Auswirkungen der möglichen Fusion

Neues von der „Amper-Lech-Sparkasse“

Keine Mitarbeiterkündigungen, aber mittelfristig ein „sozialverträglicher Abbau von Stellen“ wird die Folge der Sparkassenfusion sein, wenn sie denn zustandekommt.

Dachau – Falls es zu einer Fusion der Sparkassen aus Dachau, Fürstenfeldruck und Landsberg-Dießen kommt, wird der Landkreis Dachau der größte Anteilseigner der neuen Sparkasse sein. Diese für Experten wenig überraschende Nachricht verkündeten die Dachauer Sparkassenvorstände Hermann Krenn und Thomas Schmid auf einer Informationsveranstaltung für Mandatsträger aus den bisherigen Trägerkommunen des Landkreises.

Darüber hinaus erläuterten die Vorstände, warum eine Fusion der bisher selbstständigen Institute aus Dachauer Sicht sinnvoll und notwendig sei. Die Größe des Anteils, den die einzelnen Träger einer Sparkasse besitzen, hat zum einen Auswirkungen für die Anzahl der Sitze, die die Träger in die neu zu formierende Zweckverbandsversammlung der Sparkasse und in deren Verwaltungsrat schicken können. Zum anderen ist sie dann relevant, wenn die neue Sparkasse sich entscheiden würde, einen Teil ihrer Gewinne an die Träger auszuschütten.

Darüber hinaus zeigt sie natürlich, wie stark die bisherigen Sparkassen aufgestellt sind. Da die Brucker Sparkasse eine höhere Bilanzsumme aufweist und mit dem Landkreis Fürstenfeldbruck ein größeres Geschäftsgebiet abdeckt, verdeutlicht das vom Sparkassenverband Bayern erstellte Wertgutachten, dass die Brucker Vorstände in den vergangenen Jahren weniger erfolgreich als ihre Dachauer Kollegen gewirtschaftet haben.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Dachauer Sparkasse, Landrat Stefan Löwl, bezeichnet den Abstand der beiden größeren möglichen Fusionspartner Dachau und Fürstenfeldbruck als „nicht so riesig“. Die Landsberger würden mit deutlichem Abstand der kleinste Träger werden. Das Bewertungsergebnis lässt sich darauf zurückführen, dass der Sparkassenverband Bayern bei der Berechnung der Unternehmenswerte der einzelnen Sparkassen neben den direkten Erfolgsindikatoren wie Ertragskraft und Bilanzsumme auch Faktoren wie die Anzahl der Einwohner der jeweiligen Geschäftsgebiete oder die Steuerkraft der betroffenen Landkreise miteinbezieht.

Nach welchen Kriterien und Gewichtungen der Sparkassenverband sein Gutachten im Detail erstellt hat, wird von diesem unter Verschluss gehalten. Löwl nennt das Vorgehen somit auch eine „politische Bewertung“ und lehnt aufgrund des öffentlichen Auftrags der Sparkassen das bei Bewertung von anderen Banken oder Unternehmen sonst übliche Ertragswertverfahren ab. Diese würde, so Experten, wahrscheinlich den Bewertungsabstand zwischen der Sparkasse Dachau und der Sparkasse Fürstenfeldbruck noch vergrößern.

Neben der Frage der Anteile an der neuen Sparkasse standen die zukünftige Struktur und die sich aus einer Fusion ergebenen Konsequenzen für die Mitarbeiter im Fokus. Die neue Sparkasse, die den Namen „Amper-Lech-Sparkasse“ tragen soll, solle in jedem der bisherigen Geschäftsgebiete weiter prominent vertreten bleiben und langfristig ein Mitglied des Vorstands vor Ort haben.

Löwl versprach auch, dass es fusionsbedingt keine Kündigungen von Mitarbeitern geben werde. Während es für die Mitarbeiter der Dachauer Geschäftsstellen keine Änderungen geben soll, werde es in den Stäben zu Verschiebungen und mittelfristig zu einem sozialverträglichen Abbau von Stellen kommen.

Teilnehmer der Informationsveranstaltung berichten, dass von Führungskräften auch mehr Mobilität verlangt werde.

Auf die Frage der Dachauer Nachrichten, wie er die Chancen für das Gelingen der Fusion sehe, antwortete Löwl: „ Vor der Informationsveranstaltung 50:50. Danach ein bisschen mehr für die Fusion.“ Als große Herausforderungen, damit es zur Fusion kommen kann, sieht er zum einen eine faire Aufteilung der zukünftigen Gewerbesteuer vor allem zwischen den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck. Sonst bestünde die Gefahr, dass Dachau zu Lasten Brucks, wo auch handelsrechtlich der Sitz der neuen Sparkasse liegen soll, benachteiligt werde (wir berichteten). Um diese Frage zu klären, werde ein Gutachten einer Unternehmensberatung angefertigt, das im Herbst vorliegen soll.

Als zweite Herausforderung nennt Löwl, dass es gelinge, die kleineren Träger Markt Indersdorf und Altomünster von den Vorteilen einer Fusion zu überzeugen.

Über die Fusion abstimmen dürfen jedoch nicht alle Mitglieder des Kreistags und der Gemeinderäte der betroffenen Kommunen. Weil die Sparkasse Dachau bei einer Fusion diejenige wäre, die die anderen Sparkassen aufnehmen würde, ist für die Entscheidung über die Fusion in Dachau die Verbandsvertreterversammlung zuständig. Dort sitzen nur ausgewählte Vertreter der Träger.

In Bruck und Landsberg dagegen müssen die betroffenen Kreistage und Kommunalparlamente als Ganzes zustimmen. Löwl rechnet mit Entscheidungen bis zum Herbst 2018.

hi

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