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Ein eindrucksvoller Ort: Karen und Mike Pence besuchen die Todesangst-Christi-Kapelle.
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Stille Mahnwache: Gegenüber dem Besucherzentrum versammeln sich rund 30 Dachauer.
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Rundgang (v.l.): Gedenkstättenleiterin Gabriele Hammermann, Mike Pence, Zeitzeuge Abba Naor, Karen und Charlotte Pence.
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US-Vizepräsident Mike Pence hat die KZ-Gedenkstätte besucht. 
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US-Vizepräsident Mike Pence hat die KZ-Gedenkstätte besucht. 
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US-Vizepräsident Mike Pence hat die KZ-Gedenkstätte besucht. 
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US-Vizepräsident Mike Pence hat die KZ-Gedenkstätte besucht. 
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US-Vizepräsident Mike Pence hat die KZ-Gedenkstätte besucht. 

US-Vizepräsident besucht KZ-Gedenkstätte

Mike Pence in Dachau: Eine Mahnwache am Ort des Mahnens

Zum Abschluss seines ersten Deutschland-Besuchs besuchte US-Vizepräsident Mike Pence am Sonntag die KZ-Gedenkstätte. Begleitet wurde er von seiner Frau und seiner Tochter. Nach einer Führung über das Gelände nahmen sie an einem Gottesdienst teil. Etwa 30 Dachauer trafen sich derweil zu einer Mahnwache.

Dachau – Als viele schwarze Vans, zwei lange Limousinen und mehrere Polizeifahrzeuge am Haupteingang der KZ-Gedenkstätte vorfahren, wird es plötzlich recht still. Etwa 15 Polizisten und einige Sicherheitskräfte stehen Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr konzentriert auf ihren Posten. Gegenüber, zwischen Parkplatz-Brücke und Pater-Roth-Straße neben dem Kiesweg, steht eine Gruppe von rund 30 Menschen. Sie heben Schilder in die Höhe. Auf diesen stehen Sätze wie „It starts with discrimination“, „nie wieder“ oder „better learn from history than from alternative facts“.

Die Schilder sind an Mike Pence adressiert, den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Ob der von seinen Bodyguards abgeschirmte Mike Pence, der am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesprochen hat, die stille Mahnmache überhaupt wahrnimmt, darf bezweifelt werden. „Es ist nicht wichtig, dass er uns sieht, es geht darum, seinen Besuch nicht unkommentiert zu lassen“, sagt Martin Modlinger. Der 35-jährige Dachauer hat mit seinem Spezl Steffen Liedtke (30) die Mahnmache organisiert und beim Landratsamt angemeldet. Als die beiden am Donnerstag erfahren haben, dass Mike Pence die Gedenkstätte besucht, kamen sie auf die Idee. Es ist die erste Veranstaltung dieser Art, die sie selbst organisieren, bisher waren sie nur Teilnehmer.

„Wir wollen eine Art Zeichen setzen, gegen die amerikanische Regierung und ihre Position“, erklärt Modlinger. In ihrem Flyer, den sie vor Ort verteilen, versichern sie: „Es ist kein Zeichen gegen Amerika (...) es ist ein Zeichen der Solidarität mit jenen, die nicht mehr auf die Grundfreiheiten, auf die ,Blessings of Liberty‘, vertrauen können.“  

Die beiden beziehen sich vor allem auf Aussagen von Pence, wonach er gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben Stimmung macht und behauptet, diese könnten mit einer Therapie geheilt werden. „The Problem is your hate, not my love“, steht auf dem selbstgebastelten, bunten Schild von Anna Hornung. „Seine Aussagen sind sehr extrem, gegen die muss man unbedingt was sagen“, findet die Dachauerin. Sie wollte sowieso zur Gedenkstätte kommen und ihr Schild hochheben, also hat sie sich der Mahnwache angeschlossen, von der sie im Internet erfahren hat.

Modlinger, promovierter Historiker, und Liedtke, Referent beim Bayerischen Rundfunk, haben ihr Vorhaben in Facebook geteilt sowie E-Mails verschickt, beispielsweise an den Runden Tisch gegen Rassismus. „Unsere Generation ist nicht mehr verantwortlich dafür, was hier geschah, doch wir müssen daran erinnern, dass es nicht wieder passiert“, appelliert Hornung.

Das sieht auch Anne Pfähler so, die mit ihrem Mann da ist: „Hier haben Menschen gelitten, weil sie sich für Menschenrechte eingesetzt haben. Und nun kommt Pence, der Vertreter von Donald Trump, hier her. Das passt nicht zusammen“, erklärt die 60-Jährige. Sie habe viel Zeit mitgebracht und werde sicher auch noch um 12 Uhr noch da stehen, wenn Pence nach dem Gottesdienst in der Versöhnungskirche wieder wegfahre.

(mik)

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