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Weithin sichtbar: Unbekannte haben auf eine Tafel den Spruch „Lügenpresse? Nein Danke!“ gesprüht und mit derselben Farbe ein Werbeplakat von Michael Schrodi beschmiert. 

Beschädigte Wahlplakate

SPD sauer, AfD bietet 20 000 Euro Belohnung

Überall im Wahlkreis Dachau-Fürstenfeldbruck lächeln uns in diesen Tagen die Kandidaten der einzelnen Parteien für die anstehende Bundestagswahl am 24. September entgegen. Das hat Tradition. Und ebenso ist es üblich, dass Plakate zerstört, zerkratzt oder den Kandidaten mittels eines Eddingstifts ein anderes, mitunter nicht verschönerndes Aussehen verpasst wird. Das zehrt noch stärker an den ohnehin schon angespannten Nerven der Parteien und deren Personal.

Dachau -  SPD-Direktkandidat Michael Schrodi etwa ärgerte sich mächtig über die Beschädigung mancher Poster von ihm in Gröbenzell und Eichenau. So richtig sauer ist er, weil auf einer Tafel der Spruch „Lügenpresse? Nein Danke!“ und die Internetadresse einer rechtsextremen Internetseite aufgesprüht worden ist, genau mit der Farbe, mit der sein Konterfei „verziert“ wurde.

Weiter hat Schrodi in einer Unterführung entdeckt, wie Unbekannte mit oben genannter Farbe die Internetseite des Anführers der rechtsextremen „Identitären Bewegung“, Martin Sellner, bewerben, die nach den Worten Schrodis in engem Kontakt zur AfD und zu neonazistischen Gruppen steht.

Während sich Schrodi lediglich empört, geht der AfD-Bezirksverband Oberbayern viel weiter. Laut einer Pressemitteilung lobt die AfD 20 000 Euro für die Ergreifung derjenigen aus, die ihre Wahlplakate zerstört haben.   

Der Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck der Alternative für Deutschland sieht seinen Wahlkampf durch die massive Zerstörung seiner Plakate stark beeinträchtigt. Speziell in Dachau, aber auch in vielen Regionen des Landkreises Fürstenfeldbruck seien 70 bis 80 Prozent der Wahlplakate zerstört worden. In manchen Ortsteilen sei ein Komplettverlust sämtlicher Plakate durch Diebstahl oder Zerstörung zu beklagen, beklagt die AfD.

„Um dieser Form der politischen Straftaten Einhalt zu gebieten, hat der Bezirksverband Oberbayern eine Erfolgsprämie für die Ergreifung der Täter ausgeschrieben. Der Kreisverband arbeitet dabei mit verschiedenen Sicherheitsunternehmen zusammen und wird ihren Mitarbeitern einen Betrag von 400 Euro für jeden überstellten Straftäter auszahlen. Dafür steht ein Budget von 20 000 Euro bereit“, so AfD-Bundestagskandidat Florian Jäger. „Dass eine solche Maßnahme in unserem vermeintlich sicheren Bayern notwendig ist, zeigt, wie sehr die Demokratie auch im Freistaat unter dem Linksruck in unserer Gesellschaft leidet.“

Der Schaden, der durch zerstörte Plakate entsteht, ist nicht unerheblich, so die Partei. Neben dem reinen Anschaffungswert der Plakate würden vor allem die Kosten für die Aufstellung der Plakate zu Buche schlagen. Jäger: „Für ertappte Plakatzerstörer kann das teuer werden. Neben einer Anklage wegen Diebstahls oder Sachbeschädigung wird der Kreisverband von jedem Täter Schadenersatz fordern.“  dn

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