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Hier könnten Windräder gebaut werden: Die grünen Flächen markieren diejenigen Gebiete im Landkreis Dachau, wo eine Bauleitplanung wirtschaftlich sowie naturschutz- und immissionsschutzrechtlich günstig ist. grafik: windatlas bayern

Geplante Anlage im Sigmertshauser Holz

Nübels Plädoyer für das Windrad

Man merkte es Gerald Nübel, seines Zeichens technischer Leiter der Stadtwerke Dachau, in der Werkausschusssitzung an: Er möchte das Windrad im Sigmertshauser Holz haben. Deshalb versucht er die Stadträte und die Bürger auf seine Seite zu ziehen.

Dachau – Als der Werkausschuss in seiner Februar-Sitzung grünes Licht für den Planungsbeginn eines 203 Meter hohen Windrades im Sigmertshauser Holz gab, stimmten drei Stadträte aus den Reihen der CSU dagegen. Auch bei den Bürgern der naheliegenden Orte wie beispielsweise Viehhausen, das 800 Meter von dem Stadtwerke-Projekt entfernt liegt, regte sich sofort vehementer Widerstand. Der technische Leiter der Stadtwerke Gerald Nübel hingegen ist ein Verfechter der Anlage. Er will die Protestierer umstimmen. In der Werkausschusssitzung am vergangenen Dienstag fing er schon mal bei den Volksvertretern an, indem er eine Rede hielt, bei der er aus der über allen Gesetzen thronenden „10H-Regelung“ die für sein Begehr günstigen Passagen herausfilterte sowie mit weiteren positiven Fakten garnierte. Als Quintessenz der NübelschenLaudatio für die Windmühle auf Dachauer Flur blieben zwei Sätze übrig, die sich, wenn es nach Nübel geht, in den Köpfen aller zementieren sollen. Der erste lautet: „Die Energiewende wird nicht gelingen, wenn man keine Windräder baut.“ Der zweite lautet: „Wir wollen ein Gestalter der Energiewende werden.“

Natürlich ist die Angelegenheit komplex. Daher muss an dieser Stelle genauer auf den Vortrag des technischen Leiters eingegangen werden. Zunächst hielt Nübel fest, dass seit Inkrafttreten der „10H-Regelung“ Windenergieanlagen im Außenbereich nur dann privilegiert zulässig sind, wenn sie einen Abstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu geschützten Wohngebieten einhalten. Allerdings sollen die Städte und Gemeinden Baurecht für die Windräder schaffen. Dabei sollen die Bürger und Nachbargemeinden intensiv beteiligt werden.

Wie Nübel weiter meinte, sei im Sigmertshauser Holz ein Lärmgrenzwert von 45 Dezibel einzuhalten – Windrad plus Geräusche aus anderen Quellen wohlgemerkt. Und hier liege man am geplanten Standort „deutlich darunter“. Im Vergleich dazu: Straßenlärm produziert 80 Dezibel. Zwar gibt es im Landkreis Dachau laut Staatsministerium einige Flächen – darunter das Sigmertshauser Holz –, die für Anlagen geeignet sind (siehe Grafik), dennoch sei die Energiewende allein mit 10H-Standorten zum Scheitern verurteilt. Laut Nübel kann das Wiederaufleben des gescheiterten gemeinsamen Flächennutzungsplans im Landkreis die Akzeptanz für Windkraftprojekte deutlich verbessern. Wenn die Planer schließlich bei der Umsetzung des Immisionsschutzes ein besonderes Augenmerk auf die Belange vor Ort richteten und die Politik sich bei ihrer Abwägung zwischen den Zielen eines globalen Klimaschutzes und den Interessen vor Ort für Ersteres entschieden, stünde dem Bau des Windrades im Sigmertshauser Holz nichts mehr im Wege.

Thomas Zimmerly

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