News-Ticker: Terror in Barcelona - Fahrer soll erst 17 gewesen sein

News-Ticker: Terror in Barcelona - Fahrer soll erst 17 gewesen sein
+

Der TSV 1865 Dachau wird nur zum Teil ausgesiedelt

Eine kleine Aussiedlung

  • schließen

Am Dienstagabend hat der Stadtrat beschlossen, einen Teil des TSV 1865 auszusiedeln. Aber nur einen Teil. Denn gestern erklärten Stadt und Verein gemeinsam: Eine große Aussiedlung wird es nicht geben. Erst einmal.

Dachau - Seit 20 Jahren gibt es die Idee: den TSV 1865 Dachau auszusiedeln, auf ein 140 000 Quadratmeter großes Gelände östlich der Theodor-Heuss-Straße. Nun wird ein Teil realisiert: Der Stadtrat hat beschlossen, dort einen Kunstrasenplatz zu errichten (wir berichteten) – obwohl die Stadt erst 31 000 Quadratmeter besitzt. Das ist nicht viel: Derzeit nutzt der TSV etwa 45 000 Quadratmeter im Sportpark Ost und 33 000 auf dem Stammgelände. Gestern Vormittag haben Stadt und Verein in einer Pressekonferenz die Hintergründe erklärt: Es sind schwierige Grundstücksverhandlungen.

Zu Beginn hatte der TSV allein Gespräche geführt und Vorverträge aufgesetzt. 2014 haben der jetzige Oberbürgermeister Florian Hartmann und seine Verwaltung diese zum ersten Mal zu sehen bekommen. Und festgestellt, dass das Ganze ein recht verzwickt verknüpftes Gebilde war: „Wenn man auch nur einen Punkt vergessen hätte, wäre das ganze Konstrukt wie ein Kartenhaus in sich zusammen gefallen“, meint der OB. Sein Fazit damals: „Man kommt so nicht weiter.“

Die neue Idee war dann, dass die Stadt selbst versucht, die Grundstücke zu kaufen. Allen Eigentümern wurden dieselben Bedingungen angeboten, derselbe Quadratmeterpreis und eine Zweckbindung Sport. Alle sollten gleich behandelt werden, ganz ohne Extrawürste. Ausgehend von den beiden Grundstücken, die die Stadt sowieso schon besaß, sollten Schritt für Schritt die jeweils angrenzenden Grundstücke gekauft werden. Zweimal funktionierte es. Dann nicht mehr. Denn die Eigentümer, mit denen zuletzt verhandelt wurde, wollen ihre Grundstücke nur unter speziellen Bedingungen verkaufen: Die einen wollen eine Verlegung der Hochspannungsleitung unter die Erde. Andere ein Zugriffsrecht auf das ehemalige SSV-Gelände. Dort könnte nach der Aussiedlung des TSV Wohnbebauung entstehen. Eine lukrative Sache – das ist auch der Stadt klar. Deshalb will sie diese Flächen behalten, um dann, nach der Aussiedlung, einen Teil der Kosten wieder reinzuholen. Deshalb sollen diese Flächen auf dem freien Markt verkauft werden, „für den maximalen Betrag“, so der OB. Je höher die Einkünfte, desto niedriger der Restbetrag, auf dem die Stadt sitzen bleibt – also die Steuerzahler.

Der OB will also nicht nachgeben. „Sonst werde ich unglaubwürdig“, meint er, „auch gegenüber denen, die schon verkauft haben“. Die Eigentümer wollen aber offenbar auch nicht nachgeben. Also herrscht Stillstand. Und damit einher geht die Einsicht: „Eine große Aussiedlung wird es nicht geben“, so der OB. „Wir wollen nicht mehr einem Konstrukt nachhängen, das einfach nicht funktioniert.“ Das heißt: Es gibt eine kleine Aussiedlung.

Der große Umgriff (blau umrandet) ist erst einmal Geschichte, die acht nummerierten Grundstücke fehlen der Stadt noch. Die rosa Flächen besitzt sie schon länger, die grünen hat sie 2016 dazu kaufen können.

Der TSV-Vorsitzende Wolfgang Moll ist damit einverstanden: Zwar sei diese Erkenntnis „ernüchternd“, so Moll, doch „wir sind erleichtert und auch dankbar. Denn es wurde nun ein Weg aufgezeigt, den man auch gehen kann.“ Dass er selbst vermutlich nicht ganz so strikt auf Gleichbehandlung beim Grundstückskauf pochen würde wie Stadt und Stadtrat, wurde in der Pressekonferenz auch klar. „Es gab von unserer Seite schon Versuche, sich an die Eigentümer anzunähern – aber der politische Wille hat gesagt: Nein“, so Moll. Doch gleichzeitig betont er: „Wir respektieren diese Entscheidung.“ Solch ein großes Projekt funktioniere nur, wenn man zusammenarbeite, in einem „Miteinander“. Auch bei einer kleinen Aussiedlung ergeben sich weitreichende Konsequenzen, so Moll: „Wir werden nicht umhin kommen, das Stammgelände zu ertüchtigen – mit einer Sanierung oder einem Neubau der Jahnhalle.“

Nun soll es vorangehen. Ein Nutzungskonzept soll erstellt werden, eine Planung aufgestellt, Verträge aufgesetzt. Ganz „laienhaft“ haben Stadt und Verein schon überlegt, was auf die 31 000 Quadratmeter passen könnte: Vielleicht ein Kunstrasenplatz und eine Halle?

Im neuen Flächennutzungsplan aber wird der einstige, große Flächenumgriff für den Sport trotzdem festgelegt. Als felsenfeste „Absichtserklärung“, so der OB: „Wir sind nach wie vor bereit.“ Das Kaufangebot steht.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sie helfen denMenschen in Ecuador
Dieser Tage geht’s auf nach Südamerika. Zwei junge Frauen aus dem Landkreis Dachau wollen ein Jahr lang in Ecuador die Bevölkerung unterstützen.
Sie helfen denMenschen in Ecuador
Mann radelt gegen Mast
Eine unliebsame Begegnung mit einem Laternenmast hat ein 19-jähriger am Donnerstagfrüh kurz nach Mitternacht nach einem Besuch auf dem Volksfest gemacht.
Mann radelt gegen Mast
Was das Kinderherz begehrt
Schüsse werden in die Luft gefeuert: Für die Kinder regnet es Fahrchips und Süßigkeiten. Schausteller Robbin Schacht hatte die Idee dafür vor über 30 Jahren – es ist …
Was das Kinderherz begehrt
Radlerin und Jogger beschossen
Mehrere Jugendliche haben mit einer Softairwaffe auf eine Radlerin und einen Jogger geschossen.
Radlerin und Jogger beschossen

Kommentare