Wegen Stellwerkstörung: Ostbahnhof geperrt

Wegen Stellwerkstörung: Ostbahnhof geperrt
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Schilderwald statt Blechlawinen: Die Wienerstraße ist keine Verlängerung des Park&Ride mehr, sondern Teil der Anwohnerparkzone Unteraugustenfeld. 

Auswirkungen der neuen Anwohnerparkzone  

Unteraugustenfeld ist leergefegt

Die Anlieger können, gegen eine geringe Gebühr, nun wieder vor ihrem Haus parken. Sie können mit der Einführung der Anwohnerparkzone in Unteraugustenfeld zufrieden sein, denn die Straßen sind wie leergefegt. Keine Glücksgefühle kommen dagegen bei den Lehrern des Ignaz-Taschner-Gymnasiums oder bei den Mitarbeiter des Caritas-Zentrums auf.

Dachau– Des einen Freud’ ist des anderen Leid: Seit Anfang Dezember ist die am Bahnhof gelegene Siedlung Unteraugustenfeld Dachaus erste Anwohnerparkzone. Konkret heißt das: Zwischen TSV-Gelände, Jahnstraße, Schleißheimer Kanal und Bahntrasse kostet Parken 50 Cent für jede angefangene Stunde. Je nach Straße greift die Regel zwischen 9 und 17 bzw.18 Uhr.

Das Ergebnis war sofort sichtbar: Von einem Tag auf den anderen sind die Autos, die zuvor jeden Quadratmeter der Siedlung zugeparkt hatten, allesamt verschwunden.  

Anwohner wie Carina Hauer sind zufrieden: „Wir haben zwar private Stellplätze vor dem Haus, aber früher waren die nahezu täglich mit fremden Autos vollgeparkt, wir Anwohner mussten auf der Straße parken.“ Sie ist glücklich über die Neuregelung, ihr Parkplatz ist immer frei. Im Übrigen glaubt sie: „Die Autos stehen jetzt woanders, die Leute können ja nicht alle auf einmal Fahrrad fahren.“  

Wer als Anwohner über keinen eigenen Stellplatz verfügt, kann für 30 Euro im Jahr einen Parkausweis beantragen und, von Ordnungshütern unbehelligt, die freie Parkplatzwahl genießen.

Doch nicht alle sind zufrieden, denn das Unteraugustenfeld ist kein reines Wohngebiet: Es beherbergt das Ignaz-Taschner-Gymnasium und das Caritas-Zentrum. Beide hatten im Vorfeld wegen ihrer besonderen gesellschaftlichen Rolle um Sonderparkregelungen für ihre Mitarbeiter gebeten.

Geholfen hat es im Fall der Caritas nichts, die Stadt wollte keinen Präzedenzfall schaffen. Die Mitarbeiter müssen sich nun mit den Stellplätzen vor dem Gebäude und in der Tiefgarage begnügen, für jeden zusätzlichen Parkplatz muss streng nach Tarif bezahlt werden. Caritas-Kreisgeschäftsführerin Heidi Schaitl bedauert das sehr: „Wir hätten uns zumindest für unsere Ehrenamtlichen Anwohnerparkausweise gewünscht. Jetzt ist es so, dass wir die Parkkosten für die Ehrenamtlichen erstatten. Das gilt auch für die Mitarbeiter, die mit ihrem Auto für uns unterwegs sind.“ Die Parktickets sind nun ein fixer Kostenpunkt für den wohltätigen Verein.

Für die Angestellten, die mit dem Auto „nur“ zur Arbeit fahren, sei eine Kostenerstattung finanziell nicht machbar. „Das tut mir sehr leid“, sagt Schaitl, „denn im sozialen Bereich wird man nicht reich. Da fallen die etwa 80 Euro Parkgebühr im Monat schon ins Gewicht.“

Ein anderer Fall ist das ITG: Es verfügt über keine eigenen Stellplätze, braucht aber laut Bauordnung welche. Darum wurden für jeden Wochentag von der Stadt jeweils 31 Parkausweise ausgegeben – für die Stellplätze auf dem Parkplatz des TSV 1865 Dachau. Die 500 Meter bis zur Schule schrecken die Lehrerin Helga Eham beispielsweise nicht: „Ich versuche es als kleinen Spaziergang zu sehen. Was mich dabei nur etwas frustriert, ist, an lauter leeren Parkplätzen vorbeizugehen.“

Für das „Taschner“ ist die Parksituation nur eine Übergangslösung: Im September 2019 soll der Optimierungsbau für das Gymnasium fertig sein – und mit ihm 42 Tiefgaragenstellplätze.

Der Übergang gestaltet sich aber kompliziert: Etwa 50 Lehrkräfte kommen mit dem Auto zur Schule, die Parkberechtigungsscheine müssen im Schichtbetrieb genutzt werden. Peter Sander etwa fühlt sich vor den Kopf gestoßen, denn für ihn ist Lehrer zu sein mehr als nur unterrichten: „Das Schulprofil wird durch ein breitgefächertes Angebot wie die P-Seminare und Jugend-forscht-Gruppen ergänzt. Unsere Gruppen sind im bayernweiten Vergleich sehr erfolgreich – das funktioniert aber nur durch den Einsatz von Schülern und Lehrern, auch in ihrer Freizeit“.

Der Pädagoge sieht in der Parksituation eine Schieflage: „Man versucht als Lehrer den Schülern, auch aus der Stadt Dachau, etwas Besonderes zu bieten. Man bringt schweres Material, das man ausladen muss, man lädt Referenten ein, die ihre Zeit honorarfrei opfern, um Schülern Einblicke in ihre Unternehmen zu geben. Die Fachschaft Mathematik will für den Abiturjahrgang kostenlose Nachhilfe an den Nachmittagen anbieten, die regelmäßigen Treffen mit dem Elternbeirat sind auch keine Arbeitszeit für uns – und dafür sollen wir auch noch Parkgebühren bezahlen?“ Peter Sanders ernüchterndes Fazit: „Wertschätzung sieht für mich anders aus.“

Matthias Schneider

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