Vermisste Tuong An (6) wieder aufgetaucht: Polizei nimmt Mann fest - Sie sei „geklaut“ worden

Vermisste Tuong An (6) wieder aufgetaucht: Polizei nimmt Mann fest - Sie sei „geklaut“ worden
+
„Trio con Brio Copenhagen“: Geigerin Soo-Jin Hong, Cellistin Soo-Kyung Hong und Pianist Jens Elvekjaer.

Trio con Brio Copenhagen

Filigranen Auftakt der Dachauer Schlosskonzerte

Nicht immer namensgerecht, aber überzeugend und spannend war der Abend mit dem „Trio con Brio Copenhagen“. Die Zuhörer erlebten beim ersten Schlosskonzert des Jahres einen abwechslungsreichen, filigranen Auftritt.

Dachau – Mit dem „Trio con Brio Copenhagen“ startete am vergangenen Freitag die neue Saison der Dachauer Schlosskonzerte. Das heute in Dänemark lebende Klaviertrio besteht aus der Geigerin Soo-Jin Hong, der Cellistin Soo-Kyung Hong und dem Pianisten Jens Elvekjaer. Das Ensemble hatte für das erste Schlosskonzert des Jahres mit nur drei Werken ein relativ überschaubares und dennoch sehr abwechslungsreiches Programm ausgewählt.  

Das erste Stück war das Klaviertrio in E-Dur, Hob. XV:28, von Joseph Haydn, das die Instrumentalisten überaus elegant, ja fast schon zerbrechlich gestalteten. Die Interpreten nahmen die Tatsache, dass zu Haydns Lebzeiten ein Klaviertrio eher einem puristisch begleiteten Klavierkonzert als tatsächlicher Kammermusik glich, beinahe zu wörtlich. So nahm Jens Elvekjaer, der seine beiden zierlichen Mitspielerinnen auch rein optisch um mehr als einen Kopf überragte, auch klanglich die präsenteste Rolle ein. Mit seiner klaren, ruhigen Klangsprache unterschied sich der Pianist deutlich von den bis an den Rand der Substanzarmut zurückhaltenden Streichern. Während die Darbietung zu keinem Zeitpunkt leblos, sondern sogar stets besonders grazil war, blieb sie doch stets im leisen, filigranen Spektrum.

Zu den ersten Sätzen von Dimitri Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 in e-Moll, op. 67, passte diese gläserne, empfindliche Tonqualität dagegen hervorragend. Der damals vom Regime unterdrückte Komponist ist heute bekannt für die oft verborgene, tragische Ausdrucksstärke seiner Musik.

Dieses „Schreien mit geschlossenem Mund“ bot das „Trio con Brio“ auf eindrucksvolle Weise dar, die Mitglieder erzeugten eine prickelnde Gänsehautstimmung und blieben sich doch selber treu: Ihr Spiel war niemals hart oder brutal, wie man es oft bei Schostakowitsch-Interpretationen hört, sondern erneut von Eleganz und Anmut geprägt. Als der letzte Ton verklungen war, herrschte noch fast eine Minute lang spannungsgeladenes Schweigen, bevor der Beifall losbrandete.

Das letzte Werk im Programm war das Klaviertrio in B-Dur, op. 97, von Ludwig van Beethoven, das wegen seiner Widmung an den einstigen Erzherzog Rudolph von Österreich den Beinamen „Erzherzogtrio“ trägt. Bei diesem Stück schien sich das „Trio con Brio“ richtig freigespielt zu haben und machte nun endlich auch seinem Namen alle Ehre: Der erste Satz der Komposition ist zwar für Beethovens Verhältnisse eher melancholisch und verhalten geschrieben, das anschließende Scherzo aber leichtfüßig und keck. Die letzten beiden Sätze jedoch verlangten den Musikern viel eher leidenschaftliche Gefühlsexplosionen und furiose kammermusikalische Dialoge ab.

Mit wahrem Feuer gestalteten die Interpreten dieses differenzierte Wechselspiel der Farben und bewiesen dabei sowohl präzise ausgearbeitete, als auch stets perfekt aufeinander abgestimmte Qualität. Da das Trio sein Publikum insbesondere mit dem letzten Programmpunkt endgültig für sich eingenommen hatte, geizten die Zuhörer nicht mit Bravo-Rufen und Fußstampfen beim Applaus.  

Die Zugabe, der dritte Satz aus Antonin Dvoraks „Dumky“-Trio Nr. 4, erwies sich als passend wie angegossen. Das Stück zeichnet sich durch eine glitzernde, flimmerige Atmosphäre und Überraschungseffekte aus und lag den Musikern hervorragend.

Susanna Morper

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Europawahl im Landkreis Dachau: Ergebnisse der Gemeinden und Reaktionen
Die Dachauer Wähler haben entschieden: Die Grünen im Landkreis jubeln über das Ergebnis bei der Europawahl, und auch die CSU ist zufrieden. Ganz anders dagegen sieht es …
Europawahl im Landkreis Dachau: Ergebnisse der Gemeinden und Reaktionen
Ein klares „Ja“ für einen Supermarkt
Die Haimhauser Bürger wollen den Vollsortimenter am so genannten Kramer Kreuz: Das ergab der Bürgerentscheid am Sonntag.
Ein klares „Ja“ für einen Supermarkt
Ein Festmahl für die Ohren
Zum zehnten Mal hat das Erchana-Orchester Dachau in großer Besetzung unter der Leitung von Gudrun Huber ein Seniorenkonzert gespielt.
Ein Festmahl für die Ohren
Auftakt nach Maß
Mit einem farbenprächtigen Umzug und einem stimmungsvollen Eröffnungsabend hat am Freitag das Indersdorfer Volksfest begonnen.
Auftakt nach Maß

Kommentare