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Um weitere Badeunfälle zu vermeiden

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Gibt Tipps: Oliver Welter von der Wasserwacht.
Oliver Welter von der Wasserwacht gibt Tipps. © Privat

Nach den vier Badeunfällen im Juni am Karlsfelder See ist es Oliver Welter ein Anliegen, einige Ratschläge loszuwerden.

Karlsfeld – Da schaut die zaudernde Lady neidisch: Wie schwungvoll sich doch der junge Mann mit einem eleganten Kopfsprung in die kalten Fluten des Karlsfelder Sees begibt. „Ich brauche Minuten, bis ich das geschafft habe“, sagt sie. Erst das Gesicht benetzen, dann die Arme und den Nacken und dann nach und nach, Schrittchen für Schrittchen, ins Wasser schreiten.

An Wassertemperatur gewöhnen

Unsere Lady sollte nicht so neidisch blicken. „Sie macht alles richtig“, meint Oliver Welter, Kreisvorsitzender der Wasserwacht des BRK: „Wer erhitzt ins Wasser springt, riskiert einen medizinischen Notfall.“ Den Kreislauf langsam an die kühle Temperatur gewöhnen, ihn und das Herz damit weniger belasten, das ist seine Empfehlung. Und sie klingt fast wie eine Bitte, nach den drei Badeunfällen Mitte Juni an einem einzigen Sonntag, einer mit tödlichem Ausgang. „Lassen Sie sich Zeit, der Körper braucht das.“ Von der Wasserwacht beobachten sie oft: „Da lässt man sich eine Stunde auf der Insel braten und springt dann ohne Abkühlung direkt ins Wasser.“

Nicht alleine weit hinausschwimmen

Entfernt man sich länger vom Ufer, kann es schon mal vorkommen, so wissen die Wasserretter, dass gesundheitliche Probleme plötzlich und ungewohnt auftauchen. Ein Krampf im Bein, es wird einem schwindlig, man hat das Gefühl, die Kraft wird weniger – das alles kann auch geübten Schwimmern und Schwimmerinnen passieren. Deshalb empfiehlt Oliver Welter: „Schwimmen Sie nicht allein weit hinaus, sondern möglichst mit Partner oder in der Gruppe.“

Auch beim Stand-Up-Paddling lauern Gefahren
Auch beim Stand-Up-Paddling lauern Gefahren © Habschied

Nun finden das vermutlich nicht alle prickelnd, vor allem diejenigen, die die Ruhe am und im See in der Früh bevorzugen. „Da gibt es ein gutes Hilfsmittel“, ermuntert Welter, „die Rettungsboje“. Dieser aufblasbare Schutz ist weithin sichtbar, und man kann sich im Notfall daran festhalten.

Wenn das Wetter sich ändert

Die eigene Sicherheit kann auch zum Problem werden, wenn die Wetterlage nicht stillen, sanften Sonnenschein beschert, sondern es windiger zugeht auf dem Wasser. „Gerade in der Mitte vom See kann es dann zu ungewohntem Wellengang kommen.“ Da ist es anstrengend, dagegen anzuschwimmen. Und das kennt man: Unfreiwillig schluckt man Wasser, will drauflos husten und kommt aus seinem Schwimmrhythmus. Auch da ist es gut, jemanden in der Nähe zu haben.

Eltern: in der Nähe der Kinder bleiben

Mehr als erwünscht ist es aus Sicht der Wasserwacht, dass Eltern immer in der Nähe ihrer Kinder sind. Leider müssen sie beobachten, wie sich die Kleinen auf ihren geliebten Plastikschwänen oder sonstigen aufblasbaren Gerätschaften weit in den See wagen – allein. Manchmal allein mit ihren Schwimmflügeln. Auch die SUPs, die Stand-Up-Paddlings, sind begehrte Fortbewegungsmittel. Aber sie können gefährlich werden, wenn man noch ungeübt ist, die Balance verliert und nicht mehr mit eigener Kraft auf das Brett kommt.

Im Notfall die Stelle genau angeben

Wer einen Unfall beobachtet, ruft die Nummer 112 an. „Wenn der Wachdienst besetzt ist, sind wir in ein bis zwei Minuten da.“ Sonst ist ein Rettungsdienst in etwa 10 Minuten an Ort und Stelle. Und diese Stelle genau anzugeben, ist lebensrettend. An zehn verschiedenen Stellen rund um den See sind blaue Tafeln angebracht, die „Rettungspunkte“. Angaben wie: „Ich bin in der Nähe vom Spielplatz“ sind zu ungenau. Der Standort und die Nummer der nächsten Rettungstafel sind die wichtigste Orientierung für die gerufenen Einsatzkräfte. „Und wer einen Unfall meldet, soll bitte warten, bis wir eingetroffen sind. Nur dann kann er uns genau sagen, wo er den Ertrinkenden zuletzt gesehen hat und wir gezielt suchen müssen.“   

Für dieses Wochenende ist wieder Badewetter angesagt. Die Aktiven von der Wasserwacht hoffen auf entspannte, sorgenfreie Seetage. Und dass sie höchstens mal in Anspruch genommen werden, wenn jemand einen Bienenstich eingefangen oder sich geschnitten hat. Denn auch dafür sind sie da, ehrenamtlich, versteht sich.

ep

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