Fünf Frauen stehend
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Geballte Frauen-Power im Thomahaus: Marese Hoffmann, Beate Walter-Rosenheimer, Katrin Staffler, Susanne Droth und Stephanie Burgmaier (von links).

„Ladies-Talk“ mit Bundes- und Kommunalpolitikerinnen im Dachauer Thomahaus

Von Gästinnen und Rollenbildern

„Ladies-Talk“: Fünf Politikerinnen haben sich in Dachau über aktuelle Themen ausgetauscht: unetr anderem Mütterrente und Klimawandel.

Dachau – Die Kreisrätinnen Marese Hoffmann von den Grünen und Stephanie Burgmaier von der CSU hatten jetzt zum „Ladies-Talk“ im Rahmen eines interfraktionellen Kreisrätinnen-Treffs ins Ludwig-Thoma-Haus geladen. Auf dem Podium saßen die Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler (CSU) und Beate Walter-Rosenheimer (Grüne) sowie Susanne Droth von den Freien Wählern, die zum ersten Mal bei der Bundestagswahl antritt.

Fragen kamen von den Moderatorinnen, aber dann auch aus dem Publikum und Zuschauern des Livestreams, denn die Veranstaltung wurde pandemiebedingt auch online angeboten. Nach einer kurzen Warm-up-Runde, bei der zu erfahren war, dass die studierte Biochemikerin Staffler ein „Landei“ ist und gern Leberkässemmeln isst, während Beate Walter-Rosenheimer dann doch ein „Stadtkind“ ist und Veggieburger bevorzugt, ging es dann richtig los.

Ein Thema des Abends war die sogenannte Mütterrente. Die 39-jährige CSU-Bundestagsabgeordnete Staffler sieht darin eine „Frage der Gerechtigkeit“ – auch wenn die CDU das Thema zuletzt wegen unmöglicher Finanzierbarkeit aus dem gemeinsamen Wahlprogramm gestrichen hatte. Susanne Droth sieht die Mütterrente noch kritischer. „Das Standing der Mütter muss sich ändern“, fordert die 50-jährige Gastronomin aus Fürstenfeldbruck. Für die Mütterrente solle man nicht „die Rentenkasse plündern“, legte die fünffache Mutter Doris Walter-Rosenheimer nach.

Weitere Themen, mit denen sich die Damenrunde befasste, waren „Klimawandel und Frauen“ sowie die „Care-Arbeit“, also Pflegearbeit. Für Pflegekräfte, die meist Frauen seien, ist laut Marese Hoffmann nur geklatscht und ein maximaler Bonus in Höhe von 1500 Euro gezahlt worden, währenddessen die Bundesregierung für den Kauf eines E-Autos einen Bonus von 3000 Euro ausgelobt habe. Susanne Droth führt als Gastronomin mit ihren Gästen aus diesen Berufen auch viele Gespräche, wie sie die Anwesenden wissen ließ. Viele fühlten sich „überfordert und alleingelassen“. Ihre Forderung daher: „Frauen aus Pflegeberufen müssen in die Politik!“

Die Fragen aus dem Publikum kamen überwiegend von Kreisrätinnen, wie etwa Lena Wirthmüller aus Haimhausen, die sich „erschrocken über das traditionelle Rollenbild“ in ihrem Umfeld zeigte. Alle Politikerinnen waren sich einig, dass ich das traditionelle Rollenbild ändern müsse. Aber: „Hausmann zu sein, muss man in unserer Gesellschaft erst mal aushalten“, gab Droth den Anwesenden als Denkanstoß mit.

Apropos Denkanstoß: Am Ende bedankte sich Marese Hoffmann – ganz Gender-gerecht – bei den anwesenden „Gästinnen“ für deren Kommen.

Simone Wester

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