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Nach zehn Jahren gekündigt: Miguel Alcántara sieht sich nach neuen Räumlichkeiten um. foto: hab

Stammgäste helfen dem spanischen Wirt bei der suche nach neuen Räumen

„Miguel Alcántara macht alles mit so viel Liebe“

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Für seine Freunde gibt es nur ein Thema: Ihr Lieblingswirt Miguel Alcántara (66) braucht ein neues Lokal, nachdem dem Betreiber von El Camino ohne Vorwarnung gekündigt wurde.

Dachau – Für Mathias Eckle und seine Freunde gibt es seit Kurzem nur ein Thema: Ihr Lieblingswirt Miguel Alcántara (66) braucht ab 1. Mai ein neues Lokal. Nach zehn Jahren haben die Vermieter dem Betreiber von El Camino – dem einzigen Spanier in Dachau – ohne Vorwarnung gekündigt (wir berichteten).

Die Stammkunden im El Camino ärgert vor allem die Art und Weise, wie man Miguel Alcántara gekündigt hat. Ein Schreiben mit vier Sätzen, kein Gespräch im Vorfeld – „das ist doch einfach keine Art mit jemandem nach so einer langen Zeit umzugehen“, sagt Mathias Eckle. Die Vermieter beendeten den Vertrag mit Miguel Alcántara, weil sich der benachbarte Kreisjugendring (KJR) vergrößern möchte.

Auch von den Verantwortlichen des KJR sind die Kunden sehr enttäuscht. „Das ist doch ein sozialer Träger. Die hätten doch zumindest im Vorfeld mit Miguel reden müssen“, wundert sich Eckle.

Der Geschäftsführer des KJR, Peter Bernard, und sein Stellvertreter Ludwig Gasteiger gaben auf Nachfrage nur schriftlich eine Stellungnahme ab. Darin heißt es: „Die Thematik betrifft das Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter und muss auch in diesem Rahmen geklärt werden. Außerdem werfen Sie Fragen auf, die mit unserem internen Geschäftsbetrieb zu tun haben. Wir bitten um Verständnis, dass wir daher zu beiden Themenkomplexen keine Stellungnahme abgeben. Wir hoffen, dass Herr Alcántara bald neue Räume für sein Geschäft findet und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.“

Seit die Stammkunden von der Kündigung erfahren haben, setzen sie alle Hebel in Bewegung, um ein anderes, passendes Lokal für Alcántara zu finden. Sobald sie einen Tipp haben, geben sie ihn an ihren Lieblingswirt weiter. Auch wenn er sich mittlerweile viele Orte angesehen hat – etwas Passendes war nicht dabei. „Ich brauche eine Küche, Toiletten und einen Gastraum, in dem alle zusammen sein können“, erklärt Alcántara.

Denn das Konzept im El Camino ist in Dachau einzigartig. Tagsüber ist der Laden ein Feinkostgeschäft für spanische Spezialitäten, abends wandelt es sich zur Tapasbar mit ganz besonderem Flair. „Miguel ist eine Institution in Dachau“, sagt Mathias Eckle, der seit fast zehn Jahren regelmäßig die Bar besucht. „So eine Atmosphäre gibt es sonst nirgends. Absolut familiär, man kommt mit jedem ins Gespräch.“ Im El Camino sitzt man nicht an kleinen separaten Tischen, sondern an langen Tafeln, an denen sich jeder mit jedem unterhält. Wenn es voll ist, stehen die Leute auch gerne. „Miguel macht alles, was er tut, mit so viel Liebe. Er macht das El Camino so besonders.“ Dieser Meinung ist nicht nur Eckle.

Die Bar ist so gut wie jeden Abend voll, am vergangenen Wochenende starteten die Stammgäste spontan eine Aktion: Sie machten Fotos, auf denen alle Schilder in die Kamera halten, auf denen steht: Miguel soll bleiben. „Es wäre supertraurig, wenn so etwas Einzigartiges verschwindet“, sagt Mathias Eckle. Auch auf Facebook hat die Geschichte über die Kündigung hohe Wellen geschlagen. Viele Leser machen ihrer Enttäuschung Luft mit Kommentaren wie: „Nein, das darf nicht sein!! Ihr seid das Beste von Dachau, wir lieben Euch.“

Miguel Alcántara wirkt nach all den erfolglosen Besichtigungen etwas geknickt. „Ich will doch nur meinen Traum weiterleben. Zur Ruhe setzen kommt für mich nicht in Frage.“ Die Hoffnung hat er längst noch nicht aufgegeben. 


 

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