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Ab sofort gilt Tempo 10: Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung am Schlossberg wird streng überwacht.

Ab sofort gilt Tempo 10

Erst Blitzer, dann Poller: So will Dachau die Schlossberg-Raser ausbremsen

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Die Stadt hat nun erste konkrete Schritte eingeleitet, die Raser am Schlossberg auszubremsen. Ab sofort gilt Tempo 10. 

Dachau – Den Blitzer an der Münchner Straße in Richtung Karlsfeld kennt mittlerweile jeder. Ab Mai ganz neu im Repertoire der städtischen Verkehrsüberwacher ist nun der Schlossberg. Dort gilt ab sofort Tempo 10 – und wird laut städtischem Ordnungsamt mittels Radarkontrollen auch streng überwacht.

Hintergrund dieser Maßnahme ist ein Beschluss des Umwelt- und Verkehrsausschusses im Februar. Wie berichtet, wollten die Stadträte die Schlossberg-Anwohner vor nächtlicher Ruhestörung durch Raser schützen. Ein Teil der Lösung war daher ein Tempolimit auf 10 km/h. Ein weiterer Teil der Lösung sollte eine Sperrung des Bergs während der Nachtstunden sein.

Das Problem: Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung als Aufsichtsbehörde über das Schlossareal legte aus „gestalterisch-ästhetischen sowie wie aus bau- und verkehrstechnischen Gründen“ ihr Veto gegen eine Schranke ein. Daraufhin schlug Oberbürgermeister Florian Hartmann vor, mit der Schlösserverwaltung über die Einrichtung von versenkbaren Pollern zu verhandeln.

Noch viele offene Fragen

Wie Stefan Januschkowetz vom Ordnungsamt im Rathaus gegenüber der Heimatzeitung bestätigt, habe ein entsprechendes Treffen im März stattgefunden. Grundsätzlich seien die Schloss-Vertreter der Poller-Idee nicht ablehnend gegenüber gestanden, allerdings gebe es noch viele offene Fragen. Während es nämlich Stadt und Amtsgericht lieber sehen würden, die Sperren direkt oben vor dem Schlossplatz anzubringen, brachten die Vertreter der Schlösserverwaltung einen Standort auf Höhe Hexengasse ins Spiel.

Januschkowetz sieht darin aber entscheidende Nachteile: „Wenn wir die Poller dort anbringen, gibt es keine Wendemöglichkeit mehr.“ Außerdem wären sie dann direkt unterhalb des Areals der früheren Flaschenabfüllanlage – wo bald Wohnungen entstehen sollen.

Dann dürfte die Zufahrt künftig gesperrt sein

Zudem sei auch noch nicht geklärt, wer die Installation der versenkbaren Poller übernehmen soll: der Bauhof der Stadt oder – was das Projekt wesentlich verlängern würde – das Staatliche Bauamt im Auftrag der Schlösserverwaltung. Relativ sicher sind sich die Verantwortlichen bereits, wann die Poller ausgefahren und damit die Zufahrt zum Schlossplatz künftig gesperrt werden soll: nämlich von 23 Uhr abends bis 5 Uhr morgens.

Aktuell wartet die Stadt nun auf eine schriftliche Stellungnahme der Schlösserverwaltung zum Poller-Thema, anschließend müssten die Stadträte im Verkehrsausschuss – vor allem wegen der hohen Kosten – abschließend darüber befinden. Bis dahin hofft die Stadt Januschkowetz zufolge auf die Einsicht der Raser – die spätestens dann eintreten dürfte, wenn die ersten Strafzettel in den Briefkasten flattern...

Lesen Sie auch: Blitzer-Marathon in Bayern: So viele Raser gingen der Polizei ins Netz

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