Volkshochschule Dachau in Not

Unterrichtsräume für Deutschschüler gesucht

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Wohin mit den Deutschschülern? Vor dieser Herausforderung steht die Dachauer Volkshochschule. Schon in wenigen Monaten fallen vormittags viele Räume in der ehemaligen Ludwig-Thoma-Schule weg. Wo die Schüler dann die deutsche Sprache lernen sollen, ist noch unklar.

Dachau– Die Entscheidung liegt schon seit über einem Jahr auf dem Tisch: Die Schüler der Mittelschule Dachau-Süd werden ab nächsten Schuljahr übergangsweise in die geschlossene Ludwig-Thoma-Schule auf dem Volksfestgelände umziehen. Denn bereits 2012 wurden in der Mittelschule erhöhte PCB-Werte festgestellt, die als krebsfördernd gelten (wir haben berichtet). Schon bald hat die Volkshochschule deshalb das Nachsehen – genauer gesagt: die Schüler der Deutschkurse.

„Bisher haben wir nur für drei der zehn Vormittagskurse neue Räumlichkeiten gefunden“, sagt Anita Engelbrecht, stellvertretende Geschäftsführerin der Volkshochschule Dachau. Seit die Ludwig-Thoma-Schule vor rund einem Jahr geschlossen wurde, finden dort rund 20 Deutschkurse mit etwa 20 bis 25 Schülern statt. EU-Bürger aus Polen, Tschechien oder Griechenland, aber auch Asylbewerber kommen sowohl vormittags, nachmittags als auch abends zu den Kursen. Wenn die Mittelschüler in die ehemalige Schule einziehen, hat die Volkshochschule aber ein Problem.

Die Abend- und Nachmittagskurse für die Deutschschüler müssen woanders stattfinden. Wo genau? Das weiß Engelbrecht nicht. Eine endgültige Lösung für die Raumnot hat sie bisher noch nicht. „Es gibt halt keine Räume, die Stadt hat nichts.“ Jetzt muss die Vhs wahrscheinlich selbst Räume anmieten, Mindestgröße 50 Quadratmeter. Platz in Dachauer Pfarrsälen gebe es zwar, aber auch die seien an einigen Vormittagen belegt. Die Integrationskurse wiederum finden entweder an vier oder fünf Tagen in der Woche statt.

Oberbürgermeister Florian Hartmann hat als Aufsichtsratsvorsitzender der Volkshochschule Dachau auch keine Lösung für das Platzproblem. „Wenn ich Räume hätte, würde ich sie schon zur Verfügung stellen“, sagt er. Hartmann wiederum hofft auf die Vorsitzendenden der Volkshochschule Anita Engelbrecht und Matthias Buschhaus, dass sie selbst neue Klassenzimmer finden.

Nur drei der insgesamt zehn Integrationskurse konnte die Vhs bisher in andere Gebäude verlegen, nämlich in das Haus der Erwachsenenbildung auf dem Volksfestgelände und in das Ludwig-Thoma-Haus. „Wir hoffen nicht, dass Kurse wegfallen müssen“, sagt Engelbrecht. Doch die Zeit läuft – bis zum ersten Schultag im September sind es nur noch wenige Monate.

Und die Mittelschüler aus Dachau-Süd bleiben nicht nur für wenige Monate. Geplant ist, dass die Sanierungen in der Mittelschule bis 2019 abgeschlossen sind und die Volkshochschule die Ludwig-Thoma-Schule wieder nutzen kann. Das dauert also noch.

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