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Die Helmazurjungfer geht vor: Verein Dachauer Moos legt Rechenschaftsbericht ab

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Von: Stefanie Zipfer

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Die Helm-Azurjungfer ist einer Unterart der Azurjungfer.
Die Helm-Azurjungfer ist einer Unterart der Azurjungfer und streng geschützt. In Dachau hat sie sich zuletzt wieder angesiedelt. © Panthermedia

Der Dachauer-Moos-Verein hat sich im Dachauer Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgestellt und gegen Kritik gewehrt.

Dachau – Eine „sehr informative Veranstaltung“ hatte das Bündnis für Dachau nach eigenen Worten im vergangenen Oktober abgehalten, die Vorträge der Referenten seien „beeindruckend“ gewesen und die Botschaft erschütternd: „Das Dachauer Moos emittiert erheblich Mengen an CO2 und verliert in absehbarer Zukunft seine Funktion als Kaltlufterzeugungsgebiet und als landwirtschaftliche Nutzfläche.“

Die besorgten Bündnis-Stadträte wollten es daher genauer wissen und luden den Verein Dachauer Moos in den Umwelt- und Verkehrsausschuss ein. Der Verein sollte dort darlegen, was er eigentlich so konkret für die Erhaltung des Dachauer Mooses tue. Der (implizit) geäußerte Verdacht der Bündnis-Stadträte: Dass zumindest im Landkreis Dachau nicht genug getan wird für das Moos.

Der Geschäftsführer des Vereins, Diplom-Agraringenieur Robert Rossa, mühte sich nach Kräften, die Arbeit seines von elf Mitgliedsgemeinden getragenen Vereins darzustellen. So würden viele Infoveranstaltungen abgehalten, Jugendbildungsprojekte angeboten, Biotope neu geschaffen und Bäche renaturiert. Ein Erfolg des Dachauer-Moos-Vereins etwa sei, dass die „Ziel-Art“, die Helmazurjungfer-Libelle, sich tatsächlich wieder angesiedelt habe, so Rossa. Auch soll es am Landratsamt bald einen eigenen Moor-Manager geben.

Rossa: „Artenschutz sticht Klimaschutz“

Bündnis-Stadtrat Michael Eisenmann und sein Grüner Kollege Thomas Kreß aber übten dennoch Kritik. Die politische Neutralität des Vereins, die Rossa noch hervorgehoben hatte, ging Kreß zu weit. „Klimazerstörende Maßnahmen“ wie der Bau der Ostumgehung von Dachau müssten deutlicher benannt werden. „Ich erwarte von einem Verein, der sich dem Umweltschutz verschrieben hat, hier eine klare Stellungnahme!“ Eisenmann beklagte zudem die Absenkung des Wasserstands im Vereinsgebiet und den damit verbundenen fortschreitenden Torfabbau.

Robert Rossa wehrte sich: „Artenschutz sticht Klimaschutz“, erklärte er Eisenmann. Durch ein Anheben des Wasserstands, beispielsweise im Kalterbach, verliere die Helmazurjungfer Lebensraum. Diese Maßnahme sei daher schlicht nicht erlaubt. Und ansonsten betonte der Fachmann, Politiker aller Couleur gerne und jederzeit zu „beraten“. Öffentliche Stellungnahmen gegen Baumaßnahmen werde es von ihm aber nicht geben: Dass eine Straße ein Eingriff in die Umwelt ist, „das liegt doch auf der Hand“, so Rossa.  

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