordöstlichen Stadtrand – das sind die an das Gewerbegebiet Dachau-Ost direkt anschließenden Grundstücke – sowie in Augustenfeld-Süd. Allerdings gibt es auch dort Einschränkungen: Laut Regierung von Oberbayern müsste für ein Gewerbegebiet in Richtung Nordosten der Kreisstadt das Landschaftsschutzgebiet flächenmäßig geändert beziehungsweise Ersatzflächen gefunden werden. Der für ein Gewerbegebiet in Frage kommende Bereich am östlichen Ortsrand in Richtung Hörhammermoos dürfe nach dem Willen der Regierung von Oberbayern den nahen Grünzug nicht beeinträchtigen. Zudem müsse der Saubach teilweise verlegt werden.

Immerhin: Der Bereich Augustenfeld-Süd verspricht noch die größten Chancen auf eine schnelle Umsetzung. Das Gebiet südlich der Geschwister-Scholl- bis zur Wallbergstraße liegt Simon zufolge gänzlich in der Planungshoheit der Stadt.

Verabschieden wollen sich die Stadträte von ihrem Plan, auf den südlich und östlich an das Seeber-Gelände anschließenden Flächen weitere Gewerbegebiete zu schaffen. Grund: Die Stadt hat beim Landratsamt beantragt, in diesen Bereichen Landschaftsschutzgebiete einzurichten. Das Seeber-Gelände selbst, das früher das Pappenwerk Schuster beheimatete und wo mittlerweile die TV-Serie „Dahoam is Dahoam“ gedreht wird, steht Unternehmen längst zur Verfügung.

Stadtrat Thomas Kreß (Grüne) würde es „keinen Riesen-Beinbruch“ finden, wenn Dachau kein neues, großes Gewerbegebiet bekomme. Er zweifle „die Wirtschaftlichkeitsrechnung neuer Gewerbegebiete durchaus an“. Kai Kühnel (Bündnis) prophezeite gar, dass der stetige Zuzug in die Metropolregionen „langfristig unser Untergang wird“.

Wie groß genau die nun ins Auge gefassten Gewerbeflächen werden sollen, steht allerdings noch nicht fest. „Jetzt haben wir zumindest mal die Standorte“, erklärt Dietmar Sagmeister vom Bauamt. „Die Festlegung der Größen sind nun der nächste Schritt.“

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