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An den Taktlücken bei der S 2 nach Altomünster und Petershausen soll sich künftig etwas ändern.

Visionen der Landräte

Darüber könnten sich Pendler im Landkreis Dachau freuen

Ein neuer Bahnhof in Breitenau, eine engere Taktung der S-Bahnen, neue Verbindungen: Stefan Löwl und seine Landratskollegen haben Ideen für den Nahverkehr. Die Umsetzung wird wohl Jahrzehnte dauern.

Dachau – „Es ist auf allen Linien mit erheblichen Verzögerungen zu rechnen, zudem kann es kurzfristig zu Zugausfällen kommen.“ Wohl jeder Pendler kann mit diesem Satz, wie er am vergangenen Mittwoch verlautete, unschöne Erinnerungen assoziieren. Zwar noch nicht morgen, doch in weiter Zukunft soll sich daran etwas ändern. 

Mit der Vision „S-Bahn München 2050“ haben acht Landräte, darunter Stefan Löwl (CSU), ein Positionspapier mit vielen Vorschlägen und Forderungen vorgestellt. Das Papier enthält auch konkrete Forderungen für den Dachauer Landkreis. Die Umsetzung könnte allerdings noch Jahrzehnte dauern und viele Milliarden verschlingen.

Ziel: Taktlücken bei der S 2 nach Altomünster und Petershausen schließen

„Wenn wir uns jetzt nicht darum kümmern, dann werden wir die Dinge nie mehr bekommen“, sagt Löwl und erklärt damit etwa den Umfang der Forderungen, die das Positionspapier enthält. Besonders interessant für alle Pendler im Landkreis: der Plan, Taktlücken zu schließen. Eine Taktlücke, das heißt: mehr als 20 Minuten Wartezeit zwischen den einzelnen S-Bahnen. Bisher gibt es zwar in Dachau schon einen fast durchgängigen 10-Minuten-Takt, doch bis nach Petershausen oder Altomünster sind die Abstände deutlich länger. 

Auch sonst gibt es Lücken: Bei der S 2 zwischen Petershausen und Ostbahnhof und in die andere Richtung sind es zwölf Minuten. Die S 2 Altomünster verkehrt gar nur im Stundentakt, zur Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt. Aber: „Das ist kurzfristig sicherlich nicht umsetzbar, aber mittelfristig erhoffen wir uns das durch die zweite Stammstrecke“, so Löwl. Mittelfristig hieße „alles bis 2030“, so der Landrat. Hauptproblem sind bisher eingleisige Strecken, die eine engere Taktung technisch momentan nicht zulassen. Immerhin: Nachts sollen die Bahnen am Wochenende künftig länger fahren.

Wie soll der Bahnhof in Breitenau aussehen?

Ein Punkt, den Löwl nachträglich dem Papier hinzufügen ließ, ist eine Art „Expressbahnhof“ in Breitenau. Löwls Vision ist eine „Umsteigzentrale“, mit Bahnhof, Parkhaus und Busbahnhof, so soll Verkehr von Dachau und Karlsfeld weggeleitet werden. „Wenn ein Wille da ist, dann ist das in zehn bis 15 Jahren umsetzbar“, so Löwl.  

Wo sollen neue Verbindungen entstehen?

Eine Verbindung von Petershausen nach Pfaffenhofen an der Ilm, außerdem die Verlängerung der Gleise von Altomünster nach Aichach: Klingt nach einer schwer umsetzbaren Vision, doch Löwl will sich zumindest die theoretische Möglichkeit nicht nehmen lassen: Es müsse sichergestellt werden, dass eine Trasse nicht „verbaut“ werde.

Ebenfalls etwas für die Kategorie langfristig: eine Trasse entlang der A 8 von Karlsfeld nach Odelzhausen und die Anbindung an den bisher nur vom Güterverkehr genutzten Nordring. Dieser führt von Olching über mehrere Stationen auf rund 30 Kilometern bis nach München-Trudering. „Von Dachau aus müsste die ICE-Trasse gekreuzt werden, das ist nicht so leicht umsetzbar.“ Auch die Bahn hatte sich in der Vergangenheit gegen solche Pläne gesträubt.

Der erste Schritt für einen entspannteren Nahverkehr sei mit dem Beschluss der zweiten Stammstrecke getan, der in dem Papier als „das wichtigste Infrastrukturprojekt für die gesamte Region München“ betitelt wird. Das reiche aber nicht, betont Löwl.

Umsetzung wird wohl noch Jahrzehnte dauern 

Erfreulich sei, dass die Landkreise aus dem Umland endlich gehört werden. „Vor 2014 waren wir nur Juniorpartner, das ist jetzt anders.“ Zur Finanzierung gibt es aber noch nichts Handfestes. Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU) sagte, dass die Gewinne, die die S-Bahn München jährlich abwirft, künftig im Netz verbaut werden müssten.

Bis sich etwas ändert, werden noch viele Jahre ins Land gehen. Hoffnung gibt das Positionspapier dennoch, wenn auch viele der heute betroffenen Pendler bis zur Umsetzung der einzelnen Punkte längst in Rente sein dürften. Vergangenen Mittwoch war der Grund für die Stammstreckenprobleme übrigens ein überrollter Einkaufswagen.

Von Aljoscha Huber

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