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Am Dachauer Krankenhaus gibt es aktuell keine Abteilung für Kinderheilkunde. Das soll sich ändern, findet die ÜB.

Gesucht: Kinderärzte für Notdienste

ÜB will Kinderabteilung an Dachauer Klinikum

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In der Großen Kreisstadt wird es bald keinen kinderärztlichen Notdienst mehr geben. Die Dachauer ÜB fordert daher das Klinikum auf, kranke Kinder in seiner Notaufnahme zu behandeln.

Dachau – Die Verlegung des kinderärztlichen Notdienstes aus dem Landkreis Dachau in Münchner Kliniken (wir haben berichtet) hat die Stadträte der Überparteilichen Bürgergemeinschaft Dachau (ÜB) auf den Plan gerufen. Sie fordern Landrat Stefan Löwl in einem offenen Brief dazu auf, beim Helios Amper-Klinikum Dachau nachzufragen, ob sich nicht eine „bessere Lösung“ findet, so die ÜB.

Das brauche eine Große Kreisstadt mit bald 50 000 Einwohnern und einem Landkreis mit mehr als dreimal so vielen Einwohnern, heißt es in dem Schreiben weiter. Und: „Wir treten dafür ein, dass die Klinikleitung ernsthaft prüft, inwieweit in der Notaufnahme künftig auch Kinder fachgerecht behandelt werden können. Schließlich gibt es auch eine Geburtenstation in der Klinik“, wird ÜB-Oberbürgermeisterkandidat Peter Gampenrieder zitiert. Explizit wünscht sich die ÜB eine Abteilung für Kinderheilkunde mit entsprechenden Fachärzten.

Löwl weist darauf hin, dass es sich um einen ambulanten kinderärztlichen Notdienst gehandelt habe, den zuletzt fünf Dachauer Kinderärzte unter der Ägide der Kassenärztliche Vereinigung Bayern angeboten hatten. Das Amper-Klinikum sei in diesem Bereich nicht zuständig.

Davon zu unterscheiden sind Notfälle, die eine stationäre Aufnahme nötig machten. Hierbei ist zu beachten, dass das Dachauer Krankenhaus aktuell keine Abteilungen für Kinderheilkunde (Pädiatrie) und Kinderchirurgie hat. „Sofern Eltern mit erkrankten Kindern in die Notfallambulanz des Helios Amper-Klinikums Dachau kommen, ist wichtig festzustellen, dass alle kindlichen, internistischen Erkrankungen zwingend einer Versorgung durch einen Facharzt Pädiatrie bedürfen“, stellt Amper-Klinik-Geschäftsführer Gerd Koslowski klar. Eine gegebenenfalls erforderliche lebensrettende Notfallbehandlung, so Koslowski weiter, würde in der Notfallambulanz durchgeführt werden, ansonsten würden Eltern mit den Kindern in eine der Münchener Kinderkliniken beziehungsweise Notfallpraxen verlegt beziehungsweise verwiesen. Koslowski: „Alle unfallchirurgischen Kinder werden in der Nothilfe erstversorgt. Je nach Expertise des Behandelnden ist damit die Behandlung entweder abgeschlossen oder es erfolgt eine Verlegung in eine Kinderklinik.“

Zur Forderung der ÜB nach einer Abteilung für Kinderheilkunde sagt Koslowski: „Überlegungen zur Etablierung einer stationären Pädiatrie in Dachau sind in der Vergangenheit beim zuständigen bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit Verweis auf die umfangreichen und kompetenten pädiatrischen Ressourcen im nahe gelegenen München auf Ablehnung gestoßen.“

Nichtsdestotrotz möchte Löwl in der Angelegenheit helfen – über die Gesundheitsregion plus, einer Genossenschaft zur Stärkung der gesundheitlichen Versorgung im Landkreis Dachau. „Wir werden die Möglichkeiten evaluieren“, sagt Löwl und denkt etwa daran, Kontakte zu Kinderärzten zu knüpfen, die für einen kinderärztlichen Notdienst infrage kommen.

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