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Leisten während des Volksfests rund 2500 Stunden Dienst: Die Helfer der BRK-Wiesnwache (weiße Shirts) erklärten, der Dachauer Polit-Prominenz mit (von links) Florian Schiller, Bernhard Seidenath, Stefan Löwl, Josef Mederer, Michael Schrodi und Marianne Klaffki ihre Aufgaben.

Volksfest Dachau

Wiesn-Wache hilft in allen Notlagen

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Sie sind die stillen Helden des Dachauer Volksfestes: Während alle anderen feiern, kümmern sich 49 Ehrenamtliche auf der BRK-Wiesn-Wache um Besucher in Not.

Dachau – „Zu uns kann jeder kommen, der Hilfe benötigt“, verspricht der Bereitschaftsleiter der BRK-Wiesn-Wache Dieter Ebermann, der die Einrichtung schon seit rund 20 Jahren organisiert. „Egal, welches Problem es ist, wir kümmern uns darum.“ Kranke, Verletzte oder Betrunkene bekommen genauso Hilfe wie Frauen, die sexuell belästigt werden, oder Personen, die am Ende des Festes nicht wissen, wie sie heimkommen. „Und wenn jemand nur ein Taxi braucht, dann rufen wir auch das“, sagt Ebermann. Für Eltern gibt es außerdem einen Wickelbereich.

Die Wache ist täglich von Mittag bis halb zwölf Uhr nachts besetzt. Die Helfer arbeiten im Zwei-Schicht-System, pro Schicht sind zwischen zehn und 15 Ehrenamtliche vor Ort. Viele haben dafür extra Urlaub genommen. Insgesamt leisten die Freiwilligen am Volksfest rund 2500 Stunden Dienst – und darin sind Vor- und Nachbereitung noch gar nicht eingerechnet. „Wir machen es gerne“, sagt Dieter Ebermann. „Es ist zwar anstrengend, aber es macht auch Spaß. Wir sind eine gute Mannschaft.“ Die Helfer der Wiesn-Wache lieben das Volksfest – und einmal gönnt sich das Team auch einen privaten Volksfestabend. „Dann unterstützt uns die BRK-Bereitschaft Indersdorf“, verrät Ebermann. Viele Rettungsdienstler sind sowieso immer einsatzbereit. „Wir haben extra Warnwesten für Helfer, die privat auf dem Volksfest sind, und spontan einspringen, wenn Not ist“, erklärt der Bereitschaftsleiter.

Bis zu fünf Schwerverletzte können auf der Wiesn-Wache gleichzeitig versorgt werden. Vier Einsatzfahrzeuge stehen bereit, außerdem ist das Material für die Versorgung von bis zu 50 Mittel- und Leichtverletzten vorrätig. „Auch der Helfer-vor-Ort wird von der Wiesn-Wache aus besetzt, und wir arbeiten natürlich mit der Rettungsleitstelle zusammen“, sagt Ebermann.

Die Wache ist in mehrere Bereiche eingeteilt: Es gibt Behandlungsplätze für internistische Notfälle wie zum Beispiel Kreislaufzusammenbrüche, Herzinfarkte oder Schlaganfälle, für chirurgische Notfälle wie Verletzungen und Knochenbrüche und einen Ruhebereich, wo zum Beispiel Betrunkene ihren Rausch ausschlafen können. Wobei das gar nicht so oft vorkommt, wie man gemeinhin denken würde: „Der Dachauer schafft es in der Regel heim“, berichtet Ebermann. „Patienten mit Vollrausch gibt es zwar immer wieder mal, aber es ist nicht die Welt.“ Auch lebensgefährliche Situationen seien zum Glück selten: „Die kann man an einer Hand abzählen.“ Insgesamt kommen jedes Jahr zwischen 300 bis 400 Patienten zur Wiesn-Wache. „Da sind aber auch Personen mitgezählt, die zum Beispiel nur ein Pflaster brauchen“, erklärt Ebermann. Und das seien eine Menge: „Mit Abstand die meisten Fälle sind Frauen, die um ein Blasenpflaster bitten.“ Die Retter sind auch dafür gerüstet: Rund 500 Stück liegen bereit.

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