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Diese Gelbwangenschildkröte und acht weitere Schildkröten warten auf ein neues Zuhause. Alle wurden gefunden.

Fundtiere im Tierheim Dachau

Vor die Tür gesetzt

Der Urlaub steht vor der Tür. Aber was soll nun mit dem Haustier geschehen? Manche Menschen lösen dieses Dilemma ganz leicht und setzen ihr Haustier einfach auf die Straße – ohne sich der Konsequenzen ihrer Tat bewusst zu sein.

Dachau – Endlich ist es soweit: Die Koffer sind gepackt und man ist startklar für den langersehnten Urlaub. Die Vorfreude ist groß, wäre da nicht noch eine Sache: Was geschieht derweil mit Kater Charly? Da es natürlich keine Zeit mehr für lange Überlegungen gibt, wird der Stubentiger kurzerhand vor die Tür gesetzt.

Mit diesem Problem haben viele Tierheime zu kämpfen. „Es ist schwer zu sagen, wann am häufigsten Tiere ausgesetzt werden“, berichtet Silvia Gruber, Vorsitzende des Tierschutzvereins Dachau. „Aber in den Sommerferien steigt die Tendenz der Fundtiere.“

Laut der Tierschützerin ereilt besonders Katzen und Kleintiere das Schicksal, ausgesetzt zu werden. Diese würden oft zufällig in Wäldern oder in Nachbarsgärten entdeckt werden, sagt Silvia Gruber.

„Leider werden nicht immer alle Haustiere gefunden, die im Wald ausgesetzt werden“, so Gruber. Dies habe lebensbedrohliche Auswirkungen auf die Haustiere. Da jene im Gegensatz zu den Wildtieren kaum mehr Tarnfarben besitzen, geben sie eine leichte Beute für Fressfeinde ab.

Vor kurzem gefunden wurde eine Bartagame in Weichs: Sie wurde am 3. Juni in der Hauptstraße entdeckt und wartet nun im Tierheim auf Besitzer. Eine Vierzehenschildkröte wurde in Dachau in der Augsburger Straße gefunden. Und insgesamt acht Wasserschildkröten, die alle gefunden wurden, warten im Tierheim auf ein neues Zuhause. Es handelt sich um Gelb- und Rotwangenschildkröten.

Besonders das Aussetzen von Wasserschildkröten stellt ein großes Problem dar, erklärt Gruber: „Denn das natürliche Gefüge wird völlig durcheinander gebracht.“ Die Amper sei nicht der natürliche Lebensraum der Wasserschildkröten. Aufgrund ihrer raschen Verbreitung würden sie andere heimische Arten jedoch vertreiben.

Die eigentliche Schuld liegt natürlich am Menschen, der die invasive Art aussetzt. Um die Situation zu verhindern, müsse man sich Gruber zufolge bei der Anschaffung eines Haustiers im Vorhinein folgende Gedanken machen: Wo gebe ich mein Tier in meiner Abwesenheit hin? Habe ich Bekannte, Freunde oder Familie, die sich um das Haustier kümmern? Wäre dies jedoch nicht der Fall „muss man sich rechtzeitig um einen Pensionsplatz kümmern und auch bereit sein, die Kosten dafür zu tragen“, betont Gruber.

Ein weiteres Problem vor dem die Tierschützerin und ihr Team oft stehen, ist die Frage, ob es sich bei einem Tier um ein wirklich ausgesetztes oder lediglich entlaufenes Haustier handelt. „Da sind wir uns oft nicht sicher“, räumt Gruber ein.

Die außergewöhnlichsten Tiere, mit denen das Dachauer Tierheim bisher zu tun hatte, seien entlaufene Nandus, Wallabys und oft aus dem Urlaub unabsichtlich mitgebrachte Skorpione. „Am meisten kümmern wir uns aber um Tiere die ein Handycap haben und deswegen nur sehr schwer vermittelt werden können,“ erklärt Silvia Gruber. Diesen Tieren zu helfen gehöre zu den schönen Momenten ihrer Arbeit ihm Tierheim.

Verena Möckl

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