das Impfzentrum in Karlsfeld
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Unterstützung rund um das Impfzentrum in Karlsfeld leisteten FFW und THW.

Maximilian Reimoser und Sven Langer ziehen Bilanz nach dem Ende des zweiten Katastrophenfall

Bilanz für den Landkreis Dachau: 1800 Helfer von FFW und THW im Corona-Einsatz

9500 Stunden waren rund 1800 ehrenamtliche Helfer der Feuerwehren im Landkreis Dachau und des THW Dachau im Corona-Einsatz. Über 500 Tagen nach dem ersten Ausbruch von Corona in Deutschland und nach dem Ende des zweiten Katastrophenfalls in Bayern ziehen Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser und THW-Vorsitzender Sven Langer nun eine Bilanz.

Landkreis – Kurz nach Ausbruch der Pandemie im chinesischen Wuhan und den ersten Fällen bei einem Automobilzulieferer im bayerischen Stockdorf bei München konnte keiner das Ausmaß der Corona-Pandemie einschätzen. Welche Einsätze die Ehrenamtlichen der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks Dachau im Landkreis zu absolvieren hatten und welche Herausforderungen im Hinblick auf den notwendigen Übungsdienst und die Einsatzbereitschaft auf die Rettungs- und Hilfsorganisationen zukamen, darüber berichten Maximilian Reimoser und Sven Langer.

Die ersten Festivitäten im Landkreis Dachau wurden im März 2020 abgesagt, unter anderem auch das traditionelle THW-Starkbierfest. „Wir wurden damals etwas belächelt und gefragt: Wie könnt ihr nur?“, berichtet Sven Langer, THW-Vorstand und Sprecher. Dass die Entscheidung richtig war, zeigte sich nur wenige Tage nach der Absage, als die ersten Corona-Fälle im Landkreis bekannt wurden. „Insbesondere haben wir als Einsatz- und Rettungsorganisation auch die Pflicht, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten, somit war das oberste Ziel, hier Vorkehrungen zu treffen, zum Wohle unserer Ehrenamtlichen, als auch natürlich im Hinblick auf die Einsatzbereitschaft“ so Langer.

Die ersten Ausbildungen bei Feuerwehr und THW wurden heruntergefahren, Kontakte vermieden und Besprechungen als auch Ausbildungen auf „online“ umgestellt.

„Es galt für uns während der gesamten Pandemie, einen passenden Mittelweg zu finden“, so der Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Maximilian Reimoser. „Auf der einen Seite mussten wir die Bereitschaft unserer Feuerwehren durch den Einsatz- und Übungsdienst erhalten, andererseits war es aber auch oberste Priorität, durch ständig angepasste Hygienemaßnahmen den Ausfall von Teilen der Mannschaft zu verhindern.“ Schon ein einziger Covid-19-Fall im Feuerwehrdienst hätte ohne entsprechende Vorkehrungen zur Gefährdung der Einsatzbereitschaft einzelner Feuerwehren geführt.

Nun, nach über 500 Tagen seit dem ersten Ausbruch der Pandemie in Deutschland und nach dem Ende des zweiten Katastrophenfalls in Bayern, ziehen Feuerwehr und THW des Landkreises Dachau eine (Zwischen-)Bilanz. „Denn eines ist den ehrenamtlichen Kräften klar: Es ist noch nicht vorbei mit Corona“, so Reimoser und Langer in ihrer Pressemitteilung.

Die Katastrophenfälle

Der zweite Katastrophenfall zur Bewältigung der Corona-Pandemie dauerte vom 9. Dezember 2020 bis zum 6. Juni 2021, mit 180 Tagen etwas länger als ein halbes Jahr. Der erste Katastrophen-Fall in der Pandemie dauerte vom 16. März bis 16. Juni 2020, insgesamt 92 Tage.

Die Einsätze der FFW

3965 Einsatzstunden wurden von Beginn der Pandemie an geleistet, 937 Einsatzkräfte aus 35 Feuerwehren und der Kreisbrandinspektion Dachau waren eingesetzt. (Die angegebenen Einsatzkräfte ergeben sich, wie üblich, aus der Addition der Einsatzkräfte je Einsatztag). Folgende Tätigkeiten wurden ausgeführt: Insgesamt haben sich aus dem Bereich der Feuerwehr von März 2020 bis heute folgende Zahlen ergeben:

■  Nachrüsten von Heizgeräten der PCR-Teststrecke in Indersdorf

■  Warndurchsagen an stark frequentierten Rodelbergen

■  FFP2-Maskenverteilung für Pflegeeinrichtungen und Pflegende

■  Mehrfache Auslieferung von Schnelltests für Schulen und Kindertagesstätten

■  Zeltbau für den „Impfturbo“ an der Realschule Dachau

■  Unterstützung des Landratsamts bei der telefonischen Impftermin-Vereinbarung für die Bevölkerung

■  Unterstützung des Betreibers der Impfstation Karlsfeld bei den Impfaktionen

Die Einsätze des THW

Das THW Dachau ist seit Ausbruch der Pandemie „im Dauereinsatz“, so Langer. Auch außerhalb des bayerischen Katastrophenfalls waren die Ehrenamtlichen mit Transportfahrten, Kommissionierung von Schutzausrüstung für die Landkreise in Bayern beschäftigt. 851 Einsatzkräfte des THW Dachau ( (die angegebenen Einsatzkräfte ergeben sich, wie üblich, aus der Addition der Einsatzkräfte je Einsatztag) leisteten in 5563 Stunden folgende Tätigkeiten:

■  Warndurchsagen an Rodelbergen

■  Transportfahrten von Schutzausrüstung sowie Schnelltests aus den Logistikzentren in Penzing und München für die Landkreise Dachau und FFB

■  Unterstützung beim Aufbau des Impfzentrums Karlsfeld

■  Unterstützung des Betreibers der Impfstation Karlsfeld bei den Impfaktionen

■  Transport von Impfstoff in den Landkreis Dachau

■  Unterstützung des Gesundheitsamts bei der Kontaktnachverfolgung durch THW-Personal

58 Transporte,186 Einsätze in Verbindung mit Corona-Pandemie (u.a. Auf-/Abbau Impfzentren, Transporte etc.),

■  7302 gefahrene Kilometer

Würde man diese ehrenamtliche Tätigkeit vergüten müssen – mit einem Mindestlohn von 9,60 Euro ab 1. Juli 2021 – würde allein im Landkreis Dachau eine Entlohnung von rund 92 000 Euro brutto fällig werden. Nur aufgrund des starken ehrenamtlichen Engagements von Feuerwehr und THW im Landkreis Dachau könne dies für „lau“ erfolgen, so Langer und Reimoser.

Natürlich ging auch während der Pandemie und des Lockdown. Das „normale“ Einsatzgeschehen weiter; zwar mussten die Kräfte weniger ausrücken, trotz alle dem, war und ist auch während der Pandemie die Einsatzbereitschaft von Feuerwehr und THW nie gefährdet gewesen. „Deshalb gilt es insbesondere den ehrenamtlichen Einsatzkräften von Feuerwehr und THW unseren Dank auszusprechen, dass sie für unseren Landkreis Dachau im Einsatz sind und waren“ so die Pressesprecher von Feuerwehr und THW Maximilian Reimoser und Sven Langer. dn

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