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Ärzte müssen im Ernstfall auch nachts erreichbar sein. Aber der bisherige Bereitschaftsdienst hat einige Schwachstellen.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Vieles soll besser werden

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst wird in Bayern bis Ende dieses Jahres grundlegend reformiert. Die Neuerungen treffen auch die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck. Dort treten sie zum 20. Mai in Kraft.

Landkreis Bisher ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst im Landkreis Dachau in die vier Bezirke Karlsfeld, Dachau, Indersdorf und Röhrmoos aufgeteilt. Das heißt, dass auch nachts im Landkreis vier Ärzte ständig erreichbar sind und Hausbesuche machen können. Wer keine lebensbedrohlichen Verletzungen hat und trotzdem schnelle Hilfe benötigt, muss nur die 116 117 wählen und wird von der Zentrale an den nächsten diensthabenden Arzt vermittelt. Doch das System hat bisher Schwächen.

Guido Zdrenka von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) erklärt, welche: „Wir wollen eine flächendeckende ärztliche Versorgung gewährleisten. Gerade auf dem Land ist es aber schwierig, noch Ärzte für eine Niederlassung zu finden, auch wegen des Bereitschaftsdienstes.“ Zdrenka führt weiter aus: „Die Dienstbelastung war bislang sehr unausgewogen: Oft sind die Ärzte die ganze Nacht wach geblieben, obwohl niemand sie gebraucht hat.“

Darum wird der Dienst jetzt umfassend erneuert: Zum einen werden die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck zu einem Bereitschaftsdienstbezirk zusammengelegt. In diesem Bezirk werden dann drei Bereitschaftspraxen installiert: Eine im Krankenhaus Fürstenfeldbruck und jeweils eine in den Helios-Kliniken in Dachau und Indersdorf. In Letzterem gibt es bereits so eine Praxis.

Die Praxen sollen dann feste Öffnungszeiten haben, die noch vor dem 20. Mai bekanntgegeben werden. „Hier werden die Patienten zu den ausgeschriebenen Zeiten immer einen Arzt finden, der sie behandelt“, versichert Guido Zdrenka.

Zusätzlich zu den Ärzten in den Bereitschaftspraxen werden Mediziner im Fahrdienst eingesetzt. Dafür bekommen sie einen Fahrer mit Sanitäterausbildung und ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Die Fahrer sollen in zweierlei Hinsicht helfen: „Sicherheit spielt eine Rolle“, erklärt Guido Zdrenka, „von den Ärztinnen wissen wir, dass sie sich bei nächtlichen Hausbesuchen an manchen Orten alleine nicht sicher fühlen.“ Außerdem seien die Fahrer ausgebildete Sanitäter, können bei Bedarf also mitanpacken.

Nun sei die Situation so, dass auf dem Land viele Mediziner gebraucht würden, auch junge, wie Zdrenka sagt. Diese könnten aber oft keine eigene Praxis unterhalten und arbeiteten daher meist im Krankenhaus. Andere, meist ältere Ärzte, wollten einen Gang runterschalten und nur noch im Bereitschaftsdienst tätig sein.

Weil andererseits einige niedergelassene Ärzte gerne Dienste abgeben würden, so Zdrenka weiter, wurde eine Pool-Ärzte-Börse eingerichtet. Hier können die Bereitschaftsdienste je nach Bedarf getauscht und abgegeben werden. Der gewünschte Effekt ist, dass auch strukturschwächere Regionen langfristig mit ausreichend Ärzten versorgt werden.

Wie viele mobile Teams gleichzeitig unterwegs sind, hängt jeweils von Uhrzeit und Wochentag ab. Besonders wichtig ist Zdrenka hier: „Für schwere, lebensbedrohliche Fälle ist immer noch der Rettungsdienst zuständig, also wird die Frage, wie viele Ärzte im Bereitschaftsdienst gerade im Einsatz sind, nie über Leben oder Tod entscheiden.“   

Egal, ob ein Hilfesuchender die 116 117 oder die europaweit gültige Notrufnummer 112 wählt, er macht keinen Fehler. „Wir sind mit der Rettungsleitstelle sehr gut vernetzt und können einschätzen, wer welche Hilfe braucht“, erklärt Zdrenka.

Ein weiterer Pluspunkt der Reform ist, dass sie bayernweit durchgeführt wird. Also wird der Patient zur nächsten Praxis gelotst und nicht dogmatisch zu der in seinem Bezirk.

Matthias Schneider

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