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Leonhard Mösl (vorne rechts sitzend) berichtete von einer erfolgreichen Entwicklung der WBV Dachau.

Versammlung der Waldbauernvereinigung Dachau

Borkenkäfergefahr ist noch nicht gebannt

Im vollen Postsaal in Schwabhausen fand die Jahresversammlung der Dachauer Waldbauernvereinigung (WBV) statt. Vorsitzender Leonhard Mösl zeigte sich mit dem vergangenen Waldjahr zufrieden.

Landkreis – Der Wald im Landkreis sei laut Mösl von größeren Stürmen verschont geblieben. Trotz einer großen Bedrohungslage bedingt durch Trockenheit war auch der Borkenkäferbefall niedriger als in umliegenden Landkreisen, etwa 6000 Festmeter Borkenkäferholz sei angefallen. Für heuer sei die Borkenkäfergefahr noch nicht gebannt, entscheidend sei der Witterungsverlauf.

WBV-Geschäftsführer Peter Göttler gab bekannt, dass die WBV im letzten Jahr insgesamt 44 808 Festmeter Holz vermarktete. Im Landkreis kam es aufgrund der Stürme nur zu Einzelwürfen, sodass Fichtenstammholz auch stark nachgefragt wird. Die aktuellen Holzpreise belaufen sich bis April bei Fichten-Langholz bei 90 bis 93 Euro je Festmeter, bei Fichten-Fixlängen bei 86 bis 88 Euro, bei Kiefer 60 bis 68 Euro, Papierholz je Raummeter 32 Euro. Beim Laubholz sei die Eiche sehr gut zu verkaufen. Die Waldbauern sollten die gute Holzmarktlage für Durchforstungen und Holzeinschlag nutzen.

Wie Vorstand Leonhard Mösl ausführte, konnte die WBV im letzten Jahr 27 neue Mitglieder verzeichnen, sodass die WBV Dachau jetzt 1429 Mitglieder zählt, die eine Waldfläche von 6933Hektar bewirtschaften.

Landrat Stefan Löwl sagte in seinem Grußwort, dass im verhältnismäßig waldarmen Landkreis Dachau eine gesunde und nachhaltige Entwicklung des Waldes wichtig sei – der Wald erfülle vielfältige unersetzliche Funktionen und biete neben der Bewirtschaftung tolle Naturerlebnisse und Erholung. Erfreulich sei auch die Waldbildung durch Förster in den Schulen.

Von der Angst vor der gefürchteten Afrikanischen Schweinepest sprach stellvertretender BBV-Kreisobmann Simon Sedlmair. Ein Übergreifen auf Hausschweine könnte ungeahnte Schäden nicht nur für die Schweinehalter hervorrufen. Forstdirektor Günter Biermayer, Chef des Amtes für Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck, sagte, dass man sich auch auf den Klimawandel einstellen müsse. Im Landkreis gäbe es hohe Altersbestände in den Wäldern, zur rechten Zeit solle auch an die Vorräte in den Wäldern herangegangen werden.

Ein großes Lob sprach der Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberbayern Andreas Tyroller in seinem Hauptreferat aus zu „Forstwirtschaft und Naturschutz: Eine Erfolgsgeschichte“. Die Waldbauern bezeichnete er als die größten Naturschützer: In den Wäldern sei die Natur zu Hause.

Franz Hofner

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