Zwei Menschen mit Maske in Apotheke
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Maske gegen Unterschrift: Apotheker Maximilian Lernbecher, Sprecher der Apotheker im Landkreis, reicht Heidi Möller ihre drei kostenfreien Exemplare.

Corona-Aktion: Besonderer Schutz für Risikopatienten und Senioren

Starke Nachfrage nach FFP2-Masken

FFP2-Masken schützen Senioren und Risikopatienten besser vor dem Corona-Virus. Die Nachfrage im Landkreis Dachau ist groß.

Landkreis – In der Corona-Pandemie sollen gefährdete Menschen besser geschützt werden. Mit diesem Ziel startete gestern bundesweit in Apotheken die Ausgabe von je drei kostenlosen FFP2-Masken an Risikopatienten und Menschen über 60. Eine Aktion, die im Landkreis stark nachgefragt wurde.

Vor den Apotheken in der Dachauer Innenstadt bildeten sich zur Mittagszeit zwar keine langen Warteschlangen. Aber überall herrschte ein reges Kommen und Gehen. Von Problemen in einer der 31 Apotheken im Landkreis habe er nichts gehört, sagt Maximilian Lernbecher, Sprecher der Apotheker im Landkreis. „Das ist offenbar alles gut gelaufen.“ In seiner Oberen Apotheke in Dachau hat er das Personal aufgestockt, rechnete mit 500 „Masken-Abholern“ bis zum Abend. „Heute ist wohl der schlimmste Tag“, sagt Lernbecher. Denn die Bürger wissen über die Aktion Bescheid.

Auch in Indersdorf stand um zehn vor acht Uhr schon der erste Kunde vor der Tür der Sankt Georg Apotheke, berichtet Apothekerin Christel Böller. Den ganzen Tag über sei die Nachfrage gleichbleibend groß gewesen. Vor der Vital-Apotheke in Odelzhausen wurde eine Holzhütte ausschließlich für die Masken-Ausgabe aufgestellt, damit sich die Kunden nicht in die Quere kommen. „Das läuft gut“, sagt Mitarbeiterin Ramona Reiser.

Nur drei Masken mitnehmen

Risikopatienten und Menschen über 60 sollen sich im Dezember tatsächlich nur drei kostenfreie Masken holen, das Vertrauen nicht missbrauchen und sich nicht mehrfach eindecken. Zum Jahreswechsel verschicken die Krankenkassen fälschungssichere Coupons an berechtigte Versicherte, die damit in zwei Zeitfenstern bis Mitte Februar und bis Mitte April erneut je sechs FFP2-Masken erhalten. Pro eingelöstem Coupon ist dann ein Eigenanteil von zwei Euro zu bezahlen. ps

„Stürmisch“ beschreibt Robert Götz, Apotheker in Petershausen, die Situation. Einige Kollegen, so vermutet Götz, hätten wohl nicht ausreichend Masken bestellt. Auch deren Kunden wurden versorgt.

Wie überhaupt niemand Angst haben muss, dass er am Ende leer ausgeht, betont Apotheker-Sprecher Lernbecher. Denn die Aktion läuft im ersten Durchgang bis 6. Januar. Die Abgabe der Masken erfolgt gegen Unterschrift, ein Attest vom Arzt ist nicht notwendig. Auch für Ehepartner, Nachbarn oder nicht mehr rüstige Eltern können Masken geholt werden. Falls die Vorräte erschöpft sind, sollten Kunden erneut nachfragen. Viele wünschten eine Lieferung, die bietet Götz gegen Gebühr sofort oder kostenfrei, sobald die Boten das in ihre Touren einplanen können.

Die kostenlose Maskenausgabe über die Apotheken wurde vom Bundesgesundheitsministerium enorm kurzfristig beschlossen. Erst gestern um 15 Uhr ist die Verordnung rückwirkend in Kraft getreten, die schon den ganzen Tag über von den Apotheken praktisch umgesetzt wurde. „Wir sind da schon in Vorleistung gegangen“, sagt Lernbecher. Auch wenn die Apotheker die „Hauruck-Aktion“ als Herausforderung erleben, sie befürworten sie. Lernbecher: „Die Masken sollten genutzt werden bei Feiern im großen Familienkreis, beim Besuch im Altenheim, beim Treffen mit Freunden, bei der Fahrt mit dem Bus. Denn diese Masken sind sicher.“

Petra Schafflik

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