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So soll es in Zukunft überall am Amperufer aussehen: Auf der rechten Seite wurden die Dämme bereits saniert, ab Winter 2018 werden auf der gegenüberliegenden Seite Bäume und Büsche abgeholzt.

Rodungen entlang der Amper und der Maisach in Dachau und Günding

Kahlschlag für den Hochwasserschutz

Die Abholzungen entlang der Amper und der Maisach gehen weiter – aus Gründen des Hochwasserschutzes. Weite Teile an den Dämmen müssen komplett gerodet werden, damit diese nicht brechen. Die Stadtwerke haben keine Wahl.

Dachau – 500 Bäume wurden bereits am Ufer von Amper und Maisach abgeholzt, auf einer Länge von 1,8 Kilometern, aus Gründen des Hochwasserschutzes. Ende des Jahres gehen die Rodungen weiter: auf der gegenüberliegenden Uferseite von Amper und Maisach sowie entlang der Amper über das Gündinger Wehr auf einer Länge von rund drei Kilometern. Die Stadtwerke informieren die Bürger vorab bei zwei Vor-Ort-Terminen.

Der starke Baum- und Busch-Bewuchs auf den Dämmen von Amper, Werkkanal und Maisach ist für Spaziergänger und Naturfreunde eine Augenweide. Doch dem Wasserwirtschaftsamt München, die für den Hochwasserschutz zuständige Genehmigungsbehörde, ist der Bewuchs ein einziges Ärgernis. Denn die zum Wasser wachsenden Bäume können die Dämme aushebeln. Die Stadtwerke Dachau sind verpflichtet, alle Maßnahmen zur Sicherung der Stauhaltungsdämme an der Amper durchzuführen. Und die Bäume und Sträucher, die in den letzten Jahrzehnten am Ufer gewachsen sind, „sind nicht mehr mit dem ursprünglichen Genehmigungsstand vereinbar“, wie der technische Werkleiter Gerald Nübel in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses sagte.

Laut Nübel lässt sich nicht vermeiden, weite Strecken der Dämme auf der Wasser- und auf der Landseite der Amper komplett zu roden. „Wir müssen einfach tätig werden, denn die Sicherheit der Bevölkerung geht vor“, erklärte Nübel. Im schlimmsten Fall drohe den Stadtwerken die Verpflichtung zum totalen Kahlschlag.

„Das macht keiner zur Gaudi, aber die Zwänge bestehen“, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD). Letztlich müssen sich laut Nübel die zuständigen Behörden der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Dachau und des Wasserwirtschaftsamtes München, beratend unterstützt vom Landesamt für Umweltschutz, einig werden. Der OB meinte: „Wir hoffen, so viele Bäume stehen lassen zu können wie möglich.“

Die Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Beim ersten Bauabschnitt, der bereits abgeschlossen ist, wurden die Uferbefestigungen vom Kraftwerk Dachau Amper aufwärts bis zur Maisach-Mündung und die Maisach entlang bis zur Brucker Straße auf einer Länge von 1,8 Kilometer erneuert. Damals hatten sich die Stadtwerke übrigens den Vorwurf gefallen lassen müssen, nicht umfassend darüber zu informieren. Das holen die Stadtwerke jetzt nach: Bei zwei Vor-Ort-Terminen wird über den zweiten Bauabschnitt informiert. Hier sollen nun die Dämme am südlichen Amperufer von der Ludwig-Dill-Straße über das Gündinger Wehr bis zur Brucker Straße sowie das Westufer der Maisach von der Brucker Straße bis zur Mündung in die Amper auf einer Länge von drei Kilometern saniert werden. Die Bauarbeiten sollen laut Zeitplan im Winter 2018 beginnen und bis zum Frühjahr 2019 fertig sein.

Fachplaner Alexander Schröttner erläuterte demWerkausschuss die Maßnahmen: Die flache Böschung der Dämme gegenüber der Maisach-Mündung Amper aufwärts wäre in Ordnung, wenn sie nicht so stark mit Bäumen und Büschen bewachsen wäre. Kritisch sei die Situation auch am Werkkanal in Günding. Dahinter lägen Privatanwesen. Hier könnten auch Spundwände für den nötigen Hochwasserschutz sorgen.

Vor-Ort-Termine
für Bürger

Zwei Vor-Ort-Termine mit Begehung kündigte OB Hartmann an. Der erste mit Treffpunkt am Familienbad-Parkplatz in der Ludwig-Dill-Straße findet am Donnerstag, 17. Mai, um 17 Uhr statt. Der zweite speziell für den Ortsteil Günding folgt am Dienstag, 22. Mai, um 17 Uhr. Treffpunkt ist das Wasserkraftwerk Günding, das über die Werkallee erreichbar ist.

rds

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