Das Landgericht hat ein Urteil gefällt.
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Das Landgericht München ließ in zweiter Instanz Milde walten.

Hausmeister (29) aus Dachau vor dem Landgericht

Wenn er betrunken war, ging er auf Diebestour

  • Angela Walser
    VonAngela Walser
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Ein 29-jähriger Hausmeister aus Dachau hat vor dem Landgericht München II eine zehnmonatige Haft abwenden können. Nach wiederholtem Diebstahl war er im November vergangenen Jahres in erster Instanz vom Amtsgericht Dachau zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. In der Berufung traf er in München auf einen nachsichtigen Richter. Als Bewährungsauflage muss er 100 Sozialstunden ableisten.

Dachau - Eine Fotokamera (Wert 1189 Euro) und ein Smartphone für 345 Euro hatte er geschickt aus einem Dachauer Elektromarkt mitgehen lassen. Mit der Kamera schlich er sich an einer Kundin vorbei, als die Kassenkraft abgelenkt war. Das Handy packte er aus und schmuggelte es über einen toten Winkel der Überwachungskameras aus dem Geschäft. Als die Mitarbeiter am nächsten Morgen die Handy-Verpackung fanden, begannen sie zu ermitteln. Mittels der Überwachungskamera und über Facebook fand der Geschäftsführer den Täter. Bei der Wohnungs-Durchsuchung rückte er das Handy und die Kamera heraus.

Laut Ersturteil handelte es sich um Spontantaten, der Mann war geständig. In seinem Auszug aus dem Bundeszentralregister (BZR) waren zehn Einträge aufgelistet, meistens Vermögensdelikte oder Diebstähle. In der Regel war er erheblich angetrunken gewesen, wenn er auf Diebestour ging. Er suchte sich einen Therapie-Platz, brachte das Diebesgut zurück und schaffte es, in den vergangenen Monaten abstinent zu bleiben. Dabei half ihm auch die Suchtberatung.

Seit zwei Monaten sei er abstinent, erklärte er und bat den Vorsitzenden Richter Johannes Feneberg, irgendeine Möglichkeit zu finden, sein Gewerbe hinzubekommen. Denn der 29-Jährige hatte sich als Hausmeister selbstständig gemacht und konnte bereits einen Mitarbeiter anstellen. Wenn er jetzt ins Gefängnis müsse, wäre seine kleine Firma kaputt, sagte er. Als Litauer würde er dann ausgewiesen. Der Richter änderte daraufhin die Haft- in eine Bewährungsstrafe ab.

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