Spitzenreiter: In Vierkirchen und Weichs haben am meisten Bürger unterschrieben. mm

Volksbegehren „rettet die Bienen“

Ziel im Landkreis Dachau locker erreicht

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In allen Gemeinden im Landkreis Dachau wurde die Zehn-Prozent-Hürde beim Volksbegehren Artenvielfalt mittlerweile geknackt. Allen voran: Vierkirchen, seit Jahren eine Vorreiter-Gemeinde in Sachen Bienenrettung.

Landkreis – Wenn in ganz Bayern das Ergebnis erzielt wird, das im Landkreis Dachau schon jetzt vorliegt, dann kommt es zum Volksentscheid. Bis zum kommenden Mittwoch liegen die Eintragungslisten in den Rathäusern noch aus. In Vierkirchen haben sich mit 24 Prozent bisher die meisten eingetragen, Weichs zog gestern Nachmittag gleich. Vierkirchens Bürgermeister Harald Dirlenbach (SPD) erklärt sich die hohen Eintragungszahlen so: „Vierkirchen ist schon seit 2015 sehr aktiv im Bienenretten, deshalb ist da in unserer Gemeinde ein Bewusstsein dafür da“.

Er selbst habe aber nicht unterschrieben, sagte Dirlenbach. Sein Grund: „Damit werden die Landwirte sehr eingeschränkt“, und: „Ich bin dafür, dass sich einfach alle an einen Tisch setzen“ – also Bürger, Imker, Landwirte, Jäger und auch die Gemeinde. Das habe in der Vergangenheit in Vierkirchen schon funktioniert, erzählt er: „Wir haben zum Beispiel einige Blühflächen in Biotopen und am Rathaus und Jugendskaterpark angesät.“ Darauf wachsen Blumen und bienenfreundliche Gehölze wie Linden, und in Totholzhaufen können sich die Insekten verkriechen. Diesen Weg zur Insektenrettung will Dirlenbach weitergehen. Er kritisiert: „Bei den Gärtnern muss sich was ändern, die bauen einfach immer monotoner an.“

In Sulzemoos haben sich bisher mit 13,1 Prozent (Stand gestern) die wenigsten Bürger für das Volksbegehren eingetragen. Bürgermeister Gerhard Hainzinger (CSU) vermutet: „Das Volksbegehren war einfach nicht so in aller Munde bei uns.“ Er ergänzt: „Die meisten Leute gehen wohl davon aus, dass man die Zehn-Prozent-Hürde schafft.“

Ob er sich eingetragen hat, will Hainzinger nicht verraten – seine kritische Haltung schwingt aber mit, wenn er sagt: „Grundsätzlich stehe ich dem Schutz der Natur schon positiv gegenüber, aber ob das Volksbegehren so sinnvoll ist, das kann ich nicht sagen.“ Er versuche das Insektensterben vor allem in seinem Privatgarten in Einsbach zu stoppen und habe dort schon sehr viele Bäume gepflanzt.

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