Frauenpower: v.l. Die Organisatorinnen aus Dachau, Annika Wenzel, Lena Heilein, Ines Bugner, Alice und Lina Homann, wollen den Erlös des Festivals für einen guten Zweck spenden.
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Frauenpower: v.l. Die Organisatorinnen aus Dachau, Annika Wenzel, Lena Heilein, Ines Bugner, Alice und Lina Homann, wollen den Erlös des Festivals für einen guten Zweck spenden.
Yogakurs im Freien: Beim White Paper Festival konnten sich die Besucher treiben lassen oder aktiv werden.
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Yogakurs im Freien: Beim White Paper Festival konnten sich die Besucher treiben lassen oder aktiv werden.
In der ehemaligen Holzlagerhalle traten Kofelgschroa aus Oberammergau auf.
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In der ehemaligen Holzlagerhalle traten Kofelgschroa aus Oberammergau auf.
Blumenkränze im Haar und eine Gelegenheit für gute Gespräche gab es auf den stillgelegten Bahngleisen.
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Blumenkränze im Haar und eine Gelegenheit für gute Gespräche gab es auf den stillgelegten Bahngleisen.
Parkour-Sportler zeigten ihr Können. Im Hintergrund die ehemalige Papierfabrik.
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Parkour-Sportler zeigten ihr Können. Im Hintergrund die ehemalige Papierfabrik.

White Paper Festival

Kleines Woodstock auf dem MD-Gelände

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Fünf Freundinnen aus Dachau haben das MD-Gelände zum Leben erweckt. Hunderte Besucher kamen zum White Paper Festival und konnten ein kleines Woodstock erleben. Doch eine Wiederholung ist ungewiss.

Dachau – Ein Hauch des Hippie-Festivals von Woodstock wehte am Wochenende über das MD-Gelände. Flatternde Batik-Kleider, Blumenkränze im Haar, Sänger mit langen Mähnen, Musik, die nicht im Radio läuft – zurück in den 70er Jahren. 

Zukunft des White Paper Festivals ist ungewiss

Die fünf Freundinnen aus Dachau, Annika Wenzel (29), Lena Heilein, Ines Bugner (34), die Schwestern Alice (29) und Lina Homann (31), haben es geschafft: Nach acht Monaten Vorbereitung ist ihr Herzensprojekt, das White Paper Festival, über die Bühne gegangen. „Es hat uns in unserer Freundschaft gestärkt“, sagt Lina Homann. Ob sich die Freundinnen die Plackerei wieder auftun wollen, wissen sie aber noch nicht.

Rund hundert Fahrräder stehen vor dem Haupteingang der MD-Papierfabrik in der Ostenstraße. Auf der anderen Straßenseite strömen hunderte Menschen zur ehemaligen Holzlagerhalle. Das Gelände liegt seit rund zehn Jahren brach – die Freundinnen haben es wieder zum Leben erweckt. Dahinter steckt viel Arbeit: „Wir mussten erst das ganze hohe Gras vor der Halle mit der Sense wegmähen“, erzählt Homann. 

Verhandlungen mit Eigentümer des MD-Geländes waren nicht einfach

Dazu kamen die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Geländes, Horst Ullmann, „die auch nicht so einfach waren“, sagt Homann. Und der Alltag, den sie neben der Festivalvorbereitung meistern mussten: Alice Homann studiert Innenarchitektur, Annika Wenzel BWL, Lina Homann ist Mama und Grafikerin, Ines Bugner in Elternzeit und Lena Heilein Sonderschulpädagogin. Doch die Arbeit hat sich gelohnt.

Festivalbesucher konnten sich treiben lassen

Wo vor wenigen Tagen noch das Gras wucherte, steht am Wochenende eine große Bühne, mehrere Food-Trucks, Menschen relaxen in Liegestühlen oder auf Bierbänken und ratschen – dazu gibt es Deutschpop von Bayern 3-Moderator und Sänger Sascha Seelemann aus Dachau, gesellschaftskritische Gedichte und langsame Musik zum Mitwippen von der Folkband Angela Aux oder Jordan Prince. 

Die Festivalbesucher konnten sich in der Sonne kulinarisch verwöhnen lassen: bei veganem Eis, fairem Kaffee oder Couscous aus dem Holzschälchen.

Die Aktiven konnten Yoga lernen, Blumenkränze binden oder Parkour-Sportler beobachten. In der Holzlagerhalle gab es neben der Bühne auch einen Designmarkt, wo Künstler aus der Region ihre handgemachten Waren anboten: Zum Beispiel „Bavarian Couture“ von Christoph Paul Forstner aus Schwabhausen mit Kleidung, auf der Sprüche wie „Heid geh ma moang erst ins Bett“ stehen. Außerdem gab es Schmuck, selbst hergestellte Messer oder eine Fotobox zum Selfiesmachen.

Am Freitagnachmittag gaben alternative Bands, wie die Zitronen Püppies oder die Express Brass Band, den Startschuss für das Festival. Höhepunkt des Tages: die Heimatband Kofelgschroa. Hunderte Zuschauer drängten sich vor der Bühne, die Lieder der Oberammergauer tönten durch die rund zehn Meter hohe Halle. 

Während sich die Festivalbesucher amüsierten, standen die Freundinnen und ihre 70 ehrenamtlichen Helfer das ganze Wochenende unter Strom.

Freundinnen wollen mit dem White Paper Festival Gutes tun

Denn mit dem Festival wollten die Freundinnen mit ihrem Verein „Wir sind PAUL (Packende Aktionen Unterstützung Leben)“ etwas Gutes tun. Den Erlös wollen sie an die Weitblick-Jugendhilfe Dachau, den Verein Eindollarbrille, die Deutsch-Bulgarische Gesellschaft Mittelhessen und Viva con Agua de Sankt Pauli spenden. 

Das Besucher-Feedback war positiv, aber die Vorbereitungen enorm. „Wir wissen noch nicht, ob wir es nochmal machen wollen“, sagt Annika Wenzel: „Aber es ist sicher ein tolles Gefühl, wenn wir in 30 Jahren zurückschauen.“

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