sitzender alter Mann
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Im Alter von 91 Jahren starb Georg Englhard. Den Goldenen Ehrenring der Stadt trug er mit Stolz, hier kurz vor seinem 90. Geburtstag.

Der „Tschok“ ist tot

Trauer um Georg Englhard

  • Nikola Obermeier
    vonNikola Obermeier
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Georg Englhard ist tot. Der Dachauer Ehrenringträger leistete in seiner Heimatstadt eine Vielzahl an ehrenamtlichen Tätigkeiten. „Und er war ein toller Mann für mich und herrlicher Vater und Großvater“, sagt seine Frau Hildegard Englhard. Am Freitag starb Georg Englhard im Alter von 91 Jahren.

VON NIKOLA OBERMEIER

Dachau – „Wir hatten eigentlich noch Pläne“, berichtet Hildegard Englhard. Doch diese wurden nun zunichte gemacht. Georg Englhard starb am vergangenen Freitag im Kreise seiner Familie.

Georg, genannt Tschok, Englhard, ist ein Mensch mit außergewöhnlicher Lebensleistung. Neben seinem Beruf als Schriftsetzer machte er vieles nebenher und doch mit vollstem Einsatz: So saß Georg Englhard 30 Jahre lang, von 1972 bis 2002, für die CSU im Stadtrat, 18 Jahre lang war er zweiter Bürgermeister. Er war Sportreferent, 15 Jahre Kreisvorsitzender des BLSV, 25 Jahre CSUOrtsvorsitzender und zehn Jahre Abteilungsleiter Leichtathletik beim ASV Dachau, Jugendleiter beim ASV, zwölf Jahre Kreisrat, 13 Jahre Aufsichtsrat der Volksbank-Raiffeisenbank. Für sein Engagement erhielt er die Bundesverdienstmedaille, das Bundesverdienstkreuz, die BLSV-Ehrennadel in Gold mit großem Kranz, die Landkreis- und die Europaverdienstmedaille in Silber, die Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung, die Bürgermedaille der Stadt Dachau in Silber und schließlich den Goldenen Ehrenring der Stadt Dachau, die höchste Auszeichnung, die seine Heimatstadt an lebende Bürger vergeben kann.

Seine Ehrenämter, gerade im Sport, habe er „immer gern gemacht“, sagte Englhard vor eineinhalb Jahren, kurz vor seinem 90. Geburtstag. In der Politik sei er stets „um den Ausgleich bemüht“ gewesen. „Ich hatte zu allen ein gutes Verhältnis, ich wollte mich nicht streiten.“ Dass er sich den ganzen Ehrenamtsstress, neben seinem Beruf als Schriftsetzer überhaupt hatte antun können, verdanke er ohnehin einzig seiner Frau, wie Georg Englhard damals betonte: „Sie hat oft auch noch nach Ladenschluss in ihrem Familienbetrieb Romig gearbeitet, so dass ich noch Freizeit hatte.“

Ein toller Mann und ein guter Vater und Großvater sei er gewesen, sagt Hildegard Englhard. Gemeinsam haben sie eine Tochter, Barbara, und die beiden Enkelkinder Maximilian und Veronika. Sie beide haben sich in Dachau kennengelernt, waren fast 60 Jahre lang verheiratet. „Ich höre es heute noch, wie er bei meinem Vater um meine Hand angehalten hat.“ Georg Englhard habe eben immer gewusst, was sich gehört. „Wir haben uns sehr gut zusammengefunden“, sagt Hildegard Engelhard. In ihrem Haus in der Herzog-Albrecht-Straße haben sie sich „schön eingerichtet“. Hier haben sie gerne Freunde und Bekannte eingeladen, „er war gern in Gesellschaft und hat alle Leute gerne gemocht“.

Eigentlich hätten sie beide noch Pläne gehabt. Auch wenn er schon länger nicht mehr seinen geliebten Sport machen konnte, vor allem das Radfahren vermisste er sehr, „wollten wir am Abend mal spazieren gehen“, erzählt Hildegard Englhard. „Ich hätte mir gewünscht, dass er noch älter wird.“

Aufgrund der Corona-Beschränkungen findet die Beerdigung von Georg Englhard nur im kleinsten Familienkreis statt. Aber zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es die Pandemie zulässt, will Hildegard Englhard für Freunde, Wegbegleiter und Bekannte die Gelegenheit bieten, sich von Georg Englhard zu verabschieden.

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