Autofahrer, die im absoluten Halteverbot parken
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Autofahrer, die im absoluten Halteverbot parken, müssen in Dachau bald teure Konsequenzen fürchten.

Ab Montag wird Falschparken in Dachau teuer

Wer blockiert, wird abgeschleppt

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Wer in Dachau im absoluten Halteverbot geparkt hat, kam bisher vergleichsweise günstig davon. Ab Montag, 11. Januar, wird sich dies jedoch ändern. Dann nämlich wird abgeschleppt.

Dachau – Die Einführung des Zehn-Minuten-Takts auf den städtischen Buslinien 720, 722 und 726 war in den vergangenen Monaten nicht nur mit enormen Kosten, sondern auch mit einem enormen organisatorischen Aufwand verbunden.

Zusätzliche Busse mussten bestellt, neue Busfahrer eingestellt und neue Fahrpläne zusammengestellt werden. Auch dass die Busse künftig störungsfrei durch die Große Kreisstadt rollen können, musste sichergestellt werden. Dies geschah zum einen durch bauliche Maßnahmen, etwa indem an einigen Stellen im Stadtgebiet Fahrbahnverbreiterungen vorgenommen wurden, beispielsweise an der Straße der KZ-Opfer/Pater-Roth-Straße.

Die ungebremste Bus-Fahrt durch die Stadt soll künftig aber auch dadurch gewährleistet werden, dass man etwaige Hindernisse wie Falschparker möglichst aus dem Weg räumt. Hierzu unterzeichnete Oberbürgermeister Florian Hartmann mit dem für Dachau zuständigen Polizeipräsidium Oberbayern Nord nun eine Abschleppvereinbarung nach dem sogenannten Münchner Modell. Das heißt: Wer künftig im absoluten Halteverbot parkt und damit andere Verkehrsteilnehmer behindert, wird nicht mehr nur mit einem Strafzettel verwarnt, sondern auch direkt abgeschleppt.

Die Vereinbarung trat zum 1. Januar in Kraft, umgesetzt werden soll sie ab kommenden Montag. Das Besondere am Münchner Modell erklärt Polizeihauptmeister Andreas Steinhard von der PI Dachau: Demnach sei dieses Modell eine Abwandlung des polizeilichen Abschleppens von Falschparkern. Dabei werde der Verkehrsverstoß zunächst von einem Mitarbeiter der kommunalen Verkehrsüberwachung festgestellt, der daraufhin die Dachauer Polizei informiert, die wiederum dann das Abschleppunternehmen beauftragt. Neben der Stadt München, die diese Form der Zusammenarbeit zwischen Polizei und kommunaler Verkehrsüberwachung seit Jahren umsetzt, hat auch die Stadt Erding im vergangenen Jahr eine entsprechende Vereinbarung mit dem Polizeipräsidium Oberbayern Nord unterzeichnet.

Großer Aufwand für Verkehrsüberwacher

Doch der Aufwand, den die städtischen Verkehrsüberwacher mit dieser neuen Regelung betreiben, ist enorm, wie auch Stefan Januschkowetz als Leiter des Dachauer Ordnungsamt zugibt. Bereits im Vorjahr habe man extra dafür ein neues Dienstfahrzeug angeschafft sowie eine neue Vollzeitkraft eingestellt. Zudem, so Januschkowetz, suche die Stadt noch weiteres Überwachungspersonal; entsprechende Bewerbungsgespräche würden in den kommenden Tagen und Wochen laufen. Klar, die Verkehrsüberwacher, die den Falschparker feststellen, müssen Januschkowetz zufolge neben dem Auto warten, bis der Abschleppdienst eintrifft, sie müssen den Abschleppvorgang aufmerksam begleiten und vorherige Schäden am Fahrzeug dokumentieren. „Dies“, so heißt es aus dem Rathaus, „geschieht sowohl im Interesse von Stadt und Polizei als auch des Fahrzeughalters, damit es nicht zu Streitfällen über vermeintlich beim Abschleppvorgang entstandene Schäden kommt“.

Angst, nun bei jedem noch so kleinen Parkverstoß abgeschleppt zu werden, müssen die Autofahrer aber dennoch nicht haben, betonen Polizist Steinhard und Ordnungsamtsleiter Januschkowetz. „Ideal wäre es, wenn wir gar nicht abschleppen müssen. Wir wollen ja gar kein Geld verdienen“, hofft Januschkowetz. Auch Steinhard verspricht, die Sache „mit Fingerspitzengefühl“ und „immer vor dem Hintergrund der Verhältnismäßigkeit“ anzugehen.

Das heißt: Wer sein Auto zwei Minuten im Parkverbot abstellt, weil er schnell in der Post ein Packerl abgeben will, muss nicht fürchten, abgeschleppt zu werden. Auch wer in der Nacht sein Auto vielleicht nicht ganz so parkt, wie es korrekterweise geparkt werden sollte, kann auf Kulanz hoffen. Keine Gnade aber wollen Stadt und Polizei da walten lassen, wo über einen längeren Zeitraum der Busverkehr, Fußgänger und Radfahrer behindert werden, wo Feuerwehranfahrtszonen blockiert oder Behindertenparkplätze zugestellt werden.

Da die neue Regelung sowohl für die Stadt als auch die Polizei „Neuland“ ist, wie Januschkowetz es formuliert, wollen beide Seiten „langsam anfangen und beobachten, wie es anläuft“. Eine Welle von Abschleppungen würde Januschkowetz zufolge ja „auch die Polizei überfordern“. Steinhard aber glaubt ohnehin, dass die drohenden Kosten die meisten Falschparker abschrecken dürften, dies habe sich auch bereits in Erding gezeigt: „Wenn wir dort im Monat einen abschleppen, dann ist es viel.“

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