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Für ihren besonderen Einsatz zum Wohl der Gemeinschaft zeichnete Oberbürgermeister Florian Hartmann (links) Konrad Tonhauser, Dagmar Stephan, Christa Horbelt, Angelika Jurik-Zeiller und Gerd Schott (von links) aus. 

Bei der Bürgerehrung fließen die Tränen

Verleihung der Bürgermedaille: Stadt Dachau ehrt verdiente Mitbürger

Für ihre langjährige engagierte Tätigkeit und ihren besonderen Einsatz zum Wohl der Gemeinschaft sind fünf Bürger der Stadt Dachau am Mittwochabend geehrt worden. Bei der Verleihung der Bürgermedaille flossen Tränen der Rührung.

Vor dem Rathaus war der Weihnachtsmarkt in vollem Gange, aber auch im Alten Sitzungssaal im Rathaus herrschte Feierstimmung unter den rund 50 Gästen, denn drei weibliche und zwei männliche Ehrengäste erhielten die Silberne Bürgermedaille für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement. Oberbürgermeister Florian Hartmann bezeichnete das Engagement der Ehrenamtlichen als „unverzichtbar für unsere Gesellschaft“.

„Die öffentliche Würdigung von ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern ist bei uns in Dachau schon eine mittlerweile 51 Jahre alte Tradition“, erklärte Hartmann weiter. In unserer heutigen leistungsorientierten Gesellschaft sei es eben nicht selbstverständlich, sich für Andere ohne Gegenleistung zu engagieren.

Angelika Jurik-Zeiller

Charmant führte Oberbürgermeister Hartmann durch den Abend und sorgte am Ende bei der vollkommen verdutzten Angelika Jurik-Zeiller für große Überraschung und Tränen der Rührung. Jurik-Zeiller hatte nichts von ihrer Auszeichnung gewusst. Sie nahm die Medaille sichtlich verwirrt und gerührt entgegen. „Ich bin völlig überrascht“, meinte sie unter Tränen. „Meine Kollegen haben mich unter einem falschen Vorwand hierher gelockt.“ Tränen der Rührung auch bei den Anwesenden im Raum.

Jurik-Zeiller steht für Frauenpower der jungen Generation. Im Jahr 2001 gründete sie zwei Tanzgruppen beim ASV Dachau. Fünf der mittlerweile elf Tanzgruppen sind Turniergruppen. „Neben Training und Turnieren hat Angela Jurik-Zeiller nebenbei ein Biologie-Studium abgeschlossen, einen Doktortitel erworben, eine Familie gegründet und ein Kind bekommen“, zählte Oberbürgermeister Hartmann auf. Sie ist die gute Fee hinter den Kulissen der ASV-Tänzer.

Christa Horbelt

Seit vielen Jahrzehnten begeistert die Ludwig-Thoma-Gemeinde mit ihren hervorragenden Inszenierungen das Theaterpublikum. Christa Horbelt ist seit knapp 25 Jahren Mitglied und gehört seit Jahren dem Vereinsvorstand an. Sie ist es, die im Hintergrund dafür sorgt, dass alles reibungslos abläuft. Mit ihrem scharfen Blick für Details verwaltet sie beispielsweise den Fundus des Theaters und weiß, wo was zu finden ist. Der Vereinvorsitzende Edi Hörl bezeichnet sie liebevoll als „guten Geist hinter den Kulissen“ und als „gute Fee, die nie im Rampenlicht steht“. Mit ihrer unauffälligen wie unverzichtbaren Arbeit sorgt sorgt sie dafür, dass Andere glänzen.

Gerd Schott

Sein Alter von beinahe 80 Jahren sieht man Gerd Schott wahrlich nicht an. Er könnte leicht zehn Jahre jünger sein. Mit seinem Fahrrad ist er immer noch „on Tour“ und zählt damit zu den ältesten aktiven ADFC-Tourenführern. Im Jahr 1988 kam der Fahrradbegeisterte Gerd Schott zusammen mit zehn Freunden auf die Idee, ihre Fahrradaktivitäten in einem Verein zu bündeln: die Geburtsstunde des Kreisverbands Dachau des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Seine Erfahrung und seine Qualitäten als Tourenführer waren auch weit außerhalb der Dachauer Landkreisgrenzen gefragt. Schott erhielt die Silberne Bürgermedaille der Stadt Dachau für sein jahrzehntelanges Engagement beim ADFC Dachau und zahlreichen weiteren Vereinen.

Dagmar Stephan

Fördern und Fordern ist ihre Devise. Seit Herbst 2016 organisiert Dagmar Stephan im Rahmen des Förderprogramms „Menschen stärken Menschen“ im Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt Dachau Sprachkurse für Flüchtlinge. „Als Diplom-Medienpädagogin und freie Pädagogin, die betriebliche Fortbildungsmaßnahmen entwickelt, ist Dagmar Stephan als Kursleiterin und Organisatorin geradezu die Idealbesetzung“, lobte der OB. Ihr selbst ist die Auszeichnung zwar eine Ehre, vielmehr aber bedeute ihr der Erfolg im Rahmen ihrer Arbeit: „In weniger als drei Jahren haben wir zehn Flüchtlingen in ein Ausbildungsverhältnis verholfen“, resümierte sie. Einer von ihren ehemaligen Schützlingen studiere derzeit sogar Betriebswirtschaftslehre, führte sie stolz aus. Aber die Ehre gebühre ihr nicht allein. „Ich würde am liebsten diese Medaille in elf Stücke aufteilen und mit meinen zehn Kollegen teilen“, sagte sie.

Konrad Tonhauser

Zu guter Letzt lobte Oberbürgermeister Hartmann das unermüdliche Engagement von Konrad Tonhauser als Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Dachau. „Wir kennen Konny“, wie er ihn freundschaftlich nannte, „als eine Person mit einem kühlem Kopf, großem Verantwortungsbewusstsein für seine Kameraden und der Routine, mit der er seine Einsätze leitete“, berichtete das Stadtoberhaupt. Als Kommandant trug Tonhauser die Verantwortung bei über 5000 Einsätzen. „Konrad Tonhauser trug die Verantwortung für die Gesundheit und das Leben seiner Leute“, betonte Hartmann. „Das so zu sagen“ sei nicht übertrieben. Für seine Leistungen hatte Tonhauser bereits das Bayerische Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbands in Silber und Gold erhalten und wurde außerdem zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbands ernannt. Sandra Pilz

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