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Immer Wollsocken: Kindergartenleiterin Nicole Kalbskopf (links) und Kinderpfleger Marco Russo.

Wenn Dachauer in der Kälte draußen arbeiten müssen

Viele Klamotten, heißer Tee und warme Gedanken

Wer sich derzeit draußen aufhält, braucht ein „dickes Fell“. Oder drei Schichten Klamotten. Die Heimatzeitung hat einige Menschen besucht, deren Arbeitsplatz in der Eiseskälte ist.

Dachau – Deutschland hat mit bis zu minus 27 Grad Celsius die bisher kälteste Nacht des Winters hinter sich. In Dachau hatte es gestern Mittag noch knackige zehn Grad unter Null. Glück hat, wer bei diesem Wetter drin bleiben kann. Die Heimatzeitung hat diejenigen besucht, die trotz der Kälte draußen arbeiten müssen.

Der erste Weg führte in den AWO-Waldkindergarten. Hier kamen die Leiterin Nicole Kalbskopf (26) und der Kinderpfleger Marco Russo (19) gerade mit ihren Schützlingen vom Rodeln zurück. Während die eine Hälfte der Kinder in den warmen Bauwagen flitzte, tummelte sich die andere Hälfte weiter draußen im Schnee. Nicole Kalbskopf erzählt: „Wir haben um 9 Uhr mit unserem Morgenkreis angefangen und waren dann ab 10 Uhr eine Stunde beim Rodeln – da ist Aufwärmen danach schon ganz gut.“

Auch wenn einige Kinder nach dem Rodeln wegen ihrer kalten Füße reingegangen waren, hätten eher Erwachsene Probleme mit der Kälte, meint die Kindergartenleiterin. „Die Kinder sind mit teilweise fünf Schichten warm eingepackt. Dann rennen sie noch die ganze Zeit herum und toben oder wir erkunden gemeinsam den Wald – da wird ihnen eigentlich nicht kalt“, sagt Kalbskopf. Sie selbst schützt sich mit Schneehose, Handschuhen, Mütze und Tee. Das Wichtigste: „Die Kälte darf nicht über die Füße kommen, darum trage ich immer Wollsocken.“

Einen warmen Bauwagen hat Franz Modlmair, Vorarbeiter beim Gerüstbau- und Zimmereibetrieb Mahl, nicht. „Wir müssen ein Gerüst abbauen, damit am Haus Fenster gesetzt werden können. Das dauert etwa zwei Stunden, ein ganzer Tag ist den Leuten bei der Kälte aber nicht zuzumuten“, sagt Modlmair. Sein Mittel gegen die Kälte: „Warme Kleidung, warme Handschuhe und warme Gedanken.“ Außerdem arbeite man ja die ganze Zeit, da werde einem nicht so schnell kalt.

Nach knapp 25 Jahren ist auch Franz Heitmeier ein Kälteexperte. Der 49-Jährige betreibt den Skilift am Monte Kienader, wo er bis in die Nacht draußen steht und die Maschinen betreut. „Das Wichtigste ist die Kleidung“, sagt Heitmeier, „die ist heute ja viel besser als vor zehn Jahren. Dazu trage ich eine Motorradmaske, um das Gesicht vor dem Wind zu schützen.“  

Wenn Heitmeier bei der Arbeit ins Schwitzen kommt, pausiert er kurz, denn: „Wenn man so warm angezogen ist, schwitzt man sich bei der kleinsten Arbeit klitschnass.“ Den Skifahrern gehe es ähnlich. „Wenn die richtig angezogen sind, fehlt sich nichts, die bewegen sich ja. Wenn, dann frieren die Eltern, die auf ihre Kinder warten“, lacht Heitmeier.

mas

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