Zwei Männer an Billardtisch
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Billard, Dart, Sportübertragungen: Inhaber Gil Rieger (rechts) und sein Kumpel und Geschäftspartner René Stöckner machen alles das ab heute in der Skyline Billard Sportbar möglich.

Interview mit Gil Rieger, dem Pächter der neuen Skyline Billard Sportbar

Über den Dächern von Dachau tut sich was

In Dachau kann man wieder Billard spielen - Freizeitspieler und Bundesliga-Cracks. Der Pächter setzt auf ein gesundes Miteinander.

Dachau – Endlich wieder Billardspielen in Dachau: Pünktlich zur neuen Saison hat Dachaus erfolgreicher Sportverein, der BSV Dachau, offiziell wieder ein Zuhause – in neuen Räumlichkeiten und mit neuem Pächter. In der Skyline Billard Sportbar, wie Pächter Gil Rieger die neue Sportanlage genannt hat, bieten er und sein Freund und Geschäftspartner René Stöckner ab dem heutigen 1. September Billard, Dart, Gastronomie und Live-Sportübertragungen.

Die Bar in den Räumen eines ehemaligen Fitnessstudios macht dabei ihrem Namen alle Ehre. Über dem Autohaus Rapp im dritten Stock in der Münchner Straße 87a haben Besucher einen wunderbaren Blick über Dachau. Im Interview verrät der 30-jährige Münchner Gil Rieger, was Billard- und Sportfreunde über den Dächern Dachaus von seiner Bar erwarten dürfen.

Außer der schönen Aussicht, was hat die neue Skyline Billard Sportbar noch zu bieten?

Es warten zwölf Billardtische darauf, bespielt zu werden. Außerdem kommen noch vier Dartplätze dazu. Natürlich gibt es allerlei Getränke und typisches Sportbar-Essen wie Pizza. Sicher wird es später auch den ein oder anderen Cocktail geben. Dafür müssen uns die Dachauer jetzt nur ein bisschen Zeit geben, bis wir uns hier eingespielt haben.

Wie kam es, dass Sie Pächter wurden?

Ich betreibe in Martinsried seit etwa fünf Jahren die Happy Billard Sportbar, zu der ebenfalls ein Billardverein gehört. Die Vorsitzende der beiden Vereine haben Kontakt zueinander. Gleichzeitig ist natürlich der Name Andi Huber (Anm. d. Red. Vorsitzender des BSV Dachau) in Billardkreisen bekannt. Heißt, ich kenne den Andi jetzt fast fünf Jahre. Ende Februar hatten wir beide das erste Gespräch, ob ich mir etwas in Dachau vorstellen könnte. Spätestens nach der dritten Unterhaltung war klar, dass die Chemie zwischen uns Dreien, also auch mit René Stöckner, stimmt und wir das durchziehen.

Doch dann kam Corona. Wie schwer ist eine Eröffnung in diesen Zeiten?

Ich musste meine Billardbar in München erst einmal für drei Monate schließen. Wir haben uns gefragt, ob wir uns das Ding in Dachau von Corona kaputtmachen lassen. Antwort: Wir blieben dran. Die Eröffnung war eigentlich für Juni geplant. Aber die Genehmigungen und Anträge sowie der ganze Umbau haben wegen Corona eben etwas länger gedauert. Auch von einer großen Eröffnungsparty am 1. September müssen wir leider absehen.

Aus einem ehemaligen Fitnessstudio macht man nicht von heute auf morgen eine Sportbar, oder?

Es ging schon so los, dass eine Änderung zur Gewerbenutzung beantragt werden musste. Darauf folgten die neuen Brandschutzbestimmungen, worauf wir eine Feuerschutztür einbauen mussten. Wir haben Wände gezogen, manche abgetragen, den Boden neu verlegt, gestrichen, die Bar eingebaut, die Billardtische neu bezogen und vieles mehr. Der Kern des Vereins hat hauptsächlich dazu beigetragen, dass alles so reibungslos lief. Die Mitglieder haben während dem Lockdown unzählige Arbeitsstunden investiert. Einige haben auch mit ihrem Wissen und ihren Ideen zur Gestaltung beigetragen.

Es ist ja nicht nur eine Billard-Sportbar, sondern auch das Zuhause eines Billardvereins, eines sehr erfolgreichen noch dazu. Wie vereint man das?

Mit Kompromissen. Verein und Hobbyspieler müssen sich gegenseitig Raum lassen. Auch wenn gerade Training ist, muss der Verein für Gäste vielleicht enger zusammenrutschen, andererseits müssen Gäste akzeptieren, wenn Tische für den Verein reserviert sind. Es geht nur mit einem Miteinander, so profitieren alle voneinander. Außerdem lässt sich der Bundesliga- und Trainingsbereich vom Rest abtrennen – und sonntags beispielsweise spielen Vereinsmitglieder kostenlos.

Von Vereinsseite, was darf man hier erwarten?

Der Verein bietet Trainingsangebote, auch für Jugendliche. Außerdem haben wir vor, wieder eine Dartmannschaft zu etablieren. Der BSV Dachau hatte vor 20 Jahren bereits eine Mannschaft, und wir wissen, dass es noch immer einige interessierte Spieler gibt. Mit René gibt es einen erfahrenen Spieler. Er gründete 2014 in Martinsried eine eigene Dartmannschaft und ist mit ihr gut aufgestiegen.

Auch Dart-Freunde kommen auf ihre Kosten

Dart erlebt einen regelrechten Hype. Warum dann nicht Skyline Billard Dart Sportbar?

Wir wollten in der Tat anfangs das Dart mit im Namen haben. Trotz des Hypes hat der Dartsport leider noch immer einen schlechten Ruf. Viele assoziieren mit Dart ein Saufgelage. Uns wurde deshalb davon abgeraten. Uns ist es außerdem wichtig zu betonen, dass wir keine Sportsbar, sondern eine Sportbar sind. Bei uns sind Kinder und Jugendliche willkommen. Wir haben keine Glücksspielautomaten, keine Shishas und nehmen auch keine Sportwetten an.

Wie sieht es mit Fußballübertragungen aus?

Natürlich werden Fußballspiele live übertragen, und für bestimmte Spiele wird sogar ein bisschen umgebaut.

Zurück zum Billard, wie darf man sich während Corona das Spielen vorstellen?

Desinfektionsmittel stehen bereit, der Abstand muss gewahrt werden und zum Platz beziehungsweise bis zum Tisch muss Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Außerdem lassen wir zu Stoßzeiten höchstens drei Spieler an einen Billardtisch, damit die Abstände zum Nachbartisch gewahrt werden können und auch unsere Mitarbeiter sicher sind.

Wie viel kostet eine Stunde Billardspielen?

Die Stunde kostet 11,40 Euro, jede weitere angefangene Minute 19 Cent. Das war mir wichtig, weil es mich selbst immer ärgert, mehr zu zahlen, als ich tatsächlich spiele. Auch unsere Getränke- und Essenspreise sind human, immerhin hat der BSV Dachau eine große Jugendabteilung und der Nachwuchs muss sich seine Verpflegung schließlich leisten können.

Die Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 16 bis 24 Uhr, Freitag von 16 bis 1 Uhr, Samstag von 15 bis 1 Uhr und Sonntag von 15 bis 24 Uhr.

Miriam Kohr

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