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Der Späher: Jürgen Heinisch mit seinem Einsatzfahrzeug und vor den drei Salzlagersilos des Dachauer Bauhofs. 

Winterdienst im Landkreis Dachau

Tausende Tonnen Salz liegen bereit - und die Späher sind bereits im Einsatz

Der erste Schnee ist bereits gefallen. Der Winterdienst in Stadt und Landkreis steht in den Startlöchern, die Späher sind natürlich längst im Einsatz.

Dachau – Der erste Schnee ist bereits gefallen. Wer jetzt noch keine Winterreifen am Auto aufgezogen hat, sollte sich sputen. Doch die Dachauer sind diesbezüglich eh’ sehr brav, sagt Polizeisprecher Roland Itzstein.

„Wir können keine Häufung der Unfälle aufgrund von Sommerreifen im Winter feststellen. Gerade im Hinterland liegt ja durchaus häufiger Schnee, also sind die Menschen im Landkreis auch bereit, sich um die richtige Bereifung zu kümmern“, erklärt er. Doch für eine sichere Fahrt im Winter reichen die richtigen Reifen manchmal nicht aus.

Daher sind auch die Bauhöfe schon bestens vorbereitet. 300 Tonnen Streusalz haben die Bauhöfe in Karlsfeld und Markt Indersdorf jeweils eingelagert. In Dachau sind es rund 1000 Tonnen im Silo, 60 Tonnen in Säcken und 20 Tonnen Splitt. Doch das soll und muss nicht alles ausgefahren werden. „Wir gehen eher sparsam mit dem Salz um“, so Werner Scheid, Leiter des Indersdorfer Bauhofs. „Wir sind in diesem Winter erst zwei Mal ausgerückt.“ Auch der Leiter in Karlsfeld, Anton Wallner, versichert: „Umsonst streuen wir nicht. Wenn gestreut wird, dann hat das schon seinen Sinn.“

Aber wann muss gestreut werden? Woran machen die Mitarbeiter der Bauhöfe das fest? An dem Urteil der sogenannten „Späher“ (siehe Interview). Jeden Morgen fahren die Späher Stadt und Landkreis ab und kontrollieren die Straßen auf Glätte. Wenn sie Handlungsbedarf sehen, wird eine Gemeinde alarmiert und die Alarmierungs-Kette setzt sich in Gang.

Die alarmierte Gemeinde benachrichtigt die anderen betroffenen Gemeinden. Dort wird der Bereitschaftsdienst des jeweiligen Bauhofs alarmiert. Dieser begutachtet die Situation vor Ort noch einmal selbst und bespricht mit den Kollegen das geeignete Vorgehen.

Dabei kann die Situation in ein- und derselben Gemeinde an verschiedenen Stellen ganz unterschiedlich sein. „Auf Brücken, in Schattenbereichen oder bei Wind können die Witterungsbedingungen und damit die ganze Gefahrensituation ganz anders sein als im restlichen Gebiet“, erklärt Anton Wallner. 

sr


Um 2 Uhr morgens beginnt der Arbeitstag der Späher - ein Interview

In Dachau sind in der Winterzeit jeden Tag Jürgen Heinisch und Josef Kobschütz unterwegs. Kurt Ladehof, Abteilungsleiter Stadtgrün, Umwelt und Stadtbauhof, erklärt, was die Späher des Dachauer Bauhofs erkunden. 

-Schon die Indianer hatten Späher, die nach Feinden oder dem Wetter Ausschau hielten. Bei Ihnen ist es Gott sei Dank nur das Wetter. Wie muss man sich die Arbeit Ihrer Späher vorstellen? 

„Der jeweilige Funktionsmeister, Jürgen Heinisch oder Josef Kobschütz, startet um circa 2 Uhr mit einer Kontrollfahrt durch Dachau. Hierbei werden definierte Punkte angefahren, die eine besondere Gefährdung aufweisen können. Zum Beispiel die Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster, das Krankenhaus, der Bahnhof, die Schulen, Brücken und Stadtrandbereiche, die besonders vom Wind betroffen sind. Es wird der Zustand der jeweiligen Bereiche geprüft – auf Schnee und Nässe – und festgestellt, ob die Winterdienstarbeiten des Vorabends noch Nachwirkung haben. Weiterhin erhält der Kollege Informationen von fünf stadteigenen Wettermessstationen im Stadtgebiet und lokale Wetterbewertungen eines externen Dienstleisters. Aufgrund dieser Informationen wird entschieden, ob ein Einsatz stattfindet und, wenn ja, im welchem Umfang. Das heißt: welche Geräte, Mitarbeiter und Art und Menge der Streumittel. Er verständigt ab 3 Uhr die betroffenen Mitarbeiter, so dass der Einsatz des Winterdienstes ab circa 3.45 Uhr erfolgen kann.“

-Welche Ausbildung oder Eigenschaften braucht ein Späher? 

„Die Ausbildung im Bereich Straßenunterhalt, Schulungen im Bereich kommunaler Winterdienst und Erfahrung im Winterdienst.“

-Wie oft müssen die Späher im Winter Meldung machen? 

„Während des Winterdienstes erfolgt die Kontrollfahrt täglich, außer es hat nachts deutliche Plusgrade.“

Interview: Thomas Zimmerly

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