In Dachau gibt es vier neue Ehrenringträger.

Auszeichnung

Goldener Ehrenring: Mit Herzblut für Dachau

Der goldene Ehrenring der Stadt Dachau wird selten vergeben. Am Donnerstagabend kamen vier neue hinzu: Helmuth Freunek, Hermann Windele, Erwin Zehrer, sowie, posthum, Katharina Ernst.

Vier Persönlichkeiten haben am Donnerstagabend den Ehrenring der Stadt Dachau erhalten. Allesamt „Persönlichkeiten, die niemals Dank für ihre ehrenamtliche Arbeit und ihr Engagement eingefordert haben“, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann bei der Verleihung im Alten Sitzungssaal des Rathauses: die ehemaligen Stadträte Helmuth Freunek, Hermann Windele, Erwin Zehrer und Katharina Ernst (posthum). Die vier sind „Menschen, für die es stets um die Sache ging, um das Wohl der Stadt, und nicht um eigenes Fortkommen und Prestige“, betonte Hartmann. Diese Dachauer haben „ihren Verstand, ihr Herzblut und ihre Energie dafür eingesetzt, unsere Heimatstadt voranzubringen“, so der OB.

Helmuth Freunek

Im vergangenen Jahr entschloss sich Helmuth Freunek, nicht mehr für den Stadtrat zu kandidieren. Somit schied er nach 42 Jahren „aus einem Gremium aus, aus dem er eigentlich gar nicht mehr wegzudenken war.“ Freunek gründete außerdem in den Jahren 1976 und 1977 mit seiner Frau Christa die vhs Dachau. „Es ist also nicht übertrieben, zu sagen: Helmuth Freunek ist der Vater der Volkshochschule und damit auch der Vater der Erwachsenenbildung in Dachau“, so Hartmann. Freunek habe im Stadtrat und bei den Bürgern zudem einen hervorragenden Ruf, „dank seiner Freundlichkeit, seinem feinsinnigen Humor, seiner Aufrichtigkeit, Besonnenheit und seiner herausragenden Intelligenz“. Die Meinung und der Rat des CSU-Mitglieds Freunek war Hartmann zufolge über alle Parteigrenzen hinweg gefragt, vielen jüngeren Stadtratskollegen war er ein Vorbild. Aufgrund seiner jahrzehntelangen Zugehörigkeit zum Stadtrat und seiner umfassenden Bildung galt Helmuth Freunek unter den Kolleginnen und Kollegen als „wandelndes Stadtratsarchiv“.

Erwin Zehrer

Erwin Zehrer schied ebenfalls im vergangenen Jahr nach 36 Jahren aus dem Stadtrat aus. Im Mai 1978 wurde er erstmals für die CSU in den Stadtrat gewählt und wurde dort sofort zum Feuerwehrreferenten bestellt. Dieses Amt hatte er, abgesehen von zwei Jahren, über die gesamte Zeit seiner Stadtratstätigkeit inne. „Einen größeren Experten an dieser Stelle kann man sich auch nicht wünschen“, so Hartmann. Denn seit 1962 engagierte sich Erwin Zehrer als aktives Mitglied in der Feuerwehr Dachau, 1973 wurde er Stadtbrandmeister, 1988 Kreisbrandrat. Von 1978 bis 1984 saß er im Werkausschuss der Stadtwerke und von 2008 bis 2014 im Umweltausschuss, vor allem aber war er von 1984 bis 2014, also 30 Jahre lang, Mitglied im Bauausschuss. Auch hier erwarb er sich durch sein Fachwissen als Architekt, sein sachorientiertes Auftreten und seine Prinzipientreue hohe Wertschätzung bei den Stadtratskollegen aller Fraktionen und bei den Bürgern.

Hermann Windele

Neben seinem weit über ein halbes Jahrhundert währenden Wirken bei der Dachauer Liedertafel engagierte sich Hermann Windele jahrelang im Elternbeirat der Grundschule Dachau-Süd und des Ignaz-Taschner-Gymnasiums. Anfang der 80er Jahre begann er, sich auch politisch zu engagieren, bei der ÜB. Als erfahrener Bankkaufmann und Diplom-Verwaltungswirt war er zu Beginn der 90er Jahre eine der tragenden Stützen der ÜB, als es galt, diese von einer unabhängigen Wählergemeinschaft in einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein umzuwandeln. Auch die Einführung und Etablierung des Kron-Maus-Kulturpreises geht maßgeblich auf die Initiative von Hermann Windele zurück. Nach dem Tod von Margarete Kron rückte Hermann Windele im Juni 1987 in den Dachauer Stadtrat nach. Hier engagierte er sich 21 Jahre lang, und das meist in führender und damit natürlich auch in besonders arbeits- und zeitaufwändiger Position, bis zu seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat im Jahr 2008.

Katharina Ernst

Katharina Ernst war für die SPD von 1990 bis 2008 Mitglied des Stadtrats, sie war zweite Bürgermeisterin und auch Kreisrätin. „Katharina Ernsts Engagement galt seit jeher vor allem den Schwächeren in unserer Gesellschaft und damit jenen Menschen, die keine große Lobby hatten und deren Anliegen und Wünsche oft ungehört verhallten“, betonte der OB. Von 1973 an war sie Mitglied des BRK-Kreisverbands. Von 2001 bis 2013 war sie stellvertretende Kreisvorsitzende. Eine Herzensangelegenheit war Katharina Ernst die Zeitgeschichtspolitik der Stadt. Sie setzte sich mit viel Energie sowie großer Empathie für die Überlebenden des KZ Dachau sowie für einen offenen und verantwortungsvollen Umgang der Stadt mit ihrer Geschichte ein. „Hier setzte sie leise – und aufgrund ihrer Bescheidenheit allzu oft unbemerkt – Meilensteine“, so der OB. Am 12. November 2014 starb Katharina Ernst im Alter von 74 Jahren. „Katharina Ernst hat still und leise Großartiges für ihre Heimatstadt Dachau geleistet.“

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