Frau stundenlang gefesselt, geschlagen und gewürgt: SEK-Einsatz in Kirchheim

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Aktuelle Statistik der Dachauer Polizei

Weniger Unfälle, mehr Aggression

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Die Polizei hat ihre Verkehrsunfallstatistik für 2017 vorgelegt. Die wichtigste Nachricht: Die Unfallzahlen – vor allem im Stadtgebiet – gingen erheblich zurück. Sogenannte Verkehrsaggressionsdelikte nehmen dagegen rasant zu.

Dachau – Beleidigungen, Lichthupen, gegenseitiges Ausbremsen: Die Möglichkeiten, andere im Straßenverkehr zu ärgern, sind vielfältig. Und laut Richard Wacht, Verkehrsfachmann bei der Polizeiinspektion Dachau, werden diese sogenannten Aggressionsdelikte gerne und immer mehr in Anspruch genommen. Die Zahlen bewegen sich jährlich im dreistelligen Bereich; meist, so Wacht, erfolgen wechselseitigen Anzeigen. Doch immer häufiger bleibt es nicht beim ausgestreckten Mittelfinger: An der B 471 etwa wurden sich zwei Männer im vergangenen Jahr beim Einfädeln nicht einig. Es folgte eine wilde Prügelei und laut Wacht ein mehrmonatiger Führerscheinentzug. Die Ursachen für diese Aggression sieht die Polizei „im Zeitgeist: Man hat immer mehr Druck, mehr Stress und dazu noch immer mehr Verkehr“.

Was ebenfalls auf einem erschreckend hohen Niveau geblieben ist, sind die Unfallfluchten, vor allem im Parkbereich. Wacht hält diese Straftat für absolut unverständlich: „Anstatt eine Beule in Kauf zu nehmen, gehen viele lieber mindestens ein halbes Jahr zu Fuß. Das rentiert sich nie!“ Denn die Gefahr, erwischt zu werden, ist groß: „Wir können schon an kleinsten Lacksplittern feststellen, welche Marke oder welcher Typ das geflüchtete Auto war. Wenn wir dann durch Zeugen noch einen Teil des Kennzeichens haben, wird es eng für die Täter.“ Über 900 Fälle hatten Wacht und seine Kollegen im Vorjahr zu bearbeiten, wobei die Ursachen unterschiedlich sind: „Es wird viel mehr angezeigt, weil es viel mehr teure Leasing-Fahrzeuge gibt.“ Hinzu kämen Termindruck, und Angst vor einer Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse in der Kfz-Versicherung.

Doch auch für Raser wird es langsam eng. „Die können sich nie mehr sicher sein“, betont Wacht. Die enorme Kontrolldichte – sowohl im Stadtgebiet als auch im Landkreis – führe dazu, dass Unvernünftige zu jeder Tages- und Nachtzeit geschnappt würden. Traurige Rekordhalter 2017: An einem Freitagmorgen gegen 2.15 Uhr wurde ein Fahrer auf der Staatsstraße 2050 zwischen Indersdorf und Langenpettenbach mit 226 km/h geblitzt; einen anderen erwischte innerorts in Palsweis/Moos an einem Werktag um 18.45 Uhr mit 182 km/h. Die Raserei kam die Männer teuer zu stehen: Bußgelder in vierstelliger Höhe und Verfahren zur endgültigen Entziehung der Fahrerlaubnis.

Einen positiven Rekord gibt es bei den Unfallzahlen zu vermelden. Laut Polizei gibt es „im Landkreis einen Rückgang, im Stadtgebiet einen erheblichen Rückgang“ zu verzeichnen. Erklären kann Wacht diesen Trend jedoch noch nicht: „Entweder ist das eine einmalige Erscheinung. Oder es wird wirklich besser.“

Wirklich besser wurde es zumindest an einer Stelle: An der Kreuzung Alte-Römer-, Freisinger und Prittlbacher Straße führte die Installierung einer Ampel dazu, dass die Unfallzahlen von zuvor 20 pro Jahr auf nur noch einen gesunken sind.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa / --

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