Stadtkapelle Dachau

Ein großes Klangerlebnis

Die Stadtkapelle Dachau und das Akkordeon Orchester Maisach haben im Dachauer Schloss ihr Publikum begeistert - nicht zuletzt gemeinsam.

Dachau – Die Stadtkapelle Dachau und das Akkordeon Orchester Maisach geben im Schlosssaal Dachau ein gemeinsames Konzert. Allein schon der Einzug der Stadtkapelle Dachau in den Saal ist ein Erlebnis: Bis alle 60 Mitwirkenden ihren Platz eingenommen haben, begleitet sie minutenlanger Begrüßungs-Applaus. Die zwanzig Akkordeons warten noch auf ihre Besitzer vom Akkordeon Orchester Maisach. Die Zuhörer im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal sind erwartungsvoll gespannt.

Das Programm ist gerecht aufgeteilt: Jeweils drei Stücke spielen die beiden Orchester für sich, drei spielen sie gemeinsam – eine Premiere.

Das große Sinfonische Blasorchester der Stadtkapelle eröffnet den Abend mit sanften Klarinettenklängen und entführt in die „Ferne Weite“ in einer Komposition von Rolf Rudin. Das Thema entfaltet sich, nimmt das ganze Orchester mit und steigert sich kraftvoll. Allzu stürmischen Galopp in die Ferne bremst Dirigent Michael Meyer mit einem „Psst“. Das zarte Motiv hängt zum Schluss fragend im Raum. Ein erster begeisterter Applaus.

Michael Wagner als Vorsitzender der Stadtkapelle freut sich über die vielen Gäste, die zu diesem Konzerthöhepunkt des Jahres gekommen sind. „Der Applaus ist für uns der ideelle Lohn für unsere Arbeit.“ Dominik Härtl führt durch den Abend, witzig und klug.

Dann werden die Akkordeons aufgenommen, und mit dem „Sommer“ von Astor Piazolla, dem Tanz „Danzón Nr. 2 von Arturo Marquez und der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin treffen sie direkt ins Herz. Gefühlvoll und virtuos, schmelzend und dramatisch, melancholisch und lebenslustig lassen die Spielerinnen und Spieler ihre Instrumente erklingen.

Dass dieses Akkordeon Orchester Maisach, das „AOM“, schon viele Preise gewonnen hat, wird einem sonnenklar. Es dirigieren abwechselnd Heike Tolksdorf und Florin Lang, immer mit Hingabe.

Nach der Pause dann das gemeinsame Spiel. Es wird ein großes, besonderes Klangerlebnis. Die beiden Orchester ergänzen sich aufs Feinste, vor allem durch das Schlagwerk. Sie spielen zusammen, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Dabei hat ein Probenwochenende ausreichen müssen.

In dem „Israel Shalom“ von Kess Vlak spielen die Musiker leidenschaftliche Lebensfreude ebenso wie erlittenes Lebensleid, mit Gerd Peters und seiner klagenden Klarinette. Beim Ausflug ins sonnige Andalusien, ins „Alcazar“ von Llano, trumpfen beide Orchester abermals so richtig auf, mit den trippelnden Akkordeons, der temperamentvollen Solotrompete (Christoph Hecken) und dem näselnden Fagott. Alle steigern sich zu einem furiosen Höhepunkt.

Und dann ist urplötzlich Schluss. Aus. Stille. Erst nach einer ehrfürchtigen Schrecksekunde tobt der Saal. Das tut er auch nach dem letzten Beitrag der Stadtkapelle mit „Sing Sing Sing“ von Louis Prima und einem wundervollen Big Band Sound. Gerald Kresse (Trompete) und Gerd Peters (Klarinette) begeistern mit ihren Soli.

Der Applaus erzwingt natürlich Zugaben. Eine ist der Walzer „Afing“ von Hartmut Schmitt-Wolf. Er wurde neu für ein großes Blasorchester arrangiert und kommt heute zur Uraufführung. Bleibt zu hoffen, dass das Zusammenspiel von Stadtkapelle Dachau und Akkordeon Orchester Maisach keine einmalige Sache ist. Bitte mehr davon.

Elfriede Peil

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