Zusätzliches S-Bahn-Angebot am Freitag

Wenn die Taktverstärker schwächeln

Taktverstärker der S-Bahn am Freitag: Sind sie Fluch oder Segen? Denn allzu viele der zusätzlichen Fahrten werden wieder gestrichen. Jede Fahrt zählt, sagt Landrat Stefan Löwl.

Dachau – „Aus betrieblichen Gründen entfallen heute Nachmittag folgende S-Bahnen des Zehn-Minuten-Takts auf der Linie S 2 Dachau.“ Betroffen sind von dieser Meldung der Deutschen Bahn oft die neuen elf Fahrten des Zehn-Minuten-Taktes am Freitag zwischen Ostbahnhof und Dachau: Allein an den letzten beiden Freitagen, 27. und 20. Januar, sind jeweils vier Züge der S 2 Richtung Ostbahnhof sowie vier Bahnen nach Dachau ersatzlos ausgefallen.

Dennoch war die Taktverstärkung laut Landrat Stefan Löwl ein Schritt in die richtige Richtung. „Lieber gibt es Ausfälle, als gar keine Taktverstärker am Freitag“, erklärt Löwl. Als stellvertretender Sprecher der Landkreise im Gebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds war er an den Tarifverhandlungen mit S-Bahn und dem Landkreis mitbeteiligt. Die Ausfälle im Winter waren vor allem auf die „strengen Frosttemperaturen der vergangenen Wochen und einem daraus resultierenden Rückstau in der Fahrzeugwartung“ zurückzuführen, so ein Bahnsprecher.

Die Zehn-Minuten-Takte sind aber notwendig: Es sei nicht mehr der Fall, dass der Freitagnachmittag verkehrsbedingt ruhiger ist. „Der Zehn-Minuten-Takt ist wichtig, um den Verkehr etwas zu entzerren“, beschreibt Löwl.

Der CSU-Politiker sieht die Chancen auf weitere Verbesserungen gut: „Wir sind zuversichtlich, dass die nächste notwendige Erweiterung des Angebots bereits zum kommenden Jahresfahrplanwechsel umgesetzt werden kann.“ Denn die Taktlücken während des Tages auf den Linien S 2, S 3, und S 6 sind den Landräten um Löwl ein „Dorn im Auge“.

Ihre Forderungen rechtfertigen die Landräte mit dem „enormen“ Wachstum der Bevölkerung in den acht MVV-Landkreisen. Zudem finanzieren die Landkreise das MVV-Regionalbusangebot mit, so Löwl. Allein in den vergangenen fünf Jahren sei das Angebot auf den MVV-Regionalbuslinien um nahezu 37 Prozent gesteigert worden. ,„Damit tragen die Landkreise nicht unwesentlich zum Erfolg der S-Bahn bei.“ Vor diesem Hintergrund seien die Wünsche und Forderungen zum Ausbau des S-Bahn-Systems „absolut gerechtfertigt“.

Weitere Verbesserungen erwartet der Landrat im Zuge der geplanten MVV-Tarifstrukturreform und auch bei der Umsetzung des neuen Nahverkehrsplans. Genauere Konzepte befinden sich noch in Planung, der Ausbau hänge mit dem Bau der zweiten Stammstrecke zusammen.

Der Landrat will sich für eine Anbindung Karlsfelds an die Schieneninfrastruktur im Norden Münchens (Nordtangente) sowie für einen Ausbau der S-Bahn-Strecken nach Petershausen und Altomünster einsetzen. Doch auch mit mehr Gleiskapazitäten können die S-Bahnen des Zehn-Minuten-Takts aus anderen Gründen weiter ausfallen, so der Bahnsprecher.

map

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Längst kein Vergnügen mehr
Die Hinterlassenschaften von Gänsen und Enten machen das Baden zum Beispiel am Karlsfelder See zu einer getrübten Freude. 
Längst kein Vergnügen mehr
Streit eskaliert: 22-Jähriger zieht plötzlich eine Waffe
Ein bisschen Raufen und dann mit der Waffe drohen: Acht junge Leute sind sich am Hebertshauser Bahnhof in die Haare geraten. Ein 22-jähriger Hebertshauser zog eine …
Streit eskaliert: 22-Jähriger zieht plötzlich eine Waffe
Volksfestbesucher stürzt in die Amper
Ein Koblenzer stürzte Dienstagnacht in die Amper. Die Feuerwehr half ihm beim Herausklettern. Doch der 18-jährige verletzte sich schwer.
Volksfestbesucher stürzt in die Amper
Viermal ziehenRadfahrer den Kürzeren
Eine Serie von Unfällen, an denen Radler und Autofahrer beteiligt waren, war am Montag im Landkreis zu beklagen. Es gab eine Reihe von Verletzungen, schwerere Blessuren …
Viermal ziehenRadfahrer den Kürzeren

Kommentare