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Weg damit: Seriencharakter

Keifend, fluchend, heulend: Billig produzierte Pseudo-Familien-Dokus sind weder lustig, noch amüsant. Sondern nur billig. Bitte: weg damit.

Wir wissen alle nicht, wie das passieren konnte. Vielleicht saß eines Tages ein Programmdirektor von RTL/Pro7/Sat1/Vox beim Meeting, warf einen Blick auf die Flip-Chart, und meinte dann ganz nonchalant: „Amerikanische Familienserien sind zu teuer. Wir machen die einfach selber. Auf deutsch. Und billig.“

Als Drehbuchautoren mussten die Praktikanten herhalten, die Kamera hielt ab da einfach der ehemalige Kabelträger und die Darsteller wurden per Kleinanzeige in der Bravo gecastet. Das Ganze heißt dann „Mitten im Leben“ oder auch „Familien im Brennpunkt“. Billig, keine Frage. Und beleidigend, auch keine Frage. Für den Zuschauer. Denn der hat das Vergnügen, sobald er den Fernseher einschaltet, von dauerwellen-geplagten Dagmars belästigt zu werden, von keifenden Mandys, schreienden Jacqulines und fluchenden Kevins. Leider rettet in diesen Fällen weder die Super-Nanny noch der Hunde- Coach die missratenen Bälger – nein, die Familien bleiben eben einfach so wie sie sind. Nämlich am Ende.

Was bleibt, ist das schöne Gefühl, nichts, aber auch gar nichts zu verpassen, wenn man den Fernseher einfach nie wieder einschaltet. Alles hat sein Gutes. Auch Dagmar.

np

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