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Stadt rüstet Katastrophenschutz auf

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Von: Petra Schafflik

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Mit Sirenen will man die Bevölkerung flächendeckend warnen.
Mit Sirenen will man die Bevölkerung flächendeckend warnen. © Robert Michael

Dachau – Die Stadt investiert in den Katastrophenschutz und schafft Sirenen an, um die Bevölkerung im Notfall zu alarmieren. Das entschieden die Stadträte im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig.

Naturkatastrophen werden häufiger, da kann eine rasche Alarmierung der Bürger über Sirenen hilfreich sein. Das jedenfalls findet die Fraktion der Freien Wähler und Bürger für Dachau. „Der Schutz der Bewohner ist die ursprüngliche Aufgabe von Gemeinden, und Sirenen sind die Stadtmauern der heutigen Zeit“, erläuterte Markus Erhorn (FW) den Antrag seiner Fraktion.

Bei der Hochwasserkatastrophe im Juli seien 184 Menschen in der Flut umgekommen, „einige wohl auch, weil sie nicht gewarnt waren“. Erhorn plädierte deshalb dafür, Sirenen für die Stadt anzuschaffen. Aktuell gibt es im Stadtgebiet nur noch eine Sirene auf dem Dach der Pellheimer Feuerwehr, die zur Alarmierung der Einsatzkräfte genutzt wird.

Der Vorschlag von Freien Wählern und Bürger für Dachau stieß im Ausschuss auf Unterstützung. „Sirenen gehören zu einem sinnvollen Katastrophenschutz dazu“, betonte Anke Drexler (SPD). Digitale Apps würden nicht alle Menschen erreichen. „Diese Vorsorge sollen wir uns leisten.“ Auch Florian Schiller (CSU) unterstützte den Vorschlag, „denn wir wissen nicht, welche Wetterextreme noch kommen“.

Wenig überzeugt war zunächst Richard Seidl (Grüne). „Wer soll wovor gewarnt werden, die Analogie zum Ahrtal erschließt sich mir nicht.“ Dachau liege im Überschwemmungsgebiet der Amper, eine Flut „könnte schon auch das Stadtgebiet treffen“, informierte Hauptamtsleiter Josef Hermann. Aber natürlich müsste die Bevölkerung dann über Bedeutung und Warnstufen des Sirenenalarms informiert werden. Eine digitale Warnung sei die bessere Variante, findet dagegen Michael Eisenmann (Bündnis).

Für ein „Sowohl-als-Auch“ plädierte Jürgen Henritzi (AfD). Digitale Geräte würden gerade nachts oft ausgeschaltet, so Bernd Hubensack (SPD). Aber wer vom Alarmton aufschrecke, „kann sich dann informieren“. Lieber „ein Übermaß an Sicherheit, als dass es die Bevölkerung kalt erwischt“, sagte Jürgen Seidl (FDP).

Schließlich entschieden die Stadträte einstimmig, acht Sirenen anzuschaffen. Diese Anzahl hat die Feuerwehr als sinnvoll errechnet, die Warnanlagen sollen auf hohen Gebäuden wie dem Schlauchturm der Feuerwehr oder dem Rathaus installiert werden. Ausgelöst werden die Sirenen über die Leitstelle analog zur Feuerwehr. Zu den Kosten von überschlägig 150 000 Euro gibt es 87 000 Euro an öffentlichen Zuschüssen.

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