Die Aufbauten auf der Thomawiese für die Spiel- und Schießbuden laufen bereits. Unser Bild zeigt zwei Mitarbeiter des Unternehmens Bussjäger, das mit seinem Ringewerfen-Stand seit vielen Jahren auf dem Volksfest vertreten ist.
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Die Aufbauten auf der Thomawiese für die Spiel- und Schießbuden laufen bereits. Unser Bild zeigt zwei Mitarbeiter des Unternehmens Bussjäger, das mit seinem Ringewerfen-Stand seit vielen Jahren auf dem Volksfest vertreten ist.

Getrennte Zugänge, unterschiedliche Vorschriften, Inzidenz-Grenzwerte, Ampel-System, Luca-App und Reservierungen

Konzept für Dachauer „Sommer auf der Thomawiese“ vorgestellt: Überhaupt absolut gar kein Volksfest

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Am 31. Juli startet in Dachau der „Sommer auf der Thomawiese“. Wer eine gewisse Toleranz gegenüber komplizierten Corona-Vorschriften mitbringt, wird bei diesem Angebot sicher ein paar schöne, sommerliche Stunden verbringen können.

Dachau – Pressetermine im Vorfeld des Dachauer Volksfests sind im Regelfall zünftig, voller Vorfreude und guter Laune. Gestern, bei der Vorstellung des Konzepts für den „Sommer auf der Thomawiese“, der in diesem Jahr zumindest einen kleinen Ersatz für das zum zweiten Mal hintereinander ausgefallene Volksfest bieten soll, ging es dagegen ernster zu.

Und die wichtigste Botschaft lautete: Der „Sommer auf der Thomawiese“ wird kein Volksfest – überhaupt absolut gar nicht! Vielmehr sollten die Zuschauer, so Oberbürgermeister Florian Hartmann, am ersten Tag am besten gar nicht hingehen (und wenn, dann nur wenn sie im Biergarten reserviert haben) und an allen Tagen unbedingt „relaxed, mit einer gewissen Gelassenheit rangehen“. Niemand sollte bitte „die Geduld verlieren“, und alle sollten möglichst Verständnis haben. Schließlich, so der OB, „müssen wir halt immer noch mit dem Thema Corona umgehen“.

Dieser Umgang sieht nun im Fall des „Sommer auf der Thomawiese“ so aus, dass die gesamte Veranstaltung in zwei streng voneinander abgetrennte Bereiche aufgeteilt ist: den Biergarten-Bereich, in dem 1500 Menschen Platz finden können, und den Freizeitpark-Bereich, in dem 800 Menschen erlaubt sind. In den Bereichen gelten unterschiedliche Regeln (siehe unten), weshalb es auch laut OB Hartmann „nicht möglich“ sein wird, „im Biergarten schnell mal vom Tisch aufzustehen und rüber zum Kettenkarussell zu gehen“.

Unabhängig voneinander aber bieten die beiden Bereiche allerhand Vergnügliches. So können die Besucher im Freizeitpark sich an sechs Imbissständen und sechs Süßwarengeschäften stärken beziehungsweise sich an sechs Spiel- und Schießbuden sowie sechs Kinder- und Familienfahrgeschäften amüsieren.

Der Biergartenbereich, bewirtet von Ewald Zechner, lädt zum Sitzen, Ratschen, Essen und Trinken ein. Es gibt, wie bereits berichtet, Augustinerbier vom Fass, wobei die Mass 8,40 Euro kosten wird. Auf der Speisekarte stehen zahlreiche typische Volksfest-Schmankerl wie das halbe Hendl, Spanferkel oder Schweinsbratwürstel; auch an Vegetarier sowie Fans von Süßspeisen wurde gedacht.

Jeden Abend werden die Gäste zudem mit Wirtshausmusik unterhalten, am Wochenende spielt die Musi auch schon mittags. Doch, darum bittet Zechner die Gäste inständig: „Getanzt werden darf nicht!“

Auch Volksfest-Organisator Tobias Schneider betont: „Wir machen bewusst nur ein Sommerfest!“ Dachauer aller Altersklassen sollen auf der Thomawiese ein paar nette Stunden verbringen können, aber es „wird heuer nichts geben, was man mit einem Volksfest sonst so verbindet“.

Daher wird es am 31. Juli auch keinen Anstich im klassischen Sinn geben, so Zechner. Er plane derzeit zwar eine kleine Eröffnungszeremonie, aber die werde „ohne Politiker“ stattfinden. „Wahrscheinlich“, so der Festwirt, „wird ein normaler Mensch aus dem Volk“ die Eröffnung vornehmen dürfen.

Für den Fall, dass der Wettergott nicht an allen 17 Tagen ein Dachauer ist, hat Ewald Zechner auch schon vorgesorgt. Neben Sonnenschirmen, die zumindest leichten Regen abfangen können, wird er auch zehn Lauben aufbauen, unter denen bei stärkerem Regen jeweils 40 Leute Platz finden werden. In Summe werden also 400 Menschen im Trockenen sitzen können – Vorfahrt in den Lauben haben Zechner zufolge jedoch Gäste mit vorheriger Reservierung.

Die Regeln für den „Sommer auf der Thomawiese“

Der „Sommer auf der Thomawiese“ ist von 31. Juli bis 16. August täglich von 11.30 bis 22 Uhr geöffnet.

Der Biergarten und der Freizeitparkbereich sind räumlich und organisatorisch vollständig voneinander getrennt. Zum Biergarten erfolgt der Zugang von der Amperbrücke an der Alten Schießstatt, zum Freizeitpark kommt man über die Vhs (ehemalige Ludwig-Thoma-Schule).

Im Biergarten gilt auf allen Wegen und den Toiletten FFP2-Maskenpflicht. Am Tisch muss man sich registrieren – entweder schriftlich oder per Luca- beziehungsweise Darfichrein-App. Solange die Corona-Inzidenz unter 50 liegt, gibt es keine 3G-Regelung. Das heißt: Es muss kein Nachweis erbracht werden, dass der Besucher geimpft, getestet oder genesen ist. Steigt die Inzidenz auf über 50, gilt im Biergarten die 3G-Regelung.

Im Freizeitpark gilt dagegen keine FFP2-Maskenpflicht, lediglich am Einlass, in Warteschlagen oder auf der Toilette muss die FFP2-Maske getragen werden. Steigt die Inzidenz auf über 50, muss allerdings im gesamten Bereich eine Maske getragen werden. Inzidenzunabhängig ist die 3G-Regel, die für den Freizeitpark zu beachten ist. Sprich: Wer Fahrgeschäfte fahren, losen oder gebrannte Mandeln kaufen will, muss entweder getestet, geimpft oder genesen sein. Entsprechende Teststationen wird es auf dem ganzen Gelände geben.

Die zulässigen Höchstbesucherzahlen werden laut Stadt exakt kontrolliert, „wir werden die Besucher zählen“, so Organisator Tobias Schneider. Damit die Besucher also am Ende nicht umsonst zur Thomawiese fahren, wird die Stadt einen Ampel-Service auf ihrer Internetseite anbieten. Die Ampel wird also anzeigen, ob die Veranstaltung voll ist (rot), es langsam eng wird (gelb) oder noch freie Plätze vorhanden sind (grün).

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Reservierungen im Biergarten jederzeit unter E-Mail an reservierung@thomawiese.de, persönlich von 21. bis 23. Juli von 17 bis 21 Uhr im Gasthaus Liegsalz oder am 28. und 29. Juli von 14 bis 18 Uhr auf der Thomawiese vorgenommen werden.

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