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Beweismittel: Eine Wildkamera fotografierte den Täter, als er Bienenkörbe umwarf. 

Verhandlung am Amtsgericht Dachau

Bienenhasser verurteilt

Das Amtsgericht Dachau hat den sogenannten Bienenhasser zu einer Geldstrafe verurteilt. Der 46-jährige aus Dachau hatte Bienenkörbe umgeworfen. Dabei kamen die Königinnen sowie viele weitere Insekten ums Leben. Überführt worden war der Täter mit Hilfe einer Wildkamera.

Mitterndorf – Wochenlang hat Imker Josef Dlesk, 48, im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres schlecht geschlafen. Nicht weniger als vier Mal suchte ein Unbekannter seit Mai 2016 seine Bienenstöcke in einem kleinen Wäldchen in der Nähe von Mitterndorf heim, stieß sie um, tötete dabei die Königinnen, zahllose Mitglieder ihres Staates und zerstörte die Waben. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von gut 2000 Euro. Zwei Dinge waren ausschlaggebend, dass die Polizei den Bienenhasser, ein 46-jähriger Hausmann aus Dachau, identifizieren konnte: eine Wildkamera und eine wilde Verfolgungsjagd.

Denn nach dem dritten Vorfall hatte der Imker bei seinen Bienen eine Wildkamera angebracht, die den Täter beim vierten Vorfall fotografierte. Als Dlesk einige Tage später seine Bienenstöcke reparierte, stand der 46-Jährige plötzlich vor ihm. Es folgte eine wilde Jagd durchs Dachauer Moos. Der Bienenhasser flüchtete auf einem Motorrad, der Imker raste ihm im Auto hinterher. Der Täter entkam, der Imker hatte sich aber das Kennzeichen der Maschine gemerkt. Für die Polizei war es nun ein leichtes, den 46-jährigen Dachauer zu ermitteln.

Das Amtsgericht Dachau erließ daraufhin einen Strafbefehl. Dagegen legte der Angeklagte Einspruch ein. Daher kam es gestern zur Hauptverhandlung, bei der sich der 46-Jährige lediglich für den Vorfall, bei dem er gefilmt worden war, verantworten musste. Für die restlichen Taten fehlten die Beweise. Im Vorfeld hatte der Angeklagte behauptet, unabsichtlich gegen die beiden Bienenkörbe gestoßen zu sein – was ihm weder Polizei noch Staatsanwaltschaft abnahmen. Im Gerichtssaal beschränkte er seinen Einspruch schließlich auf die Tagessatzhöhe, was einem Geständnis gleichkommt. Über sein Motiv wurde nichts bekannt.

Am Ende verurteilte Amtsrichter Lukas Neubeck den Bienenhasser wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 750 Euro. Der mittellose Hausmann hat mittlerweile an den Imker 600 Euro Schadensersatz geleistet. Aber noch ist die Angelegenheit nicht zu Ende. Der 46-Jährige ist Mitglied in einem Schützenverein. Wegen des Strafprozesses überprüft derzeit das Landratsamt seine Zuverlässigkeit im Umgang mit Waffen.

(zim)

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