Kein neues Haus neben KZ-Gedenkstätte

Wohnhaus abermals abgelehnt

Die 11. Kammer des Bayerischen Verwaltungsgerichts hat entschieden: Es wird kein neues Wohnhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wachturm der KZ-Gedenkstätte geben.

Dachau – „Es wird keine Baugenehmigung geben“, bestätigte am Freitag die Dachauer Stadtjuristin Katarina Ludwig. Eine Dachauerin hatte beantragt, an der Karl-Riemer-Straße ein Einfamilienhaus bauen zu wollen. Unmittelbar nördlich davon steht ein Wachturm der Gedenkstätte.

Die Stadt Dachau lehnte den Antrag ab. Zwei Begründungen brachte sie an. Zum einen füge sich das Bauvorhaben nicht in die Umgebung ein, und zum anderen – wichtiger noch – sei es aus denkmalschutzrechtlichen Gründen abzulehnen. Die Bauwerberin wollte diesen Bescheid jedoch nicht akzeptieren und klagte.

Am Donnerstagvormittag schaute sich die 11. Kammer des Bayerischen Verwaltungsgerichts unter Vorsitz von Richter Johann Oswald die Sache vor Ort an. Wie üblich gab Oswald nach dem Ortstermin eine erste Einschätzung ab. Der Richter signalisierte, dass die Klage der Bauwerberin wohl keinen Erfolg haben werde. Gestern bestätigte die Pressestelle des Verwaltungsgerichts dieses Urteil.

In einem Punkt allerdings gab das Verwaltungsgericht der Klägerin Recht und nicht der Stadt Dachau: Das Einfamilienhaus würde sich nach Ansicht der Richter durchaus in die Umgebung einfügen.

Diese bauplanrechtliche Beurteilung ist jedoch ohne Bedeutung. Denn das Gericht folgte der Auffassung der Stadt Dachau, was die denkmalschutzrechtliche Betrachtung betrifft. Demnach wirke sich das Haus in dem Eckgrundstück negativ auf die benachbarte Gedenkstätte aus, die seit 1993 als Ensemble unter Schutz gestellt ist.

„Unser Bescheid hält“, sagte Stadtjuristin Ludwig gestern. Allerdings sei noch unklar, ob die Gegenseite in Berufung gehen wird.

tol

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