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Die Zeit der Warnstreiks und „aktiven Mittagspausen“ am Dachauer Klinikum scheint vorbei zu sein.

Tarifstreit ist beendet

Verdi feiert historischen Erfolg

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Verdi spricht von einem historischen Erfolg. Die Klinikleitung ist skeptisch. Doch die langwierigen Tarifverhandlungen für das nicht-ärztliche Personal der Krankenhäuser Dachau und Indersdorf scheinen zu einem Ende zu kommen – dank eines Tarifvertragswechsels.

Dachau – Die Zeit der Warnstreiks sowie „aktiven Mittagspausen“, bei denen das Pflegepersonal ebenfalls kräftig Fahnen geschwenkt und Protesttransparente hoch gehalten hatte, scheint vorbei. Nach zähen Tarifverhandlungen scheinen sich die Gewerkschaft Verdi und die Helios Amper-Kliniken AG zu einigen. 

Worauf haben sich Klinikleitung und Gewerkschaft geeinigt?

Hauptgrund, warum beide Parteien die Füllfederhalter bereits in der Hand halten: der Wechsel des nicht-ärztlichen Personals der Krankenhäuser Dachau und Indersdorf vom Haustarifvertrag in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Helios Amper- Kliniken AG hatte wie berichtet dem Wunsch von Verdi für einen Wechsel entsprochen und möchte nun in den Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) eintreten. Auf einer Betriebsversammlung am Mittwoch haben Klinikleitung und Gewerkschaft Einzelheiten aus dem ausgehandelten Angebot offengelegt.

Tarifvertragswechsel soll zur „spürbaren Einkommenserhöhung“ führen

So sollen nun die Einzelheiten für den Tarifvertragswechsel mit dem KAV besprochen werden. Schon jetzt herrscht große Freude bei Verdi. „Wir haben einen außerordentlichen, gleichsam historischen Erfolg erzielt“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Robert Hinke. Und Gewerkschaftssekretär Christian Reischl ergänzt: „Damit hätten wir unsere zentralen Ziele nach Übernahme des Eingruppierungssystems des TVöD und Angleichung der Entgelte an das TVöD-Niveau vollumfänglich erreicht.“ Für viele Beschäftigte werde dies zu einer spürbaren Einkommenserhöhung führen. 

Mehr Pflegekräfte sollen sich bewerben - und weniger kündigen

Das sei angesichts der Wettbewerbssituation auf dem Fachkräftemarkt in der Münchner Region überfällig. Mit der Umgruppierung erhoffen sich beide Parteien, dass sich mehr Pflegekräfte bei der Helios Amper-Kliniken AG bewerben – und weniger kündigen. Im neuen Jahr wird die Überleitung in das Tarifwerk des öffentlichen Dienstes verhandelt werden müssen, so die Gewerkschaft.

Helios: Verdi-Aussagen wundern uns

Die Klinikleitung, die ihre Mitarbeiter bereits am Montag über das Angebot informierte, sieht den zu erwartenden Tarifvertragsabschluss hingegen weniger positiv. Ob die neue Regelung zu einer Besserstellung für die Beschäftigten führe, könne nach aktuellem Stand nicht bewertet werden, so Helios-Pressesprecherin Katharina Mathern. 

„Insofern wundern uns die Aussagen von Verdi. Der TVöD mag an einigen Stellen ein höheres Gehaltsniveau ausweisen, dafür erhalten die Beschäftigten nach dem Haustarifvertrag aktuell beispielsweise eine deutlich höhere Jahressonderzahlung.“ Laut Mathern führten Vergleiche daher „zu nichts“.

Noch keine Einigung zwischen den beiden Parteien gibt es bezüglich der Forderung nach einer Mitarbeiterbefragung, einem Ausfall- und Konsequenzenmanagement. „Hier bleibt noch viel zu tun“, so Reischl.

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