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Die Hallenmeisterschaft der Jugend wurde von einem bitteren Zwischenfall überschattet.

Nach Gewalt bei Jugendfußballturnier

Mit Zivilcouragegegen Hitzköpfe

Die Schlägerei unter Fußball-Eltern bei den Dachauer Hallenmeisterschaften der Jugend hat ein Nachspiel. Nach dem Rücktritt des Orga-Teams ist die Zukunft des Wettbewerbs unklar. BFV und Vereine suchen unterdessen Strategien, derartige Vorfälle künftig zu vermeiden.

Landkreis – Die Aufarbeitung der Schlägerei bei einem Turnier der Dachauer Jugendhallenmeisterschaft in Günding ist weiter in vollem Gange. Laut Bernhard Slawinski vom Bayerischen Fußballverband (BFV) haben „wir noch nicht ganz den Durchblick. Wir müssen erst einmal die 1000 Puzzleteile strukturieren“.

Gleichzeitig bedauere der Verband den Rücktritt des Organisationsteams: „Sie engagieren sich ehrenamtlich und unentgeltlich, opfern viel Zeit, um ein so großes Turnier auf die Beine zu stellen. Und nun werden sie für das Geschehen verantwortlich gemacht.“ Es müsse daher klargestellt werden, dass die Schuldigen allein die gewalttätigen Väter seien. Dennoch müsste sich das Orga-Team den Vorwurf gefallen lassen, den Verband nicht über die Prügelei informiert zu haben. „Die Veranstalter haben nicht erkannt, dass wir für sie der erste Ansprechpartner hätten sein müssen!“ Denn laut Satzung des BFV seien die Ausrichter verpflichtet, jeden Vorfall im Rahmen eines Turniers, Freundschafts- oder Punktspiels zu melden. Und das sei hier nicht geschehen – zumal darauf nach der Prügelei im Sommer in Schwabhausen erneut hingewiesen worden sei.

Gerade diese Prügelei in Schwabhausen aber nennt Bernd Battermann, Mitglied des nun zurückgetretenen Orga-Teams, als Begründung dafür, den Vorfall in Günding nicht nach außen kommuniziert zu haben. „In der Presse waren daraufhin nur negative Schlagzeilen. Über den Sport hat da niemand mehr geschrieben!“ Grundsätzlich betont Battermann, sei es bei den Dachauer Hallenmeisterschaften „um Fußball, nicht um Action“ gegangen. Die Aufarbeitung des Falles sieht er daher auch nach wie vor nicht als seine Aufgabe an: „Auf den Tribünen wird es immer welche geben, die man nicht in den Griff kriegt. Solche Leute sind bei der Polizei in den richtigen Händen, nicht bei uns!“

Siegfried Frost, Vorsitzender der Talentfördergemeinschaft (TaF) Glonntal, sieht die Sache ähnlich. Er appelliert allerdings an die Zivilcourage der Eltern, um solche Vorfälle verhindern zu können: „Trainer und Vereinsfunktionäre können nicht die Geisteshaltung der Eltern kontrollieren.“ Sollte sich in der Elterngemeinschaft also ein Vater abzeichnen, der laut Frost „dazu neigt, überzuschäumen“, müsse man diesen frühzeitig auf sein Verhalten ansprechen. Denn: „Solche Leute sind im Elternkreis ja bekannt. Man muss ihnen sagen, dass sie mit ihrem Verhalten die Atmosphäre vergiften.“

Wie es mit den Dachauer Hallenmeisterschaften nach dem Rücktritt des Orga-Teams nun weitergeht, ist unklar. Bernd Battermann würde sich eine Fortsetzung wünschen: „Das wäre gut für den Landkreis und die Kids.“ Die Organisation habe zwar viel Arbeit bedeutet. Der Lohn aber sei gewesen, „zu sehen, wie viel Spaß die Kinder am Sport hatten“!  sue/zip

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