Spaziergängerin kritisiert Treibjagd

Streit um Treibjagd

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Sie war geschockt von der Treibjagd am Leitenberg: Eine Hundebesitzerin ärgert sich über das Verhalten der Jäger und dass die Jagd nicht öffentlich angekündigt wurde. Der Jägerverein nimmt Stellung.

Dachau –Jagen sei sinnvoll, aber wie es die Jäger bei der Treibjagd am Leitenberg in der vergangenen Woche gemacht hätten – das gehe gar nicht, kritisiert eine Dachauer Spaziergängerin. Sie will anonym bleiben. Sie ging entlang der Waldflächen mit ihrem Hund Gassi: „Da haben sich etwa 50 Personen auf einer kleinen Feldfläche um ein Geflügel zusammengerottet und haben wahnsinnig oft geschossen, für das Tier ist das doch der Wahnsinn.“

Es gebe eben unterschiedliche Meinungen zur Treibjagd, sagt der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau, Ernst-Ulrich Wittmann. Er pocht auf das Jagdrecht: „Die Treibjagd ist eine von vielen Jagdarten, es gibt nicht nur die Einzeljagd, wie Ansitz, Suche oder Pirsch.“ „Die Treibjagd ist eine legitime Methode, insbesondere Niederwild nachzustellen.“   

Doch die Dachauerin störte sich auch daran, dass die Treibjagd nicht öffentlich angekündigt wurde – zum Beispiel mit Schildern am Waldrand. „Hunde bekommen Angst, wenn geschossen wird, mein Hund bekam richtige Panik, das hätte man vermeiden können, wenn ich von der Treibjagd gewusst hätte.“ Sie habe davon erst mitbekommen, als „die Jäger archaisch geschrien haben“. Sofort entschied sie sich, ihren Hund anzuleinen.

Patentanwalt und Jagdvorsitzender Wittmann sagt: „Es gibt keine grundsätzliche Pflicht, abseits von Straßen mit Schildern darauf hinzuweisen.“ Und: „Es war ja deutlich, dass dort eine Treibjagd stattfindet, die Jäger hatten signalroten Westen an, und ein Wildwagen stand dort.“ Außerdem versichert er: „Wenn die Jagdart und die Verkehrssicherungspflicht es gebieten, werden Hinweisschilder aufgestellt.“

Die Dachauer Hundebesitzerin würde das ein wenig beruhigen: „Das wäre ein guter Kompromiss“, dann würde sie sich für die Treibjagd-Tage einfach einen anderen Spazierweg suchen.

Doch nicht nur über die beobachtete Treibjagd habe sie sich geärgert: In den vergangenen zwei Jahren habe sie auch zwei Rehkadaver beim Spaziergang in der Nähe des Leitenbergs entdeckt. „Das ist sicherlich nicht der Fall, dass geschossene Tiere liegengelassen wurden“, sagt Wittmann: „Der Sinn und Zweck des Jagens ist ja, dass die Tiere wie Hase und Fasan auch als Lebensmittel genutzt werden.“ Bei Treibjagden könne es zwar zwischenzeitlich der Fall sein, dass Tierkadaver am Wegesrand liegen, „aber die werden am Ende der Treibjagd auf dem Wildwagen transportiert“.

Für die Dachauerin ist am Ende nur eines entscheidend: „Das Jagen ist sicherlich wichtig, aber entscheidend ist auch, wie gejagt wird.“

Rubriklistenbild: © dpa

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