Bahnhof Dachau

Massive Umbaumaßnahmen

Dachau - Dachau bekommt eine neue Buslinie. Folge: Massive Umbaumaßnahmen rund um den Bahnhof. Während Menschen mit Behinderung künftig direkt vor den Arztpraxen parken können, hat sich die Situation für Kurzzeitparker verschlechtert.

„Für mich ist es jetzt leichter.“ Eine Frau mit Behinderung, die gerade ihr Auto parkt, ist erleichtert. Sie kann direkt vor der Frühlingsapotheke am Dachauer bahnhof auf einem der neuen Behindertenparkplätze parken, um ein Rezept einzulösen. Ihre Erleichterung ist Folge der massiven Umstrukturierungen an der Westseite des Dachauer Bahnhofs.

Wie an der ohnehin schon aus allen Nähten platzenden Bahnhofswestseite Platz für die neue Buslinie Richtung Himmelreich schaffen? Vor dieser Aufgabe stand die Stadt Dachau. Gelungen ist das nun mit zahlreichen Veränderungen: Der Bereich der bisherigen Taxistellplätze wird für zwei neue Bushaltestellen genutzt. Die Taxis sind dafür zum Teil auf die bisherige provisorische Haltestelle der Buslinie 291 entlang der Grünfläche gerückt. Die restlichen Taxis stehen ab sofort auf dem Parkplatz vor den überdachten Fahrradständern. Herkömmliche Parker sind hier nicht mehr erlaubt. Einer der dort wegfallenden Behindertenparkplätze befindet sich jetzt in Gleisnähe neben der DHL-Packstation – die anderen drei gegenüber des Busbahnhofs in der Parkbucht vor dem Ärztehaus. Zahlenmäßig bleibt bei Behindertenpark- und Taxistellplätzen alles gleich – nur einige Kurzzeitparkplätze sind weggefallen.

Für die Kurzzeitparker ist in absehbarer Zeit auch keine Entlastung in Sicht, wie Stefan Januschkowetz, Leiter des Ordnungsamts, zugibt: „Es gibt derzeit keine öffentlichen Flächen, um das zu kompensieren.“ Die Stadt hoffe aber, dass sich durch die Fertigstellung des Fahrradparkhauses und die Einführung der neuen Buslinie einiges abfedern lasse. Auf der Ostseite des Bahnhofs ist zudem für 2017 eine Bewirtschaftung geplant, mit der möglicherweise Parkplätze entsteht.

Die Filialleiterin der Bäckerei Kistenpfennig, Vjollca Mehmeti, findet das neue Konzept gut. „Für unsere Kunden ist es jetzt leichter“, sagt sie. Vor dem Kistenpfennig ist ab sofort wieder Parken für jedermann erlaubt – die zwei Behindertenparkplätze wanderten mit den anderen einige Meter weiter vor das Ärztehaus. Dieser Ort bietet sich wegen des Ärztehauses an. Ein Bus des Franziskuswerks Schönbrunn rollt auf einen der Parkplätze, und die Mitarbeiterin kann ihren Patienten im Rollstuhl in das Ärztehaus schieben, ohne ihn über den Gehweg wuchten zu müssen.

Am Nutzen der Parkplätze zweifelt keiner der anderen Geschäftstreibenden. „Für die Menschen mit Behinderung ist es richtig und wichtig“, sagt Stephanie Dörrer vom Blumenladen „Blütenrausch“. „Zwar ist es für viele Kunden jetzt einfacher, andere beklagen sich aber über die schwierigere Parkplatzsuche“, fasst Hildegard Fischer, Angestellte der Frühlingsapotheke, zusammen. Schwierige Parkplatzsuche für die Kunden – weniger Umsatz für den Blumenladen, befürchtet Stephanie Dörrer. Sie bemängelt die schlechte Kommunikation der Stadt. Die neuen Behindertenparkplätze befinden sich unmittelbar vor ihrer Ladentür. Für Lina Rizz vom ansässigen Friseur ist die Sache klar: „So wie es jetzt ist, ist es gut“, sagt sie. Wichtiger fände sie aber eine gute Möglichkeit, die Straße sicher zu überqueren.

Aljoscha Huber

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