300000 Besucher kamen heuer aufs Volksfest in Dachau. Ein guter, aber kein überragender Wert.
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300000 Besucher kamen heuer aufs Volksfest in Dachau. Ein guter, aber kein überragender Wert.

Wiesn2019

Volksfest verzeichnet Besucherrückgang

Nach Rekordwerten im vergangenen Jahr hat sich das Dachauer Volksfest heuer wieder durchschnittlich präsentiert: mit erfreulich normalen Besucherzahlen. Am Glückshafen mussten sich die Losverkäufer viele schlechte Witze anhören...

Dachau – Ob es an der Stammstreckensperrung an den Wochenenden oder dem durchwachsenen Wetter lag, lässt sich im Nachhinein nicht mehr eindeutig feststellen. Sicher ist: Nach dem Rekordwert von 350 000 Besuchern im Vorjahr, wovon überdurchschnittlich viele aus München und Fürstenfeldbruck gekommen waren, fällt die diesjährige Volksfestbilanz wieder normal aus.

300 000 Besucher kamen laut Markus Haberl, dem zuständigen Amtsleiter im Dachauer Rathaus, auf die Festwiese. Das Volksfest habe sich dabei als ein „Fest für und mit den Dachauern“ präsentiert. Dass der Rekordwert von 2018 nicht geknackt wurde, sehen die Verantwortlichen angesichts der damals beklagten „Münchner Zustände“ auch nicht als Problem an. Im Gegenteil.

„Wir haben den Besucherrückgang nicht gemerkt“, betont denn auch Rudolf Stauß vom Franziskaner-Zelt. Sein Biergarten sei überdacht, so dass die Gäste auch draußen sitzen konnten. Und der traditionell vollste Tag, vor Mariä Himmelfahrt, sei auch in diesem Jahr wieder „eine Katastrophe“ gewesen, so Stauß. Wegen Überfüllung habe er – genau wie Christian Naumann vom „Naumann’s“ – sein Zelt schließen müssen. „Es hat keiner mehr reingepasst“, berichtet Naumann. Und Stauß beklagt, dass es schon eine „gewisse Schwierigkeit“ darstelle, mit der Zeltschließung „auf Verständnis zu stoßen“.

Auch in Ewald Zechners großem Festzelt war am Mittwoch viel los, allerdings sei – wie an allen anderen Tagen auch – „alles im grünen Bereich“ gewesen. Klar, im Biergarten hätte ein bisschen mehr los sein können, aber er sei dennoch „grundsätzlich sehr zufrieden“. Bemerkenswert ist aus seiner Sicht in diesem Jahr jedoch vor allem der reißende Absatz, den seine vegetarischen und veganen Speisenangebote gefunden hätten. 10,8 Prozent machte das fleischlose Essen mittlerweile von seinem Umsatz aus; ein Grund, warum er dieses Angebot im nächsten Jahr „sicher noch einmal ausbauen“ will. Gleiches berichtet Christian Hefele vom Festzelt Schweiger: Auch dort seien die erstmals angebotenen Käsespätzle und der Quinoa-Salat außergewöhnlich gut gegangen. Er wolle „das Vegetarische daher auf jeden Fall beibehalten“! Andrea Schneider, Festwirtin des „S’Ziegler“-Zelts, hat ebenfalls schon Pläne für das kommende Jahr: Ihre neue Weinlaube sei „super angenommen“ worden. Daher soll es die Laube auch in 2020 geben.

Volksfest Dachau: Scherze am Glückshafen

Die Schausteller sind laut Sprecher Paul Tille mit der diesjährigen Bilanz ebenso zufrieden: „Die Umsätze der Fahrgeschäfte und Imbisse sind gut!“ Im Vergleich dazu hätten die Spielgeschäfte allerdings „so lala“ abgeschnitten, wie Tille sagt. Das wechselhafte Wetter habe beim Umsatz aber kaum einen Unterschied gemacht: „Der Regen hat immer wieder aufgehört, so dass sind die Leute trotzdem gekommen sind.“

Die Polizei hatte zwar laut Sprecher Stefan Reichenbächer viel zu tun, spricht aber, zumindest was das Geschehen auf dem Festplatz betrifft, alles in allem von einem ruhigen Jahr. Verzeichnet wurden demnach fünf tätliche Angriffe auf Polizisten sowie zehn Körperverletzungen, die zum Glück jedoch ohne schwerwiegende Folgen blieben. Weiterhin wurden elf Platzverweise ausgesprochen. Auch zwei Masskrugdiebe gingen der Polizei ins Netz, ebenso wie zwei Minderjährige, die versucht hatten, mit den Ausweisen Erwachsener in das „S’Ziegler“-Zelt zu kommen.

Das Einzige, was in diesem Jahr daher tatsächlich als außergewöhnlich bezeichnet werden darf, ist die Kommunikationsfreude der Kunden am städtischen Glückshafen. Laut Stadt seien die Eltern „gut darauf eingestellt“ gewesen, für ihre minderjährigen Kinder die Lose kaufen zu müssen. Verbunden wurde die Geldübergabe laut Amtsleiter Haberl jedoch häufig mit „dem einen oder anderen Scherzchen“ bezüglich der vermeintlichen Suchtgefahr, die vom Losen auf unbefleckte Kinderseelen ausgehe. Diese Witze, so Haberl, seien natürlich erwartbar gewesen, immerhin aber „waren nicht alle schlecht“.  zip/ly

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