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Wenn des Jägers Büchse schweigt

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Von: Thomas Zimmerly

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Braucht keine Angst vor Jägern zu haben: Graugans mit Jungem.
Braucht keine Angst vor Jägern zu haben: Graugans mit Jungem. © Michael Matziol

Mit der „Entnahme von Gänsen am Karlsfelder See“ befasste sich der Kreisausschuss - und lehnte solcherlei kategorisch ab.

Dachau - Geht es nach dem Antragsteller, der AfD, sollen einige der geselligen Vögel erschossen werden, sodass ihre Zahl „auf ein erträgliches Niveau“ zurückgehe. Der Antrag sorgte für Kopfschütteln allenthalben im Plenum. Die Grünen sowie die CSU forderten in einem Gegenantrag gar die Nichtbehandlung des AfD-Begehrs.

Gänse sind ein Problem am Karlsfelder See

Die Grau- und Kanadagänse sind ein Problem am Karlsfelder See, da sind sich alle einig. Die Dachauer Nachrichten hatten berichtet, warum: Sage und schreibe 170 Portionen Kot scheidet ein einziger Vogel täglich aus; im Wasser, auf den Liegewiesen und den Wegen. Gefährlich für die Gesundheit der Badegäste seien diese Hinterlassenschaften – entgegen der Behauptung der AfD – allerdings nicht, so Löwl, denn der See sei Grundwasser gespeist. Er sei gar einer der saubersten Seen im Großraum München.

Trotzdem beharrte die AfD in der Sitzung auf dem Abschuss der Vögel. Parteisprecher Markus Kellerer sagte, man habe mit Jägern gesprochen, „und die sagen, es würde gehen, wenn man will“. Kellerer führte den Tegernsee als Beispiel an. Da hätten Jäger bereits drei Mal Jagd gemacht – und die Gänse seien danach weniger geworden.

Andere Ausschussmitgliedern dachten bezüglich des Jagens und Schießens praktisch. „Der See ist permanent besucht“, sagte der Landrat, „da sind von 4.30 bis 24 Uhr Jogger unterwegs“. Man müsste das gesamte Gewässer absperren. Dazu bräuchte es 50 Mann Sicherheitspersonal. Dr. Carsten Schleh von den Grünen meinte schlicht: „Das ist ein naturbelassener Badesee, und da sind natürliche Gäste da. Wer das nicht mag, der kann ja ein Schwimmbad aufsuchen.“

Alle Möglichkeiten sind ausgeschöpft

Ach ja, und dann ist da noch eine Sache: Wenn der Jäger seine Büchse knallen lasse, so Landrat Löwl, fliege der Rest der Vögel weg und ward vorerst nicht mehr gesehen. Der Erfolg des Schießens sei folglich überschaubar.

Stefan Kolbe, CSU und Karlsfelds Bürgermeister, wies darauf hin, dass alle Möglichkeiten, sich der gefiederten Gäste zu entledigen, „ausgeschöpft sind“. Landrat Löwl assistierte: Eier einsammeln gehe nicht, weil die Tiere nicht am See brüteten. Das Schließen des Sees würde bei der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe stoßen. Schließlich könnte das zuständige Landratsamt anordnen, dass am See nicht mehr gegessen wird „und wir das Gras einen Meter hoch stehen lassen“. „Doch das wollen wir nicht“, so Löwl.

Am Ende machte der Kreisausschuss wenig Federlesens mit dem AfD-Antrag. Alle Ausschussmitglieder – bis auf Kellerer – waren sich einig, dass er nicht noch einmal behandelt wird. Kurzum: Es gibt am Karlsfelder See weiter freie Gänse, die sich frei bewegen können.

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