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Freut sich über die jüngste Entwicklung in Sachen Stadionbau: TSV-Chef Wolfgang Moll.

Gute Nachricht für Dachauer Sportler

TSV Dachau 1865 bekommt Wunsch-Stadion

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Der TSV 1865 Dachau hat sich durchgesetzt: In den künftigen Sportpark an der Theodor-Heuss-Straße wird ein Fußballstadion gebaut werden können, das auch Regionalliga-Anforderungen entspricht. TSV-Vorsitzender Wolfgang Moll ist zufrieden, dementiert aber jegliche Aufstiegspläne seiner Bayernligafußballer.

Dachau – Als der FC Pipinsried im Sommer 2017 in die Fußball-Regionalliga aufstieg, standen die Verantwortlichen vor einem Problem: Ihr Dorfstadion genügte nicht den Anforderungen des Bayerischen Fußballverbands (BFV). Der Club, der im Schnitt 370 Anhänger auf seiner Tribüne zählte, sollte plötzlich – unter anderem – Spieler und Zuschauerbereiche baulich strikt trennen, einen in Fachkreisen auch als „Käfig“ bezeichneten Gästetrakt für 250 Personen bauen sowie abgegrenzte Bereiche für BRK und Feuerwehr schaffen. „Meine Leute nehmen mich zu Treffen gar nicht mehr mit, weil sie Angst haben, dass ich jemandem an die Gurgel gehe“, sagte der ehemalige FCP-Präsident Konrad Höß damals gegenüber der Heimatzeitung über die Termine mit dem BFV und Gemeinde. Letztere hatte als zuständige Baubehörde die vom BFV auferlegten Änderungen am Stadion nämlich hochoffiziell zu genehmigen.

Der TSV 1865 Dachau will sich diese Kalamitäten, in denen der Aufsteiger Pipinsried damals steckte, ersparen. Das neue TSV-Stadion, das im geplanten Sportpark an der Theodor-Heuss-Straße gebaut wird, soll daher als „modernes, Bayernliga-taugliches Stadion“ gebaut werden, das – im Falle sportlichen Erfolgs – „mit moderaten Maßnahmen und ohne zusätzliche Genehmigungen“ um- und aufgerüstet werden kann, wie TSV-Vorsitzender Wolfgang Moll betont.

Dass dieser theoretische Wunsch auch in einem praktischen Bebauungsplan seine Entsprechung findet, haben Moll und der TSV nach wochenlangen Verhandlungen mit der Stadt nun durchgesetzt. Wie berichtet, hatte Moll im Herbst einen wütenden offenen Brief ans Rathaus geschickt, in dem er sich darüber beklagte, dass die Stadt das Stadion zu klein plane. Sollte die Stadt nicht nachgeben, so drohte Moll damals, werde der TSV lieber gar nicht an die Theodor-Heuss-Straße ziehen und weiter an der Jahnstraße spielen.

Das Bauamt hatte sich gegen diesen Vorwurf gewehrt und auf die beengten Platzverhältnisse vor Ort hingewiesen. Außerdem, so betonte damals Oberbürgermeister Florian Hartmann, habe auch der BFV selbst keine Möglichkeit gesehen, auf dem Grundstück eine Regionalliga-taugliche Spielstätte zu schaffen.

Zahlreiche Krisentreffen später gab Hartmann nun am Dienstag im Bauausschuss des Stadtrats bekannt, dass man nun doch einen Weg gefunden habe, die Stadion-Vorstellungen des Vereins mit den bundesdeutschen Sicherheitsvorschriften in Einklang zu bringen. Bauamtsleiter Moritz Reinhold war ebenfalls erleichtert, dass man „im direkten Gespräch nun doch zu einer Lösung gekommen sei“. Demnach können die vorgeschriebenen Fluchtwege um das Stadion geschaffen werden, indem man den Planungsumgriff der Anlage um eine weitere, der Stadt gehörende Ackerfläche erweitert. Bei Großveranstaltungen – also Regionalligaspielen zum Beispiel – könnte man dieses Grundstück als Parkplatz nutzen.

„Ich freue mich, nicht zuletzt im Sinne der städtebaulichen Entwicklung östlich der Bahn beziehungsweise im Augustenfeld, dass die Verantwortlichen der Stadtverwaltung wie auch die beauftragten Planer nunmehr doch dazu bewegt werden konnten, den ursprünglichen Bebauungsplanentwurf so zu optimieren, dass die künftige Nutzung auf den zur Verfügung stehenden Flächen an der Theodor-Heuss-Straße mit den Vorstellungen des Vereins in Einklang gebracht werden konnten und wünsche mir für die weiteren Schritte des Großprojektes Sportstättenentwicklung des TSV Dachau 1865 ein gleiches konstruktives Miteinander“, kommentiert Moll auf Nachfrage nun die Einigung. Dass sein Verein mit dem vehementen Drängen auf ein größeres Stadion auch Ambitionen auf einen baldigen Aufstieg in die Regionalliga hege, streitet er aber ab. Man habe „lediglich die Voraussetzungen geschaffen für den Fall, dass uns der sportliche Erfolg ereilt“! Denn dass trotz des nun vergrößerten Baufensters die Grundfläche immer noch „nicht erfreulich weitläufig“ ist, sei auch klar.

Bevor aber die Kicker des TSV in drei Jahren – wie Moll es sich wünscht – an der Theodor-Heuss-Straße um Tore und Siege kämpfen, müssen erst die Stadträte der Einigung im Stadion-Streit zustimmen. Laut Reinhold sei man mit den Plänen jedoch auf einem „guten Weg“, und Moll hofft auf eine Entscheidung „im Sinne des Sports“.

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